Wer einen ungewöhnlichen Namen hat oder genauso heißt wie ein Star, hat es schwer bei Facebook. Das soziale Netzwerk löscht vermeintliche Fake-Accounts sofort.

Zwei Jahre lang hat sich Alicia Istanbul bei Facebook mit Freunden und Bekannten vernetzt. Auf einmal aber war ihr Account gesperrt. Von einem Tag auf den anderen war damit nicht nur ihre Verbindung zu 330 Personen abgeschnitten - unter ihnen viele, zu denen sie keinen anderen Kontakt hatte als Facebook. Auch die Werbeseite für ihr Schmuckgeschäft, die sie dort eingerichtet hat, war nicht mehr zugänglich.

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Alicia Istanbul wurde zum Verhängnis, dass sie einen ungewöhnlichen Namen hat. Und Facebook hat gerade eine Kampagne gestartet, alle "fake accounts" zu löschen, also Nutzerkonten, die nicht wie gefordert den richtigen Namen angeben haben.

Für dieses Anliegen hat Istanbul ja Verständnis. Aber ganz und gar nicht verstehen kann sie, warum Facebook sie nicht einfach gefragt hat. "Sie sollten vorher wenigstens einen Warnhinweis schicken", klagt sie. "Ich war dort den ganzen Tag unterwegs. Ich habe mein gesamtes soziales Netz darauf angelegt. Und das ist es ja schließlich, was Facebook auch will."

Das Problem mit den Namen von Accounts macht deutlich, dass Facebook zunehmend Schwierigkeiten hat, angesichts der gewaltigen Menge von mehr als 200 Millionen Nutzern seine Regeln durchzusetzen. Diese wurden in einer Zeit aufgestellt, als es noch sehr viel weniger Mitglieder gab und als Facebook noch eine ziemlich einheitliche Community mit akademischer Ausrichtung war.

Um sicherzustellen, dass sich die Mitglieder auch wirklich mit ihrem richtigen Namen anmelden, führt Facebook eine ständig aktualisierte Schwarze Liste mit Namen, die bei der Anmeldung nicht akzeptiert werden.

Protestgruppe mit mehr als 3000 Mitgliedern

Auf der Liste stehen sowohl fiktive Figuren wie Batman als auch Namen von Personen, die gerade Schlagzeilen machen wie etwa die schottische Amateursängerin Susan Boyle. Zwar gibt es bei Facebook schon länger einige Mitglieder mit diesem Namen. Seit die 47-Jährige berühmt geworden ist, ist es aber für Trägerinnen dieses Namens nicht mehr so einfach, einen Account bei Facebook einzurichten.

Facebook-Sprecher Barry Schnitt räumt ein, dass es im Umgang mit Nutzernamen zu Fehlern gekommen sei. Er entschuldigt sich für alle Schwierigkeiten, die deswegen entstanden sind. Aber solche Fälle wie der von Alicia Istanbul seien sehr selten. Deswegen verzichte Facebook auch auf Hinweise zu der bevorstehenden Schließung.

Bei der sehr großen Mehrheit von Personen, deren Account wir stilllegen, hören wir nie wieder etwas davon." Weil Facebook weltweit nur etwa 850 Mitarbeiter hat, dauert es lange, bis es auf Beschwerden eine Antwort gibt. Alicia Istanbul, deren Familie tatsächlich aus der türkischen Stadt stammt, sagt, es habe drei Wochen gedauert, bis ihr Account wieder aktiv war. Erst schrieb sie E-Mails, dann schickte sie auf dem Postweg Beschwerdebriefe an insgesamt zwölf Facebook-Angestellte.

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