Von Jürgen Schmieder und Mirjam Hauck

Die Regierung plant den Bundestrojaner und wird gleichzeitig von chinesischen Schadprogrammen ausspioniert. Beim Chaos Computer Club zeigt man sich amüsiert.

Die Soldaten Trojas waren ziemlich naiv: Als ein hölzernes Pferd vor ihren Stadtmauern stand, prüften sie nicht, ob sich darin eine Gefahr befand. Weil sie das Ungetüm für ein Geschenk hielten, stellten sie es in der Stadt als Symbol für ihren Sieg aus. In der Nacht stiegen griechische Soldaten aus dem Pferd, ermordeten die Wachen und öffneten die Tore für einen Überaschungsangriff. Es war nicht nur eine List der Griechen, sondern auch Tölpelei der Trojaner.

Von Hackern verschickte Trojaner sind eine weltweite Bedrohung. (© Foto: iStockPhoto)

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Nun fiel die Deutsche Bundesregierung der modernen Form eines Trojanischen Pferdes zum Opfer. Zahlreiche Computer in Bundesministerien wurden mit Spionageprogrammen aus China infiziert. Vermutlich gelangten die Programme über als Word- oder PDF-Dokumente getarnte Dateien auf die Rechner, die Emails beigefügt waren. Für den Benutzer sehen diese Dateien harmlos aus, dahinter verbergen sich jedoch Trojaner.

Der Chaos Computer Club zeigt sich amüsiert über die Mitteilung der Bundesregierung: "Man will die eigene Bevölkerung mit einem Trojaner ausspähen, schafft es aber nicht, sich selbst dagegen zu wehren", sagt Sprecherin Constanze Kurz. Zudem seien die Probleme hausgemacht. "Mit dem geänderten Hackerparagraphen hat sich die Regierung selbst außer Gefecht gesetzt. Sie kriminalisiert all jene, die in der Lage sind, Trojaner zu finden." Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wollte sich dazu am Montag nicht äußern.

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