Telekom, Vodafone und Telefónica So gut sind die deutschen Mobilfunknetze

Telekom und Vodafone gemeinsam vorneweg, Telefónica abgeschlagen hinterher - zu diesem Ergebnis kommen Connect und Chip unabhängig voneinander.

(Foto: dpa)
  • Connect und Chip veröffentlichen ihre jährlichen Mobilfunknetz-Studien.
  • In beiden Tests schneidet das Telekom-Netz am besten ab, liegt aber nur knapp vor Vodafone. Abgeschlagener Dritter ist O2-Telefónica.
  • Das LTE-Netz in Deutschland wird immer besser, aber in Zügen bleibt der Empfang weiterhin schlecht.
Von Caspar von Au

Das Telekom-Netz ist nach wie vor das beste Mobilfunknetz in Deutschland, aber Vodafone holt auf. Nur das O2-Telefónica-Netz kann immer noch nicht richtig mithalten und ist abgeschlagener Dritter. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Untersuchungen der Fachmagazine Chip und Connect.

Die beiden Zeitschriften haben am Montag und Dienstag unabhängig voneinander zwei methodisch ähnliche Studien präsentiert, in denen sie das deutsche Mobilfunknetz untersucht haben. Beide testen, wie gut Anrufe aus dem Mobilfunknetz und mobile Datenverbindungen in Deutschland funktionieren. Chip hat das Mobilfunknetz in 42 großen, mittelgroßen und kleinen Städten untersucht; Connect war mit dem Auto in 17 Großstädten und 20 Kleinstädten sowie zu Fuß in sechs Städten unterwegs.

Beide Studien bewerten drei unterschiedliche Mobilfunknetze: Telekom, Vodafone und Telefónica - diese Anbieter teilen sich den deutschen Mobilfunkmarkt gleichmäßig auf. Während Connect für seine Untersuchung nur CAT6-fähige Smartphones verwendet, hat Chip in seiner Studie den neuen LTE-Standard CAT9 berücksichtigt. Diese neue LTE-Technik kann Daten mit mehr als 300 Megabit pro Sekunde übertragen. Beide Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen und Schlussfolgerungen, die sich allerdings im Detail unterscheiden:

  • Die Connect-Studie sieht beim Telefonieren das Telekom-Netz als Sieger, das Vodafone-Netz liegt knapp dahinter. "Vodafone telefoniert am besten", heißt es dagegen in der Studie von Chip. Zwar mache Telekom die wenigsten Fehler beim Netzaufbau, Vodafone punktet aber mit einem schnelleren Verbindungsaufbau. Vor allem dann, wenn Telefonie über das LTE-Netz (VoLTE) möglich sei, komme die Verbindung besonders schnell zustande. Insgesamt liegt Vodafone für Chip deshalb "hauchdünn" vorne. Bei der Sprachqualität seien beide Anbieter gleichauf.
  • Einig sind sich beide Studien, dass Telefónica bei den Telefonaten am schlechtesten abschneidet. Vor allem auf dem Land kann das Netz im Vergleich mit den anderen beiden Anbietern nicht mithalten. Bei Anrufen kommt es zu deutlich mehr Verbindungsfehlern, Gespräche werden häufiger unterbrochen. Trotzdem habe sich auch das Telefónica-Netz beim Telefonieren im Vergleich zum Vorjahr verbessert, heißt es in der Connect-Studie. Der Mobilfunkbetreiber Telefónica hatte 2014 den Konkurrenten E-Plus übernommen und arbeitet noch daran, das ehemalige E-Plus-Netz in das bestehende O2-Telefónica-Netz zu integrieren.
  • Für einen Test der Datenkommunikation haben beide Fachmagazine versucht, mit dem Smartphone Webseiten abzurufen, Dateien herunter- und hochzuladen sowie Youtube-Videos zu streamen. Auch hier sieht die Studie des Magazins Connect das Telekom-Netz in Großstädten und in Kleinstädten vorne. Wer Internetseiten abrufen, Daten hoch- oder herunterladen will, muss bei Vodafone etwas länger warten.
  • In der Studie von Chip punktet das Telekom-Netz vor allem dann, wenn kein LTE zur Verfügung steht und die Daten mittels 3G oder GSM übertragen werden müssen. Daher ist die Telekom mit knappem Vorsprung vor Vodafone Testsieger in der Kategorie "Netzqualität gesamt" bei Chip. Bei der LTE-Wertung liegen Telekom und Vodafone exakt gleich auf.
  • Das Magazin hat während der Testfahrten eine LTE-Netzabdeckung von 95 Prozent im Telekom-Netz und 91 Prozent im Vodafone-Netz festgestellt. Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass "LTE beim Surfen heutzutage die Norm ist", solange man nicht O2-Kunde ist. Denn im Telefónica-Netz ist LTE nur zu 74 Prozent verfügbar.
  • Während Telefonieren und Surfen auch auf Autofahrten auf dem Land kein großes Problem mehr darstellt, kritisieren beide Studien die Verbindungsqualität im Zug. Im ICE geht jeder dritte Telefonanruf im Telefónica-Netz entweder ins Leere oder reißt ab, heißt es in der Chip-Studie. Bei der Konkurrenz passiert das bei jedem fünften Anruf. Auch Datenübertragungen werden im Zug häufig unterbrochen. Connect, das die Untersuchung auch in Österreich und in der Schweiz durchführt, bilanziert, dass ein Blick zu den Nachbarländern "deutsche Bahnkunden nur neidisch machen" könne.

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