Rosedale: Im Web sind Sie immer allein, in einer virtuellen Welt nur selten - die Chance, Hilfe zu bekommen, ist also groß. Wenn die Technik es schafft, die Internetgemeinde zu vereinen, wird sie die Nummer eins sein. Sie wird das, was wir heute als World Wide Web kennen.
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SZ: Aber wie unterhält man sich denn mit einem Chinesen, der keine Fremdsprache spricht?
Rosedale: Mittlerweile gibt es ganz gute Übersetzungshilfen für geschriebenen Text. Und irgendwann einmal wird es vielleicht auch Programme geben, die gesprochene Sprache simultan übersetzen.
SZ: Das könnten dann auch Terroristen unterschiedlicher Herkunft nutzen. Beim FBI gibt es bereits die Sorge, dass Verbrecher sich in virtuellen Welten treffen, um ihre Aktivitäten zu planen.
Rosedale: Die Idee ist zwar verwegen, aber sehr unrealistisch. In virtuellen Welten hinterlässt man mehr Spuren als in der wirklichen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass schwere Verbrechen in Second Life geplant werden, weil es sehr wahrscheinlich ist, dass man gefasst wird.
SZ: Immer wieder hört man aber von Nutzern, die mit Schadprogrammen um ihren Besitz gebracht wurden.
Rosedale: Virtuelle Welten sind auch nicht anfälliger für Betrugsversuche als das Internet. Es gab einige Fälle, bei denen Betrüger Programme eingesetzt haben, aber das haben wir unterbunden. Was es gibt, sind Tricks, wie wir sie auch aus dem normalen Netz kennen, wo Leute mit betrügerischen E-Mails versuchen, an Passwörter zu kommen.
SZ: Über Second-Life-Zugänge wurden auch Kinderpornos getauscht.
Rosedale: Das war einer der Fälle, der schnell aufgeklärt wurde - andere Nutzer haben es gemeldet, und unsere Toleranz als "Regierung" von Second Life ist da gleich null. Wir geben die Daten solcher Nutzer an die Behörden weiter.
SZ: In Second Life kann sich jedes Kind anmelden.
Rosedale: Die Altersverifikation ist schwieriger als wir dachten. In jedem Land, in den USA sogar in jedem Bundesstaat, gelten andere Gesetze. Das ist weniger eine technische Herausforderung. Man muss sich aber auf globaler Ebene über eine Gesetzgebung verständigen und auch darüber, welche Daten die Menschen bereit sind, dafür preiszugeben.
SZ: Zahlen sollen sie ja auch noch. Was ist ihre Haupteinnahmequelle?
Rosedale: Wir verdienen immer noch das meiste Geld mit dem Vermieten von virtuellem Land. Künftig wollen wir den Leuten gegen Gebühr ermöglichen, mehrere virtuelle Welten zu nutzen, ihr Geld, ihre Sachen und ihren virtuellen Körper können sie dabei mitnehmen. Auch die Suche innerhalb von Second Life könnte durch Anzeigen ein Geschäft werden.
SZ: Warnen Sie Nutzer, bei denen Sie Muster von Onlinesucht erkennen?
Rosedale: Second Life ist ja kein Online-Spiel, also hat es nicht so den Suchteffekt. Viele Nutzer betreiben ihren Zugang geschäftlich - das können wir ja schlecht verbieten, oder? Wir würden uns auch nicht wohl dabei fühlen, die Nutzer so genau zu überwachen.
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(SZ vom 11.10.2008/mri)
Rekord in Deutschland
[Quote=FaithFux]
Rosedale täte also gut daran, wenn er seine Strategie änderte und eine Art SecondLife-Server frei verfügbar (nicht unbedingt komplett OpenSource) zur Verfügung stellte, den jeder sich selbst herunterladen, erweitern und mit einem SecondLife-Netz verbinden könnte.
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Du hast dich noch nicht wirklich mit SL beschäftigt, oder? Ansonsten hätte dir das Open Source Portal auffallen müssen: http://wiki.secondlife.com/wiki/Open_Source_Portal
TH
P.S. Interessant bzw. lustig finde ich auch immer wieder, das in Onlineforen und Portalen das hohe Lied des "realen" