Auch der deutsche Zoll verwendete bei seinen Ermittlungen Spähprogramme. Allerdings soll es sich dabei nicht um den umstrittenen Fund des Chaos Computer Clubs, sondern um eigene Software-Entwicklungen handeln. Ihnen soll eine entscheidende Funktion des Bayern-Trojaners fehlen.
Die Bundesregierung hat den Einsatz von Spionagesoftware bei den Zollbehörden in 16 Fällen eingeräumt. Der Zoll habe dabei "in einem engen rechtlichen Rahmen und nur zur Überwachung von verschlüsselten Telefonaten einen Trojaner verwendet", sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Kotthaus, in Berlin.
Bild vergrößern
Ein Zollbeamter durchsucht einen Koffer (Archivbild): Spionagesoftware in 16 Fällen genutzt. (© dapd)
Anzeige
In jedem der Fälle habe eine richterliche Anordnung vorgelegen, es sei dabei um die Verhinderung schwerer Straftaten gegangen. Jeder der Trojaner sei speziell für den jeweiligen Einzelfall entwickelt gewesen und habe allein zur Überwachung von Telefonaten über Computer wie etwa über den Anbieter Skype gedient.
Der Sprecher des Bundesinnenministerium, Jens Teschke, versicherte, dass der Einsatz von Spionagesoftware durch Bundesbehörden "vollkommen verfassungsgemäß" gewesen sei. Der Einsatz von Trojanern durch die Bundesländer werde noch geprüft.
Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter kündigte eine "rasche, sorgfältige und umfassende Prüfung" des Vorwurfs an, die Software sei in einigen Fällen rechtswidrig eingesetzt worden, weil ihre Spionagefunktionen das rechtlich erlaubte Maß überschritten hätten.
Auf Spezialunternehmen angewiesen
Das Bundesinnenministerium räumte ein, dass die Behörden bei der Spionagesoftware auf das Know-How von Spezialunternehmen angewiesen seien. Die "Expertise, das gesamte Programm zu entwerfen", sei bei den Sicherheitsbehörden "nicht vorhanden", sagte Sprecher Teschke.
Die in Auftrag gegebenen Programme würden aber von den Behörden getestet, um sicherzustellen, dass sie nur jene Funktionen haben, "wofür sie vorgesehen sind".
Die Bundesregierung bemüht sich inzwischen, den Eindruck eines koalitionsinternen Streits zwischen dem FDP-geführten Bundesjustizministerium und dem CSU-geführten Bundesinnenministerium zu zerstreuen.
"Kein Widerspruch" zwischen Ministern
Es gebe "keinen Widerspruch" zwischen beiden Ministern, sagte ein Specher von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die den Trojaner-Einsatz zuvor scharf kritisiert hatte. Es sei das "gemeinsame Anliegen, dass jetzt eine Sachaufklärung" geschehe. Streiter sagte, die Bundesregierung vertrete in der Frage eine "gemeinsame Linie".
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte am Dienstag die Bundesländer aufgefordert, die zuvor vom Chaos Computer Club (CCC) enttarnte Spionagesoftware nicht mehr einzusetzen.
Zunächst müsse geklärt werden, ob das Programm mehr könne, als gesetzlich zulässig sei. Die bayerische Landesregierung kündigte daraufhin an, bis zum Abschluss der Prüfung die umstrittene Software nicht mehr einzusetzen.
- Thema
- Staatstrojaner RSS
- Späh-Affäre Wie Bayern mit dem Trojaner Kleinkriminelle jagte 11.10.2011
- Bayern stoppt Staatstrojaner Friedrich weist Herrmann in die Schranken 11.10.2011
- Streit über Staatstrojaner Bayern ignoriert Urteil zur Schnüffelsoftware 11.10.2011
- Überwachungsprogramme in Bayern und Schleswig-Holstein Jedes Land späht anders 11.10.2011
- Trojaner zur Telefonüberwachung Freistaat Bayern verteidigt Spähangriff 11.10.2011
- Staatstrojaner Juristen und Aktivisten erhöhen Druck auf Online-Schnüffler 18.10.2011
- Staatstrojaner-Affäre Piratenpartei zeigt Bayerns Innenminister an 17.10.2011
(sueddeutsche.de/AFP)
Surfrider Beach in Malibu
Im Artikel steht:
"Es gebe "keinen Widerspruch" zwischen beiden Ministern, sagte ein Specher von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die den Trojaner-Einsatz zuvor scharf kritisiert hatte. Es sei das "gemeinsame Anliegen, dass jetzt eine Sachaufklärung" geschehe. Streiter sagte, die Bundesregierung vertrete in der Frage eine "gemeinsame Linie". "
Natürlich gibt es erhebliche Differenzen zwischen den Ministerien. Es wird gelogen, dass die Balken biegen.
Im Artikel steht ferner:
"Zunächst müsse geklärt werden, ob das Programm mehr könne, als gesetzlich zulässig sei. Die bayerische Landesregierung kündigte daraufhin an, bis zum Abschluss der Prüfung die umstrittene Software nicht mehr einzusetzen."
Warum eigentlich?: Herr Herrmann bestätigt doch laufend, dass alles rechtskonform und in Ordnung wäre. Oder vielleicht doch nicht?
natürlich ;)
hatte dem verfassungsschutz per email geschrieben, wieso sie nicht die csu und cdu beobachten und ob wir eigentlich in einer banenenrepublik leben.
hier die antwort
"ich bestätige den Eingang Ihrer heutigen E-Mail und bedanke mich für Ihre Anfrage.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat gemäß § 3 Bundesverfassungsschutzgesetz die Aufgabe, Informationen über verfassungsfeindliche und sicherheitsgefährdende Bestrebungen sowie Tätigkeiten fremder Nachrichtendienste gegen die Bundesrepublik Deutschland zu sammeln und auszuwerten, um insbesondere die Bundesregierung über die Sicherheitslage zu unterrichten. Im Rahmen dieser engen gesetzlichen Vorgaben werden Parteien und Organisationen mit politisch-extremistischer Zielsetzung vom BfV beobachtet.
Eine Prüfung des von Ihnen vorgetragenen Sachverhalts hat ergeben, dass das BfV daher nicht in Ihrem Sinne tätig werden kann.
Ich bitte um Verständnis, das ich Ihnen keine andere Antwort geben kann."
also haben alle, außer linke und npd, ein freifahrtschein um das grundgesetz zu brechen, verstehe ich das richtig?