Passives Couchvergnügen mit Folgen: Das iPad regt den Konsum an, doch es lässt die Kreativität darben. Mit Apples neuestem Spielzeug öffnet sich der zweite digitale Graben.
Eine Portion Häme zu Beginn: Das iPad von Apple ist unter die amerikanischen Menschen gekommen und damit auch einige der dafür aufbereiteten Bücher der Weltliteratur. Sie sind im angeschlossenen iBookstore erhältlich.
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Das perfekte Couchwerkzeug der Rezeption hat seine Fans. (© Foto: dpa)
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Wie Blogger herausgefunden haben, werden dort die Inhaltsangaben der Bücher - allerdings nicht die Bücher selbst - von Apple gefiltert und sprachlich bereinigt, um nicht zu sagen: zensiert. Allerdings von einem anscheinend übermotivierten Algorithmus.
Demnach sei der Titel von Joseph Conrads "The Nigger Of The Narcissus" zu "The N****r Of The Narcissus" verunstaltet worden. Und aus der Zusammenfassung von Herman Melvilles "Moby Dick" habe man das Wort "sperm" getilgt. Für sich stehend hat es die Bedeutung: Sperma. Im Englischen jedoch gibt es den Begriff: "sperm whale" in der Bedeutung von Pottwal. Und um einen solchen handelt es bei "Moby Dick".
Derzeit rätselt die Blogosphäre also, warum und wie man sich bei Apple Moby Dick als halben Wal vorstellen muss, und wie es der Titel überhaupt unzensiert in die virtuellen Regale geschafft habe.
Denn "Dick" ist das englische Slangwort für das männliche Geschlechtsorgan. Während man die offenkundige Sinnlosigkeit beim automatischen Beschnitt der Texte nun einerseits belächeln kann, muss man sich anderseits fragen, warum derlei Absurditäten, die erwartbar jeden Verkaufsstart von High-Tech begleiten, noch solche Empörungswellen durch die Blogs schwappen lassen.
Argwohn der Early Adopters
Darauf gibt es zwei Antworten: Zum einen argwöhnen die Nerds und Techies, die Early Adotpers und Prosumenten, die Blogger und Netzautoren - also alle, die den Beteiligungs-, Austausch-, Entwicklungs- und Kommunikations-Gedanken von Web 2.0 und Social Media ernst nehmen, dass Apple offenbar keine Scheu mehr besitzt, sich als evil empire zu gerieren.
Microsoft und Google haben längst vorgeführt, dass Marktbeherrschung durch Technik nicht nur ökonomischen Erfolg bedeutet, sondern sich bis in die Inhalte hineinfrisst. Diese bleiben von avancierter Technologie eben nicht unangetastet.
Sondern sie werden von ihr geformt, wenn nicht deformiert, manipuliert oder gleich ganz verhindert: Sei es durch Ausschluss von anderer Software als der eigenen (wie bei den Browser-Konkurrenten zum Internet Explorer bei Microsoft), sei es durch nicht nachvollziehbare Platzierung und Mischung von Ergebnissen in den Trefferlisten einer Suchmaschine (wie bei Google), oder eben durch sinnlose Zensur-Algorithmen wie jetzt bei Apple.
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...der einfach die spalten füllen und die treffer bei google bringen soll.
nein, eigentlich noch schlimmer, denn stellenweise (wie schon jemand vor mir bemerkt hat) ist der artikel einfach falsch. bitte liebe sz gebt mir das ressort "apple", denn das kann ich als legastheniker besser....
s.
"In den USA haben jetzt schon wesentlich mehr Leute das iPad als die Schweinegrippe, und wie groß haben wir die seinerzeit aufgeblasen?! Deswegen halte ich die Art, in der wir uns in "Bild" jeden Tag zwei, drei Meldungen über die Wunderflunder des Computergenies Steve Jobs ausdenken, für journalistisch sauber. Das Tolle ist übrigens, dass man sich in seinem iPad auch spiegeln kann. Das kommt mir sehr entgegen."
Zitat aus:
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,691215,00.html
Das Ipad ist eine Penisverlängerung für Yuppies.Löcher in den Socken aber ein Apple Teil.
Ich denke, für die Personengruppe, die kreativ am Computer arbeiten möchte, taugt das iPad überhaupt nicht. Es richtet sich ja wohl mehr an die "ältere" Generation, die sich nicht mit der Technik eines Computers beschäftigen möchte. Dafür ist es sicher sogar ganz gut geeignet. Ansonsten würde ich die Finger davon lassen, denn alles, was das iPad kann, kann auch jedes Laptop und zwar besser!
"Das iPad ist der erste Rechner, bei dem nicht die verwirklichten Fortschritte in der Hardware-Entwicklung des Ausschlag über seinen Erfolg geben werden, sondern das Angebot an Software, also die Apps, die auf ihm laufen."
Also mit der Aussage liegen Sie sowas von daneben! Es gab und gibt noch NIE einen Rechner der nicht ausschliesslich an seinen Applikationen gemessen wird oder wurde! Viele haben es durch raffinierte Technik versucht und sind gescheitert, weil die Softwarehersteller noch mitgekommen sind.
Paging