Eine Stichprobe beweist, dass iPhone- und Android-Apps weit mehr Informationen weitergeben, als die Besitzer ahnen - zum Erstellen von Werbeprofilen.
Smartphones kennen unser Umfeld wahrscheinlich besser als wir selbst: Unsere Textnachrichten und Kontakte speichern sie, haben wir sie mit Facebook synchronisiert, kennen sie auch weitere Daten unserer Freunde, beim Einsatz von GPS zudem noch unseren Standort.
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Internetfähige Mobiltelefone wie das iPhone sind ständig online - und geben dabei Informationen über Nutzer ohne deren Wissen weiter. (© REUTERS)
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Achtet der Besitzer genau darauf, welche Zugriffsrechte er seinen Apps gibt, sind diese Daten sicher - dies behaupten zumindest die Hersteller. Wie das Wall Street Journal nun herausgefunden hat, kann dieser Aussage kein Glauben geschenkt werden.
Die Autoren der US-Zeitung untersuchten bei 101 populären Smartphone-Applikationen, also Mini-Programme für internetfähige Handys, welche Informationen sie weiterverarbeiteten.
Das Resultat: 56 der Apps für Apples iPhone oder das Google-Betriebssystem Android übertrugen die Gerätenummer des Handys, ohne den Nutzer darüber zu informieren. 47 gaben den Aufenthaltsort weiter, fünf schickten sogar ungefragt Alter, Geschlecht und andere persönliche Daten an Dritte.
Die Informationen landen in der Regel bei Werbeunternehmen, die diese Daten dafür verwenden, passende Anzeigen zu schalten. Dabei erstellen sie aus den Informationen auch Profile, so zum Beispiel der US-Werbeanbieter Mobclix: Nach Angaben des Wall Street Journal wertet dieser Download und Nutzungsdauer von 25.000 Apps aus, um Zielgruppen für Werbeanbieter zu definieren. Die Smartphone-Besitzer werden dabei in 150 Kategorien wie "Öko-Enthusiasten" oder "starke Spieler" eingeteilt.
Was die Gerätenummer verrät
Ein "staker Spieler" ist beispielsweise 15 bis 25 Jahre alt, männlich, hat mehr als 20 Apps auf seinem Handy und benutzt diese jeweils mehr als 20 Minuten am Stück.
Mobclix, aber auch viele App-Anbieter argumentieren, dass die digitale Gerätenummer des Handys keine persönliche Information sei. Datenschützer entgegnen, dass die Nummer nicht einfach wie ein Cookie im Webbrowser gelöscht werden kann und deshalb stets mit einer Person, dem Handybesitzer, verknüpft sei. Das so erstellte Profil könne kombiniert mit einer Auswertung der Aufenthaltsorte eines Nutzers leicht zur Identifizierung führen.
Anders als bei Geodaten verlangen Apple und Google von Entwicklern nicht, in ihren Apps bei der Abfrage der Gerätenummern eine Erlaubnis der Nutzer einzuholen. Doch auch bei ortsbasierten Daten hat der Nutzer nur bedingt die Kontrolle: Gibt er einem Programm die Erlaubnis, diese zu verwerten, weiß er nicht, an wen die Informationen weitergegeben werden.
Umfassende Untersuchungen fehlen
Insgesamt, so eine weitere Erkenntnis, geben iPhone-Apps mehr Daten als Android-Apps weiter. Allerdings nutzt Google selbst Daten aus allen Applikationen, um passende Werbung durch seine Anzeigendienste Adsense und AdMob schalten zu können. Apple wertet für sein iAd-Programm Informationen aus dem iTunes Musik- und AppStore aus.
Eine umfassende Untersuchung zum Datenschutz bei mobilen Applikationen steht bislang noch aus. Die Autoren des Wall Street Journal betonen, dass es bei einer sechsstelligen Zahl solcher Mini-Programme unmöglich sei, aus den 101 getesteten Applikationen ein repräsentatives Fazit zu ziehen.
Allerdings steht zu befürchten, dass Datenschutz auch bei anderen App-Anbietern keine große Rolle spielt - zumal der Verkauf von zielgerichteter Werbung bei kostenlosen Programmen meist die einzige Einnahmequelle ist.
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(sueddeutsche.de/joku/holz)
Rekord in Deutschland
Benutzt keiner Apps? Ist jeder so sicher, dass "seine" Daten nicht in einem Profil gerastert werden. Sind die Smartphone-Nutzer "blind" vor lauter Apps-Vorteilen?
Hat keiner hier gelesen:
http://litfas.de/computertreff/identitaets-missbrauch.php
Vielleicht mal nützlich