Von Helmut Martin-Jung

Kriminelle nutzen einen Aufruf für ein Sicherheitsupdate für ihre eigenen perfiden Zwecke - mit Hilfe von Google.

Mit einer besonders perfiden Methode versuchen Kriminelle, Internet-Nutzern schädliche Software unterzuschieben. Nachdem die Firma Adobe geraten hatte, aus Sicherheitsgründen die neueste Version ihrer Software zum Abspielen von Bewegtbildern im Internet, den Flashplayer 10, herunterzuladen, gestalteten sie eine professionell wirkende Seite, die ein angebliches Update enthält.

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Kriminelle schalten Werbung beim Suchmaschinenbetreiber Google (© Foto: dpa)

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Präparierte Seite

Wer das anklickt, lädt sich aber statt dessen einen sogenannten Trojaner auf den Rechner. Das sind Programme, die versuchen, beim befallenen Computer Hintertüren zu öffnen. Über die werden dann weitere schädliche Programme heruntergeladen und unbemerkt installiert.

Um möglichst viele Nutzer auf diese Webseite zu locken, schalteten die Kriminellen Werbung beim Suchmaschinenbetreiber Google. Dadurch wurde der Link zu der präparierten Seite über den normalen Suchergebnissen angezeigt, wenn Nutzer nach Begriffen wie Flashplayer Update oder ähnlichem suchten.

Eine sehr gefährliche Falle: Wie Untersuchungen zeigen, klicken viele Internetnutzer bevorzugt auf den obersten Link in der Liste der Suchergebnisse. Inzwischen werden die Links auf die gefälschten Download-Seiten bei Google nicht mehr angezeigt. Sie werden inzwischen auch von den Filtern verschiedener Sicherheitsprogramme erkannt. Sicherheitsexperten empfehlen, Updates grundsätzlich nur von den Webseiten der Hersteller herunterzuladen.

Zusatzprogramme wie beispielsweise MP3-Abspiel-Software gelten in der Sicherheitsbranche schon länger als Risiko. Viele Nutzer haben zwar eine ganze Reihe davon installiert, machen sich aber nicht die Mühe, sie alle auf dem neuesten Stand zu halten.

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(SZ vom 21.10.2008/mri)