TV-Kauf: Full-HD oder UHD Wie viel Pixel braucht der Fernseher für ein scharfes Bild?

Damit die Bildqualität von 4K-Fernsehern tatsächlich zur Geltung kommt, müssen sie mit entsprechendem Bildmaterial gefüttert werden.

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Eine Full-HD-Auflösung ist bei Fernsehern Standard. Ein noch schärferes Bild bietet UHD / 4K - doch nicht immer ist der Unterschied tatsächlich sichtbar.

Von Marina Engler

Schon lange geht es beim Fernseherkauf nicht mehr nur um die Größe. Immer mehr kleine Schilder mit diversen Abkürzungen kleben auf den neuen Bildschirmen, die deren Qualität belegen sollen. Neben der verwendeten Bildschirmtechnik - Plasma, LCD oder OLED - sind auch die Auflösung und die Bildwiederholfrequenz entscheidend für die Bildqualität.

Was bringt UHD / 4K gegenüber HD?

Eine HD-Auflösung verspricht eine bestimmte Anzahl an Bildpunkten, auch Pixel genannt, auf dem Fernseher. Jedes Pixel besteht aus einem roten, grünen und blauen Unterpunkt, aus dem sich jede beliebige Bildfarbe mischen lässt. Das heute übliche Full HD erzeugt insgesamt 1920x1080, also mehr als zwei Millionen Bildpunkte auf dem Gerät. Dieser Wert ist unabhängig von der Bildschirmgröße. Je größer der Fernseher ist, desto größer sind auch die einzelnen Pixel. Die Fernseher vergangener Jahre hatten deutlich weniger Bildpunkte, so dass das Bild weniger scharf wirkte.

Ultra-HD und 4K bedeuten das gleiche: Bei dieser Auflösung wird die Anzahl der Pixel noch einmal deutlich gesteigert, nämlich auf 3840x2160. Das ergibt mehr als acht Millionen Bildpunkte und somit gegenüber Full HD die vierfache Menge. Einen Unterschied sieht man allerdings nur, wenn man besonders nah am Gerät sitzt. Die übliche Formel, dass der Abstand zwischen Sofa und Fernseher etwa die dreifache Bildschirmdiagonale betragen sollte, verliert bei einem 4K-Gerät ihre Gültigkeit. Um die Ultra-Schärfe erkennen zu können, darf der Abstand höchstens die 1,5- bis 2-fache Bildschirmdiagonale betragen. Einem Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 1,50 Metern muss man also bis auf 2,25 bis 3 Meter auf die Pelle rücken. Wer ein großes Wohnzimmer hat und fünf Meter oder noch weiter vom Bildschirm entfernt sitzt, hat durch UHD keinen Mehrwert, da die höhere Auflösung dann nicht mehr erkennbar ist.

Welche Inhalte gibt es in UHD / 4K?

Damit der Fernseher seine volle Bildschärfe entfaltet, muss er mit entsprechendem Material gefüttert werden. Doch bisher gibt es kaum 4K-Material auf dem Markt. Die meisten Filme und Serien aus der eigenen Videobibliothek oder aus dem Fernsehprogramm werden lediglich vom Fernseher auf acht Millionen Bildpunkte hochgerechnet. Dann bringt die hohe Auflösung in der Regel keinen echten Mehrwert.

Für zwei Gruppen kann sich ein UHD-Fernseher dennoch lohnen. Wer mit seiner Kamera regelmäßig Bilder ab einer Größe von acht Megapixeln fotografiert und sie dann auf einem 4K-Bildschirm betrachtet, bekommt mehr Details und intensivere Farben zu sehen. Auch in den Online-Videotheken wie Netflix, Amazon Prime oder Maxdome gibt es echtes 4K-Material, das Angebot soll weiter ausgebaut werden. Die ersten UHD-Blu‑rays kommen gerade auf den Markt. Dafür ist allerdings zusätzlich zum Fernseher ein spezieller Player nötig.

Was bedeutet die Bildwiederholfrequenz?

Zusätzlich zur Auflösung wird häufig noch die Bildwiederholfrequenz in Hertz (kurz: Hz) angegeben. Das ist die Anzahl der Bilder, die der Fernseher pro Sekunde zeigt. Damit das Auge eine Bewegung wahrnimmt, sind etwa 24 Bilder pro Sekunde nötig. Daher werden Filme standardmäßig mit 24 oder 48 Bildern pro Sekunde gedreht. Je höher die Anzahl, umso flüssiger wird das Bild. Gerade bei schnellen Bewegungen nimmt das Auge ansonsten ein kurzes Ruckeln wahr, so dass der Bewegungsablauf unrund wirkt.

Deshalb wurden verschiedene Methoden entwickelt, um die Bildwiederholfrequenz künstlich zu erhöhen. Entweder errechnet der Fernseher Zwischenbilder und zeigt diese innerhalb des Bewegungsablaufs. Oder jedes Bild wird zwei- oder dreimal hintereinander gezeigt und der Bildschirm dazwischen für einen winzigen Moment abgedunkelt. So kommen Werte von 100, 200, 600 oder noch mehr Hertz zustande. Um das deutlich zu machen, verwenden die Hersteller in der Regel eine zusätzliche Abkürzung hinter der Hertz-Zahl, wie etwa CMR (Samsung), MCI (LG) oder MXR (Sony). Grundsätzlich ist eine Hertz-Frequenz von 100 aber völlig ausreichend. Lediglich bei 3D-Geräten sollte der Wert bei 200 liegen, da die Gläser der 3D-Brille abwechselnd abgedunkelt werden, um ein dreidimensionales Bild zu erzeugen. Somit nimmt jedes Auge nur noch die Hälfte der Bilder pro Sekunde wahr.