Natur genießen statt Tasten drücken, Freunde treffen statt Internet surfen, das fordern die Organisatoren des "Shutdown Day". Am 24. März soll der Computer aus bleiben - weltweit.

Ist ein Tag ohne Computer in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich? Genau dieser Frage wollen die Organisatoren des "Shutdown Day", Denis Bystrov und Michael Taylor, auf den Grund gehen.

shutdown day

(© Foto: iStockPhoto)

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Der Aktionstag findet am Samstag, den 24. März statt. Da der Rechner aus der geschäftlichen Welt mittlerweile unmöglich wegzudenken ist, entschieden sich die Initiatoren für einen Samstag. Sie rufen Computeranwender auf der ganzen Welt auf, an ihrem Experiment teilzunehmen, einen Tag ohne Computer zu verbringen und sich stattdessen mit Freunden zu treffen oder die Natur zu genießen.

"Ich selbst kann und will nicht mehr ohne meinen Computer leben", gibt Taylor zu. "Ich verbringe viel Zeit in Chats anstatt mich mit meinen Freunden persönlich zu treffen. Manchmal verzichte ich darauf, ein ordentliches Essen zu kochen, weil ich Nachrichten lesen oder die aktuellsten Videos auf YouTube sehen will." Viele Eltern verbrächten mehr Zeit vor dem Rechner als mit ihren Kindern zu spielen und umgekehrt, so Taylor.

Der Shutdown Day soll auf keinen Fall belehren, an Computernutzung sei nichts Falsches. "Allerdings wäre es interessant, einen Tag lang darauf zu verzichten und zu sehen, was passieren wird", erläutert Taylor die Hintergründe zur Initiative.

Die äußerst positiven Reaktion haben Taylor überrascht: "Ich dachte zuerst, Zustimmung und Ablehnung würden sich die Waage halten. Über 40.000 Einträge auf News-Seiten, Blogs und Foren innerhalb der ersten Woche sind aber überwältigend. 90 Prozent davon waren sehr positiv."

Mittlerweile haben sich über 13.000 Internetuser aus aller Welt dem Ansinnen von Bystrov und Taylor angeschlossen. Nur gut 2.000 sagen hingegen: "Nein, ein Tag ohne Computer kommt für mich nicht in Frage." Auch die Verweigerer stimmen der Aktion aber teilweise zu.

"Kürzlich erreichte mich ein E-Mail aus Indien. Ein Mann schrieb, er könne leider aufgrund seiner Arbeit nicht teilnehmen, würde jedoch einfach den darauffolgenden Tag computerfrei gestalten", freut sich Taylor.

Auf der Webseite kann man bereits jetzt angeben, ob ein computerloser Tag in Frage kommt und was man am betreffenden Samstag stattdessen unternehmen will. Zudem bietet die Seite die Möglichkeit, seine Videodokumentation über die Aktivitäten ohne PC zu veröffentlichen. Auf der Shutdown-Day-Hompeage kann man den entsprechenden YouTube-Link hinterlassen.

"Mal sehen wer mich anruft, weil er seinen PC ausgemacht hat und etwas unternehmen will", meint User webdiverblue, der gespannt ist, was ohne Computer passieren wird. "Nein, das geht nicht wirklich", schreibt hingegen Sebi. "Ich habe den Rechner so gut wie immer an, höre Musik und arbeite viel damit." Bis zum 24. März kann man sich auf der Webseite einen Blick verschaffen, wie wichtig der Rechner in der heutigen Zeit für die Internet-User geworden ist.

Im Shutdown-Forum geben User dennoch Tipps zur Freizeitgestaltung. Zudem wird auf Microsoft-Chef Bill Gates verwiesen, der seinen Kindern Computer-freie Zeiten vorschreibt. Ein Widget für Mac OS X steht zum Download bereit. Es zählt die verbleibenden Tage bis zum großen Abschalten.

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(sueddeutsche.de/pte)