Google mischt bereits in vielen Bereichen mit - im Internet. Jetzt will der Konzern auch ins mobile Netz einsteigen.

Die Deutsche Telekom wird Kreisen zufolge in Kürze ein Mobiltelefon mit der neuen Google-Software für das mobile Internet auf den Markt bringen. Noch im Herbst plane die Telekom-Tochter T-Mobile den Verkaufsstart, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

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Die Telekom und Google arbeiten offenbar zusammen an einem neuen Produkt. (© Foto: Reuters)

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In New York sollten voraussichtlich am 23. September Details bekanntgegeben werden. T-Mobile lehnte eine Stellungnahme ab. Google war zunächst nicht zu erreichen.

Der US-Suchmaschinenbetreiber Google will mit mehr als 30 Partnern ins mobile Internetgeschäft vorstoßen und hat dazu die Handy-Software Android entwickelt, mit der sich die Internetnutzung per Handy vereinfachen soll. Google hofft vor allem auf zusätzliche Werbeerlöse, die sich der Konzern mit den Mobilfunkbetreibern teilen will.

Der US-Konzern hatte den Markstart der ersten Geräte mit Android für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellt. In einem Medienbericht hatte es geheißen, einige Partner hätten Probleme, dies zu schaffen, etwa Sprint Nextel und China Mobile. Neben der Telekom und der spanischen Telefonica beteiligen sich unter anderem die Handyhersteller Motorola und HTC sowie der Zulieferer Qualcomm an dem Projekt.

Die neue Handy-Software beruht auf dem frei zugänglichen Linux-Betriebssystem. Google hofft, dass möglichst viele Programmierer weitere Anwendungen und Funktionen für die Android-Plattform entwickeln. Im Gegensatz zum Markt für Computer-Betriebssysteme, den Microsoft dominiert, gibt es im Mobilfunk konkurrierende Anbieter. Dazu zählt Symbian, der knapp zur Hälfte dem finnischen Handy-Hersteller Nokia gehört. Auch Microsoft versucht, ein eigenes Betriebssystem für Internet-Handys am Markt durchzusetzen.

Unterdessen hat Nokia seine Bemühungen um Geschäftskunden verstärkt: Zahlreiche Smartphones des Branchenführers unterstützen künftig den Zugang zum E-Mail-System Microsoft Exchange Activesync, das in vielen Unternehmen zum Einsatz kommt.

Das Programm könne ab sofort auf allen Geräten mit dem Symbian-Betriebssystem S60 installiert werden, teilte der finnische Konzern mit. Die Software wird kostenlos eingerichtet. Anwender könnten sich damit E- Mails direkt aufs Mobiltelefon schicken lassen und auf Kalender und Adressbuch zugreifen.

Nokia bemüht sich mit diesem Schritt um ein umkämpftes Segment. Etliche Konkurrenten unterstützen bereits das System von Microsoft, unter anderem Motorola, Palm und Apple mit dem iPhone. Der in den USA führende Hersteller Research in Motion mit seinem BlackBerry hat einen eigenen E-Mail-Dienst. Mit der Unterstützung von Exchange Activesync erreicht Nokia nach eigenen Angaben rund 80 Millionen Anwender. Bis dato ließ sich das System nur auf Nokia-Handys der E- Serie installieren.

Der finnische Hersteller gab zudem eine Kooperation mit dem kanadischen Mobilfunkanbieter Rogers Wireless bekannt - die erste in Nordamerika. Rogers-Kunden sollen auf Navigationsdienste und Spiele von Nokia zugreifen können, vorerst allerdings nur mit dem Modell N95.

Der finnische Konzern bemüht sich derzeit darum, die Abhängigkeit vom Geräteverkauf zu senken, indem er mehr Dienste rund ums Handy anbietet. Am Dienstag gab das Unternehmen den Ausbau seines Internetportals Ovi bekannt, mit dem Nutzer unter anderem ihre Daten auf verschiedenen Geräten synchronisieren können. Im Oktober geht der Musikdienst "Comes with Music" an den Start, zunächst allerdings nur in Großbritannien. 2007 hatte Nokia für 8,1 Milliarden Dollar einen der beiden großen Anbieter von digitalen Straßenkarten, Navteq, übernommen.

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(dpa/rtr/vw)