Dürfen Fußballvereine den Tickethandel im Internet verbieten - oder ist ein Zweitverkauf mit hohen Gebühren erlaubt? Ein aktueller Fall hat gravierende Folgen für die gesamte Liga.
Der Streit um den Weiterverkauf von Tickets für Bundesliga-Fußballspiele geht in die nächste Runde. Nach einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Essen muss Schalke 04 hinnehmen, dass Karten über eine vom Verein nicht autorisierte Internet-Plattform zu Geld gemacht werden. Der Club geht dagegen in Berufung. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird sich an den Prozesskosten beteiligen.
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Dürfen Veranstalter von Sportereignissen oder Konzerten den Handel mit Karten verbieten? (© Foto: Reuters)
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Der Fall habe Bedeutung für die ganze Liga, betont DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus - der materielle Schaden halte sich für die Vereine zwar in Grenzen, doch durch hohe Ticketpreise leide das Image. Nun muss das Oberlandesgericht Hamm entscheiden. Neben Fußballclubs und Konzertveranstaltern dürften auch die Fans gespannt auf das Urteil aus Westfalen warten.
Zweitverkauf mit Extra-Margen
Im Kern steht die Frage: Dürfen Veranstalter von Sportereignissen oder Konzerten den Handel mit Karten verbieten - oder ist ein Zweitverkauf mit Extra-Margen erlaubt? Im aktuellen Fall geht es um die Plattform Seatwave, die die Betreiber als "Ticketmarktplatz für Fans" bezeichnen. Auch für Konzerte von Weltstars oder hochkarätige Fußballspiele könne man die teuren Karten lange im Voraus kaufen - und wenn es Terminprobleme gibt, über die Plattform wieder loswerden.
Diesen Standpunkt sollen Zahlen untermauern, die das britische Unternehmen im August 2008 bekanntgab: Demnach bieten 91 Prozent der Verkäufer weniger als zehn und 60 Prozent höchstens zwei Tickets an.
Schalke 04 wirft dem Betreiber dagegen vor, dass die Plattform dem Schwarzmarkthandel "Tür und Tor" öffne - "das ist nicht im Interesse der Fußballfans", sagt Geschäftsführer Peter Peters. Damit ist der Bundesligist nicht alleine: Auch diverse Konzertveranstalter wettern über den Zweitverkauf zu hohen Preisen.
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Debatte über Urheberrecht
sollen die Vereine einen Anteil der Karten auch über die Tageskasse verkaufen. Das könnte man durchaus so einrichten, daß die Tageskasse-Karten nur 5 Minuten lang gültig sind - da bleibt dem Käufer keine Zeit mehr, diese Karte noch (zu überhöhtem Preis) weiter zu verkaufen.
"wenn man keine Chance hat, auch kurzfristig noch ein Ticket zu bekommen, dann weicht man halt auf andere Verkaufsplattformen aus."
Die Frage ist doch WARUM hat man keine Chance kurzfristig noch ein Ticket beim Verein zu bekommen?
Weil Zwischenhändler wie Seatwave aufkaufen was sie können um dann überteuert weiter zu verkaufen!
Ein Fan der eine über gebliebene Karte vor dem Stadion oder auf Ebay verkauft ist garnicht das Problem - aber professionelle Zwischendealer die hunderte Karten raffen um dann Reibach zu machen gehören verboten weil sie dem Fan die Möglichkeit nehmen eine Karte zum regulären Preis zu erwerben.
Was ist das denn für eine unsinnige und populistische Aussage??
Wie um alles in der Welt soll der Verein, dessen Karten auf einem, sagen wir einmal, rechtlich strittigen Portal verkauft werden, profitieren?? Die Karten wurden so oder so nur einmal beim Verein gekauft und bezahlt.
Wenn Sie unterstellen wollen, dass die Vereine mit Seatwave & Co zusammenarbeiten (eine Möglichkeit die auch ich nicht unbedingt ausschließen möchte), dann sollten Sie das auch dazu schreiben!
@rhinelander: Blödsinn, die Vereine bekommen ja ihr Geld, denn die Karten wurden ja ursprünglich offensichtlich von dort bezogen. Das Problem ist vielmehr das verknappte Angebot, denn als normaler Fan fühlt man sich natürlich vera***, wenn es für ausverkaufte Spiele massenhaft Karten auf ebay, etc., gibt, aber natürlich zum deutlich höheren Preis. Ein Rückgaberecht ist aber kaum durchsetzbar, denn dann sitzen die Veranstalter auf dem unkalkulierbaren Risiko, dass kurzfristig Tausende ihre Karten zurückgeben, wenn z.B. das Wetter nicht gut ist.
Letztlich ist das praktizierte Marktwirtschaft, und ich habe mich schon oft darüber geärgert, andererseits aber auch davon profitiert, wenn ich gegen viel Geld dann eben doch noch zu einem ausverkauften Konzert gehen kann. Oder umgekehrt, aktuelles Beispiel, Eishockey WM in der Schweiz: offizieller Kartenpreis 140 CHF, direkt vor dem Stadion dann nur noch 70 CHF - das freut mich dann sehr. Und, übrigens, wenn ich zu einem ausverkauften Konzert nicht gehen kann, dann verkaufe ich meine Karten so kurzfristig zum Originalpreis, dass es für einen Weiterverkauf nicht mehr langt. Denn dann bekommt die Karte jemand, der wirklich dorthin gehen will, und daran will ich nichts verdienen. Scheint allerdings leider die Ausnahme zu sein, die Käufer waren jedesmal sehr erstaunt über den Preis.
Tja, dann warten wir doch mal darauf, wie Schalke vor Gericht argumentiert. Einen finaziellen Schaden haben sie nicht, denn das Geld haben sie ja schon vom Erstkäufer kassiert. Und wie wollen Sie einen Imageschaden greifbar machen?
Ich werde gleich mal nachschauen, ob ich mein Auto auch nicht mehr weiterverkaufen darf, ohne als Schwarzhändler diffamiert zu werden.
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