Surfverhalten wird veröffentlicht Totale Transparenz für Facebook-Gruppen

Facebook verlangt seinen Nutzern abermals mehr Offenheit ab: Eine neue Funktion macht künftig sichtbar, wer einen Beitrag in einer Gruppe gelesen hat. Es ist nicht das erste Mal, dass das soziale Netzwerk seine Nutzer zu einer solchen Transparenz zwingt.

Es ist allgemein bekannt, dass Mark Zuckerberg, Gründer des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook, kein Verfechter der Privatsphäre ist. In öffentlichen Stellungnahmen hat der Unternehmensgründer und Milliardär das mehrfach deutlich gemacht.

Sein Unternehmen versucht sich seit Jahren an dem Kunststück, private Kommunikation in einem halböffentlichen Raum zu organisieren und verschiebt die Grenze zwischen öffentlich und privat dabei ständig neu - selten zu Gunsten des Privaten. Wer bislang davon ausgegangen ist, dass das nicht so schlimm sei, weil es keinen Zwang gibt, Dinge öffentlich zu machen, sieht sich sich nun möglicherweise getäuscht.

Eine neue Funktion des sozialen Netzwerks macht das Surfverhalten der Nutzer innerhalb Facebooks zumindest teilweise sichtbar: In Gruppen wird den Mitgliedern künftig versteckt unter einem Häkchen angezeigt, wer welchen Beitrag an der digitalen Pinnwand gelesen hat.

Damit haben Nutzer nicht länger die Wahl zwischen Veröffentlichung und Geheimhaltung ihrer Aktivitäten. Transparenz wird zumindest in einem Teilbereich des sozialen Netzwerks zu einem Standard, der sich nicht mehr deaktivieren lässt.

Ausweitung des Konzepts ist denkbar

Facebook hat angekündigt, die Funktion nach und nach für Deutschland freizuschalten. In anderen Ländern ist das teilweise bereits der Fall. Erst kürzlich hatte Facebook auch für Chats eine vergleichbare Funktion eingeführt.

Nun steht die Frage im Raum, ob das Unternehmen das Konzept auch auf weitere Teile des Netzwerks ausdehnen wird und ob damit künftig sichtbar wird, wer welches Profil und welches Statusupdate gelesen hat. Jahrelang tauchten auf Facebook immer wieder Apps auf, die den Nutzern versprachen, dies transparent zu machen. Tatsächlich aber ist es bislang nicht möglich einzusehen, wer auf welchem Profil gesurft ist. Ob Facebook eine solche Funktionalität künftig selbst anbietet, bleibt offen. Auf Anfrage äußerte sich Facebook dazu nicht.