Soziale Medien Facebook bevorzugt Freunde - auf Kosten von Unternehmen

  • Mit einer Änderung seines Algorithmus will Facebook Beiträge von Freunden fördern.
  • Statt Beiträgen von Unternehmen und Medien sollen soziale Interaktionen im Vordergrund stehen.
  • Seitenbetreiber müssen jetzt um ihre Reichweite fürchten.

Facebook will die Beiträge von Freunden im Vergleich zu den Meldungen von Unternehmen und Medien stärker in den Vordergrund rücken. Dafür würden nach und nach die Algorithmen verändert, die für die Anordnung der einlaufenden Neuigkeiten im zentralen "News Feed" verantwortlich seien, schrieb Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Donnerstagabend in einem Facebook-Beitrag. Werbeanzeigen seien von den Änderungen nicht betroffen.

Schon seit Jahren priorisiert das weltgrößte Online-Netzwerk mit fast 2,1 Milliarden Nutzern Beiträge, die Nutzer zu Kommentaren, Reaktionen oder zum Teilen anregen. Oft waren das virale Inhalte von professionellen Anbietern. Künftig sollten sich die Produktteams nicht mehr nur auf die Relevanz der Beiträge fokussieren, sondern den Facebook-Mitgliedern dabei helfen, "bedeutsamere soziale Begegnungen" zu haben, schrieb Zuckerberg. Die Interaktion zwischen Nutzern soll also noch höher bewertet werden.

Interaktion mit echten Menschen wieder im Vordegrund

Facebook zielt damit auf ein größeres Problem des Netzwerks: Die Interaktion auf der Seite sinkt beständig, Nutzer konsumieren die Inhalte eher passiv. Facebook will sie aber so lange wie möglich auf der Seite halten. Interaktionen der Nutzer sind also nach wie vor das Ziel - in Zukunft wird es dabei aber einen Fokus auf der Interaktion würdige Beiträge von Freunden und Verwandten geben.

Die Ankündigung kommt für Unternehmen und andere Betreiber von Fanseiten nicht überraschend. Schon in der Vergangenheit hatte Zuckerberg immer wieder durchblicken lassen, die Interaktion mit echten Menschen auf Facebook wieder in den Vordergrund stellen zu wollen. Viele Anbieter befürchten jetzt, ihre Fans und Kunden nicht mehr so gut wie vorher über das Netzwerk erreichen zu können, einigen könnten Umsatzeinbußen drohen, wenn sie sich zu sehr von Facebook abhängig gemacht haben.

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