Eine neue Bundesbehörde soll staatliche Abhörspezialisten vor fremden Lauschern schützen. Datenschutzbeauftragte sehen die Einrichtung kritisch.
Gegen Lauschangriffe am Telefon empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Handys mit Sprachverschlüsselung. Zudem helfe "häufiges Wechseln des Mobiltelefons und der SIM-Karte, die eigene Identität (. . .) zu verschleiern". Denn die ursprüngliche Aufgabe des BSI war es, Hacker abzuwehren.
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Vorbild der deutschen Abhörspezialisten ist die mächtige amerikanische National Security Agency (NSA). (© Foto: dpa)
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Doch inzwischen sichern die Experten auch die Leitungen staatlich autorisierter Lauscher - damit die nicht ihrerseits belauscht werden. Der Laie tut sich da bisweilen schwer, da beide verdeckt arbeiten. "Wird eine Abhöreinrichtung entdeckt, steht meistens nicht drauf, wem sie gehört", witzeln Insider.
Informationstechnische Infrastruktur
Es ist die Ambivalenz des technischen Fortschritts, die das BSI in Gegensatz zu einer Einrichtung bringen könnte, die dieser Tage in Köln eher geräuschlos ihre Arbeit aufgenommen hat. Gut 40 Informatiker, Ingenieure und Juristen sollen sich dort darum kümmern, dass Behörden wie das Bundeskriminalamt (BKA), der Militärische Abschirmdienst (MAD), der Verfassungsschutz oder die Landeskriminalämter die informationstechnische Infrastruktur bekommen, die sie für die Überwachung der Telekommunikation brauchen, und zudem den technischen Betrieb dieser Anlagen betreuen.
Bislang unterhalten 38 verschiedene Behörden fast 80 Überwachungsanlagen in Deutschland; Experten beklagen seit längerem, dass die Abhörtechniken einiger Länder nicht kompatibel seien. Beim Bundesinnenministerium befürchtet man außerdem, dass man gegenüber den Gesetzesbrechern ins Hintertreffen gerät, wenn die Kompetenzen nicht gebündelt werden.
Competence Center Telekommunikationsüberwachung (CC-TKÜ) und Service Center Telekommunikationsüberwachung (SC-TKÜ) heißen die neuen Einrichtungen unter dem Dach des Kölner Bundesverwaltungsamtes.
Nichts geht ohne richterlichen Beschluss
Ein deutsches Gegenstück zur amerikanischen National Security Agency (NSA) wird das nicht - auch wenn in einer Parlamentsvorlage die mächtige US-Behörde explizit als Vorbild genannt wird. Die NSA zapft weltweit Satellitenfunkstrecken an und scannt Tausende Telefonate gleichzeitig auf verdächtige Schlüsselwörter.
Die Kölner Experten dagegen sollen gar nicht selbst lauschen, sondern versuchen, technisch am Ball zu bleiben und fachliche Unterstützung in Sachen EDV leisten; die eigentliche Überwachung nehmen auch weiterhin Behörden wie das BKA vor. "Ohne richterlichen Beschluss", versichert ein Sprecher des Innenministeriums, "geht da gar nichts."
Trotzdem sieht Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, die neue Behörde "nach wie vor kritisch". Auch wenn in der ersten Stufe nur Bundespolizei und Bundeskriminalamt zusammenarbeiten, seien die Planungen, auch die Nachrichtendienste einzubeziehen, nicht ad acta gelegt worden. Die unterschiedlichen Behörden agierten auf verschiedenen, stark voneinander abweichenden Rechtsgrundlagen. "Die technische Bündelung von Überwachungsmaßnahmen senkt faktisch die Schwellen ab, die dabei gewonnenen Erkenntnisse auszutauschen", so Peter Schaar. Es stelle sich daher die Frage, "wie bei einer umfassenderen Bündelung der Überwachungstechnik Trennungsgebot und Zweckbindung der Daten garantiert werden können".
Lesen Sie auf Seite, inwiefern der Staat bei jedem Gespräch mithören kann.
