Test zum Verkaufsstart Was das neue iPad kann

Der Bildschirm macht den Unterschied: Die Neuheiten des iPads Nummer drei erschließen sich, wenn auf dem Schirm die brillanten Bilder aufleuchten. Wer auf eine Hochleistungsgrafik Wert legt, wird am neuen iPad kaum vorbeikommen. Alle anderen aber können warten, bis Apple ein Modell herausbringt, das auch in Deutschland mit dem besonders schnellen mobilen Internet LTE funktioniert.

Von Helmut Martin-Jung

Das Gehäuse ist wie gehabt aus gefrästem und matt poliertem Aluminium mit weich gerundeten Kanten, der Bildschirm aus besonders hartem Glas. In ausgeschaltetem Zustand reflektiert er fast wie ein Spiegel. Ist das neue iPad nicht an, lässt sich der Unterschied zum Vorgängermodell mit bloßem Auge kaum erkennen. Das Neue ist auch nur minimal dicker geraten als das iPad2 (9,4 statt 8,8 Millimeter) und die Kamera auf der Rückseite ist etwas größer.

Apples neues iPad im New Yorker Apple Store.

(Foto: Reuters)

Doch dieser Eindruck ändert sich schlagartig, sobald der Schirm zum Leben erwacht. Die Apple-Ingenieure haben es geschafft, bei gleicher Bildschirmgröße (gut 25 Zentimeter in der Diagonale) viermal so viele Punkte auf der Flüssigkeitskristall-Anzeige unterzubringen wie auf der des Vorgängers - und das fällt sofort ins Auge. Bei normaler Betrachtung lassen sich keine einzelnen Punkte mehr unterscheiden, das Display mit seinen insgesamt 2048 mal 1536 Bildpunkten ist sogar höher aufgelöst als ein moderner HD-Flachbildfernseher (1920 mal 1080 Punkte).

Diese Entscheidung Apples, das iPad mit einem ähnlich hochauflösenden Bildschirm wie das iPhone auszustatten, hat Einfluss auf einige andere Merkmale des Geräts. Die Kamera kann nun in voller HD-Auflösung filmen, bei 30 Vollbildern in der Sekunde. Standfotos nimmt sie mit fünf Millionen Bildpunkten auf. Dass damit wesentlich höhere Datenmengen anfallen, vor allem beim Filmen, hat wohl auch die Entscheidung vorangetrieben, auf die neue Datenfunk-Technik LTE zu setzen. Kunden in Deutschland werden davon allerdings nichts haben, denn die verbauten Chips funken auf anderen Frequenzen als den in Deutschland verwendeten.

Immerhin beherrscht das neue iPad nun auch den hierzulande üblichen Standard HSPA+. Das ist eine Technik, die auf UMTS aufsetzt und daraus mehr Leistung holt. Die maximal bereitgestellte Datenrate beträgt derzeit 42 Megabit in der Sekunde beim Herunterladen. Das wäre zwar durchaus genug, doch flächendeckend ist diese neue Technik nicht verfügbar.

Wer bereit ist, zusätzlich zum iPad 100 Euro ausgeben, erhält dafür nun eine verbesserte Version von Apples kleiner TV-Box. Diese kann die volle HD-Auflösung anzeigen und HD-Filme auch per Funk vom iPad empfangen und an den Fernseher weiterreichen - Apple nennt die Technik AirPlay. Will man diese neuen Fähigkeiten intensiv nutzen, sollte man bei der Speicherausstattung des iPads nicht zu knausrig sein. Auch das neue iPad gibt es zwar bereits mit 16 Gigabyte Speicher, doch die sind mit ein paar HD-Filmen, Fotos und einer gut bestückten Musikbibliothek schnell voll. 32 Gigabyte sollte es daher schon sein - und auch das wird einem regelmäßige Backups, die ohnehin empfehlenswert sind, nicht ersparen.