Von Mirjam Hauck

Wer auf Passwörter wie "Mausi" oder "12345" setzt, muss sich nicht wundern, wenn der eigene Rechner geknackt wird. Doch gibt es das perfekte Passwort?

Wer Barack Obamas Twitter-Nachrichten abonniert hat, musste sich Anfang Januar sehr wundern. Für die Teilnahme an einer Online-Umfrage verteilte der US-Präsident Benzingutscheine im Wert von 500 Dollar. Auch Britney Spears und Lance Armstrong zwitscherten plötzlich pubertäre und alberne 140 Zeichen. Wenige Tage später war das Rätsel gelöst: Ein 18-jähriger Student hatte den Webdienst geknackt und für Obama getwittert. Mit einem einfachen Tool aus dem Internet hatte der Hacker das noch simplere Passwort einer Twitter-Administratorin ausgespäht. Es lautete schlicht: Happiness.

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Gibt es das perfekte Passwort? (© Foto: iStock)

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Mit dieser nachlässigen Einstellung in puncto Passwort-Sicherheit ist die Twitter-Administratorin kein Einzelfall. Viele Internetnutzer greifen bei ihren Zugangsdaten für den eigenen oder den Firmen-PC, für das Mail-Programm oder das Online-Banking auf simple Wörter oder Zahlenfolgen zurück: Das eigene Geburtsdatum, "123456" oder einfach nur "Passwort" sind die beliebtesten Passwörter der Deutschen. Gerne genutzt werden auch "Bello" oder "Lassie" - der Name des eigenen Haustiers, "Mallorca" oder "Türkei" - das Reiseziel des letzten Sommerurlaubes oder "Mausi" und "Schatzi" - Kosenamen für  Familienmitglieder.

"Iba32iGg" oder besser "Ah1EndWh2"?

Dabei wimmelt es in Ratgebern und im Internet nur so von guten Tipps, wie ein sicheres Passwort aussehen soll. Viel schwerer zu knacken seien laut Experten beispielsweise "Iba32iGg" oder auch "Ah1EndWh2" - sie enthalten neben Groß- und Kleinbuchstaben auch Zahlenkombinationen. Ein einfacher Wörterbuch-Angriff - also ein Hack, bei dem hunderttausend Wörter ausprobiert werden, kann sie nicht knacken.

Neben der Sicherheit sollen sie auch das Kriterium erfüllen, das "Mausi" und Co so beliebt macht. Man soll sie sich sogar merken können: "Iba32iGg" steht für "Ich bin am 3.2. in Gelsenkirchen geboren", "Ah1EndWh2" heißt übertragen in einen kompletten Satz "Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei".

Für Werner Degenhardt, Psychologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der im Bereich IT-Sicherheit forscht, sind diese Ratschläge zwar gut gemeint, letztlich aber unbrauchbar: "Passwörter sind entweder unsicher oder unbenutzbar. Niemand kann sich viele komplizierte Zugangsdaten für verschiedene virtuelle Umgebungen merken."

Für Degenhardt sind Passwörter sogar die schlechteste Authentifizierungslösung, die es gibt. "Man hat sie von der analogen in die digitale Welt übernommen - ohne die Qualität des Werkzeugs zu verändern. Im virtuellen Raum könne man mit einem Passwort einfach nicht überprüfen, ob es auch der tatsächlich Zugangsberechtigte eingegeben hat. Wer wirklich angreifen wolle, dem gelinge es. "Absolute Sicherheit gibt es nicht".

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