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Im Iran sicherlich schon getestet. Ich wette, Schäuble sitzt schon geifernd über den Prospekten; Frau von der Leyen überlegt, wie man das irgendwie als Maßnahme gegen Kinderpornographie verpacken kann, damit unbedarfte Naivlinge es "gut finden".
Ein Monster aus dem Hause Siemens:
//futurezone.orf.at/stories/267116
So ganz klammheimlich wird daraus ein echter Skandal und niemand merkt es. Soweit mir bekannt, hört der BND ohne richterliche Kontrolle ab. Dessen Abhöraktionen sind durch den Grundgesetzartikel 10 gedeckt und werden nur von einem auch ebenso benannten Bundestagsausschuß überwacht. Man erfährt hierüber sehr wenig, alles ist streng geheim. Wie gründlich und wie kritisch das dann überwacht wird, kann man sich leicht ausmalen. Die Aussage, ohne Richter geht gar nichts, wäre demnach nur bedingt richtig. Wenn nun die gesamte Abhörtechnik, wie beschrieben, zentralisiert wird, wird das bald nicht mehr überschaubar und jeder kann sich vorstellen, wie einfach es auch für andere Dienste wird, die richterliche Kontrolle elegant zu umgehen.
Am 08.09.2009 habe ich irritiert wahrgenommen, daß die Internetradio-Übertragung der Nachrichten vom Sender BR5 Aktuell dreimal nach auffälligen Schlüsselwörtern unterbrochen wurde. Zuerst nach dem Schlüsselwort "Bundestag", dann zweimal nach der Nennung von arabischen Vornamen als Schlüsselworter - wohl in der Berichterstattung zu irgendeinem Islamismus-Problem. Nach den Schlüsselwörtern dauerte es jeweils ca. 10-20 Sekunden bis zur Resynchronisation der Internetradiosendung.
Zufällige Störungen von Internetradiosendungen z.B. aus Hamburg oder aus China sind normal. Unterbrechungen bei einer Übertragung vom Bayerischen Rundfunk in München zu einem Internetradio in München dreimal nach auffälligen Schlüsselwörtern sind aber mehr als auffällig. Auch sind Knacksen und Rauschen auf Telefonleitungen selten geworden, aber Echos bleiben weiter auffällig.
Das wirkt so ähnlich, als würden sich irgendwelche Schlapphüte mit den oben genannten, teueren Überwachungsgeräten im Internet herumspielen und dabei die Radiosendungen des Bayerischen Rundfunks überwachen. Die größere Gefahr für die Bürger in München - zusammengeschlagen oder erschlagen zu werden - geht derzeit
allerdings von bildungsfernen jugendlichen, einheimischen Gewalttätern aus, mit Alkohol und Drogen zugedröhnt. Ob diese einheimischen Gewalttäter aus Obersendling oder der Schweiz stammen, ist schon eher irrelevant. Hallo Inlandsgeheimdienst! Hier besteht Handlungsbedarf für Überwachung!
"Beim Bundesinnenministerium befürchtet man außerdem, dass man gegenüber den Gesetzesbrechern ins Hintertreffen gerät, wenn die Kompetenzen nicht gebündelt werden."
Dass dies von Schäuble kommt, passt so sehr ins Bild, dass es eigentlich schon peinlich ist.
In Gesamtdeutschland hieß eine solche Bündelung zuletzt "Ministerium für Staatsicherheit", zuvor "Reichssicherheitshauptamt".
In unserem Grundgesetz wird klar definiert, dass diese Behörden strikt zu trennen sind, auch wenn monetäre wie verwaltungstechnische Gründe dafür sprächen! Schäuble ist ein gefährlicher Mann und seine Kanzlerin lässt die Republik immer mehr verosten.
Sie selbst hatte ja schon einmal vorgeschlagen, alle Überwachungsdienste zusammenzufassen. Der Kabarettist Matthias Deutschmann zog daraufhin genau den selben Vergleich, der mir oben sofort in den Sinn kam!