Die einfache graue Maus hat ausgedient: Mit immer komplexeren Computerspielen steigt auch der Anspruch an das Zubehör.
Ein rechteckiges Ding mit vielen Tasten in einer undefinierbaren Farbe, die zwischen Beige und Grau angesiedelt ist - so sieht die Allerwelts-Computer-Tastatur aus. Daneben dann noch eine Maus, die sich farblich daran anpasst, und schon ist das Kommandozentrum für die Bedienung des Rechners komplett. Jedenfalls wenn es sich um einen Durchschnitts-Nutzer handelt.
Spezial-Kontroller: Mit kleinen Gewichten kann der Spieler die Maus nach Belieben verändern. (© Foto: Raptor)
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Seit geraumer Zeit findet auf vielen Schreibtischen aber eine Veränderung statt: Mit dem Siegeszug der Computerspiele sind Zubehör-Hersteller dazu übergegangen, spezielle Tastaturen und Mäuse für Spieler anzubieten. Die kommen dann nicht nur in schickem Design daher, sondern auch mit etlichen Zusatzfunktionen. Ob solche Extras auch die meist merklich höheren Preise rechtfertigen, ist umstritten.
Dass Anbieter mit ihren speziellen Spieler-Tastaturen tatsächlich Erfolge feiern können, zeigt das Beispiel der Marke Logitech. Denn wer einmal in den diversen Foren zu den verschiedensten Spielen stöbert, wird immer wieder auf eine Bezeichnung stoßen: G15. Diese Tastatur gilt manchem Gamer mittlerweile als Nonplusultra in Sachen Bedienung.
"Das G15 Gaming Keyboard ermöglicht dem Gamer eine größere Spielkontrolle", erklärt Tatjana Nuding von Logitech in Germering. Diese Kontrolle drückt sich unter anderem in Form eines Displays aus, das verschiedene Informationen aus dem Spiel oder auch dem Computersystem anzeigt. Außerdem gibt es sechs programmierbare Tasten, auf denen sich komplexere Bedien-Abläufe in Form sogenannter Makros zusammenfassen lassen. Und damit die Finger nicht ins Dunkle tappen, gibt es in drei Helligkeitsstufen illuminierte Tasten.
Maus und Tastatur für den Profi
Wie weit die Spezialisierung bei Tastaturen und Mäusen geht, zeigt sich beim Anbieter Raptor Gaming Technology in Hückelhoven (Nordrhein-Westfalen): Zielgruppe ist hier nicht vornehmlich der Gelegenheits-Spieler, vielmehr sieht man sich als Spezialist für den wachsenden Bereich des E-Sports. Damit ist jener Bereich gemeint, in dem das Spiel längst kein Spiel mehr ist, sondern ein Wettkampf, bei dem es auch um hohe Preisgelder geht.
"Bei solchen Wettbewerben kommt es auf Millisekunden an", sagt Raptor-Geschäftsführer Dirk Schunk. "Es gibt Spieler, die bis zu 600 Aktionen pro Minute ausführen." Und für diese Aktionen beziehungsweise Kommandos werden Tastatur und Maus genutzt. Damit dabei wirklich keine Zeit verloren geht, setzt man bei Raptor auch auf Edelmetalle. "Es gibt zum Beispiel Goldkontakte unter den Tasten, damit werden die Aktionen messbar um bis zu 30 Prozent schneller auf dem Bildschirm umgesetzt." Auch bei den Mäusen will man den Spielern Feintuning ermöglichen.
Dabei geht es nicht nur um verschiedene Größen oder die individuelle Einstellung der Gleiteigenschaften des Nagers auf dem Untergrund. Laut Dirk Schunk lässt sich bei bestimmten Modellen mit einsetzbaren kleinen Plättchen sogar das Gewicht der Maus in Stufen einstellen. So viel Detail-Verliebtheit führt auch dazu, dass sich der Hersteller nicht als bloßer Zubehör-Lieferant einstufen mag. "Wir sehen uns mehr als Sportgeräte-Hersteller", sagt Dirk Schunk.
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