Europas schnellster Supercomputer steht im Forschungszentrum Jülich. Wissenschaftler warten von dem von IBM gebauten Rechner mit dem Namen Jülich Blue Gene/L (JUBL) grundlegende Erkenntnisse in der Umwelt-, Energie- und Gesundheitsforschung.

Der Computer kann 45 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde ausführen. Das entspricht einer Rechenleistung von etwa 12.000 modernen Personalcomputern. Wissenschaftler sind bei sehr komplexen Fragestellungen auf Computersimulationen angewiesen. Mit Hilfe des Supercomputers können Klimaforscher beispielsweise berechnen, wie natürliche und nicht natürliche Gase in 15 Kilometern Höhe, in der Stratosphäre, miteinander reagieren. Diese Ergebnisse gehen als Baustein in die Klimamodelle ein.

Rechenpower satt: Der Direktor des Zentralinstitutes für Angewandte Mathematik des Forschungszentrum Jülich, Thomas Lippert, zwischen den Schaltschränken des neuen Supercomputers. (© Foto: dpa)

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"In Deutschland und Europa wird der Bedarf an Rechenzeit in den kommenden fünf Jahren tausendfach ansteigen", sagte der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, Professor Joachim Treusch. Deshalb müssten die Supercomputer auch weiterhin massiv ausgebaut werden. Mehr als 200 europäische Forschergruppen nutzen die Rechnerkapazität in Jülich. Zu den Investitionskosten für JUBL wurden keine Angaben gemacht.

Der Hochleistungsrechner arbeitet mit mehr als 16.000 Prozessoren. Mit seiner Leistung steht er nach Angaben des Forschungszentrums weltweit auf Rang 6 der zivilen Rechner. Der weltweit größte zivile Supercomputer steht in Livermore in Kalifornien und ist rund acht Mal so schnell wie der "kleine Buder" in Jülich. Der JUBL hat vier Türme, die in einer klimatisierten Rechnerhalle aufgebaut wurden.

Den Blue Gene Superrechner live erleben kann man auf der CeBIT in Hannover, die in dieser Woche beginnt. In Halle 1 Stand Nr. F41/F51 stellen Professor Thomas Lippert und sein Team JUBL vor und zeigen Anwendungen für Höchstleistungscomputer, die online gerechnet werden.

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(dpa)