Da der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino mit der Kombination aus iPhone, iPod und dem Internetladen iTunes ja bereits hinlänglich Marktdominanz beim Onlineverkauf von Musiktiteln und Alben bewiesen hat, fürchtet die Netz-Avantgarde also, dass mit dem iBookstore für das schillernd-schöne iPad nun der Literatur eine vergleichbare Apple-isierung drohe: Wer nicht unter dem Dach von Apple ist, kommt nicht mehr vor. Und die anderen müssen sich dem Reinheitsgebot des Hausherrn fügen.

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Doch ist es nicht nur eine robust interpretierte Quasi-Monopolstellung auf den Feldern digitalisierter Literatur, die von den Techies bereits jetzt naserümpfend kommentiert wird.

Tatsächlich reibt sich ihr Unbehagen auch am Gegenstand selber, am iPad, das als Digital-Gerät rein technologisch betrachtet eben keinen Quantensprung des heute technisch Machbaren bedeutet. Es ist gewissermaßen Hausmannskost in hübsch, gibt gar nicht vor, mehr sein.

Dass also - wie David Pogue in seinem bündigen Test in der New York Times zusammenfasste - das "Apple iPad im Grunde genommen nur ein gigantischer iPod" ist, nehmen die Techies dem Stil-Guru Steve Jobs fast schon persönlich übel. David Pogue übrigens beginnt mit diesem iPod-Vergleich den Abschnitt seiner Kritik, den er den "normalsterblichen Nutzern" gewidmet hat und denen er das iPad sogar nachdrücklich anempfiehlt, eben weil es so unspektakulär ist.

Eine Antenne für priviligierte Nutzer

Damit aber hat er einen Punkt getroffen, der auf der Entwicklungslinie der internetfähigen Computer tatsächlich historisch zu nennen ist. Das iPad ist der erste Rechner, bei dem nicht die verwirklichten Fortschritte in der Hardware-Entwicklung des Ausschlag über seinen Erfolg geben werden, sondern das Angebot an Software, also die Apps, die auf ihm laufen.

Und diese Software, das ist jetzt schon absehbar, wird eher zum Konsum von Inhalten anregen als zu deren Produktion. Das iPad ist konzipiert als das perfekte Couchwerkzeug der Rezeption und als Fenster ins Internet. Man wird damit lesen, schauen, allenfalls chatten. Aber mutmaßlich keine Essays verfassen, sich nicht in der Blogosphäre vernetzen oder Software darauf entwickeln. Man soll es ja nicht einmal öffnen.

Insofern ist das iPad eher eine Antenne für privilegierte Inhalte als ein Schweizer Messer für den Alltag im Webdschungel. Darum muss man von nun an wohl von einer weiteren digitalen Spaltung sprechen, die das iPad versinnbildlicht. Nach der Trennung zwischen Vernetzten und Nicht-Vernetzten erkennt man nun die zwischen Konsumenten und Produzenten von Netz-Inhalten. Das iPad scheidet schon jetzt die Geister.

Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.

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  1. Das große iPad-Unbehagen
  2. Sie lesen jetzt Wie das iPad Konsumenten und Produzenten trennt
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(SZ vom 07.04.2010/joku)