Staatliche Konkurrenz für Google Iran entwickelt "islamisches Google Earth"

Iran hält nicht viel vom westlichen Internet. Deswegen baut es sich ein eigenes Netzwerk. Jetzt soll es auch einen Ersatz für den 3D-Kartendienst Google Earth geben.

Wenn es um das Internet geht, hat Iran bekanntlich recht eigenwillige Vorstellungen. Dienste wie Facebook, Twitter oder YouTube sind in dem Land gesperrt. Im vergangenen Monat riegelte das Regime in Teheran die letzte Möglichkeit ab, anonym im Netz zu surfen. Und im Dezember schaltete der Staat eine eigene Version von YouTube frei.

Doch damit nicht genug. Die iranische Regierung treibt die Nationalisierung des Netzes weiter voran. Jetzt ist angeblich das 3D-Kartenprogramm Google Earth an der Reihe. Wie der britische Guardian berichtet, arbeitet Teheran an einer "islamischen" Alternative zur beliebten Google-Software. Das Programm soll dem Bericht zufolge Basir heißen, was auf auf Deutsch "Beobachter" bedeutet.

"Wir geben unser Bestes damit das islamische Google Earth in den nächsten vier Monaten als staatlicher, islamischer Dienst startet, der für die ganze Welt zugänglich ist", sagte der Informations- und Kommunikationstechnologieminister Mohammed Hassan Nami laut Guardian. Iran entwickle den Dienst, weil Google Earth ein Spionagewerkzeug des Westens sei. Ein Vorwurf, den das Land schon öfter erhoben hatte.

Unklar lässt der Minister, wie der Dienst genau aussehen wird. Und was ihn zu einem islamischen Dienst macht. Auf alle Fälle sind vier Monate ein ambitionierter Zeitplan für ein solches Projekt. Hinzu kommt: Mit dem Ende der Amtszeit von Präsident Mahmud Ahmadinedschad endet auch die Amtszeit des Ministers. Das ist in zwei Monaten.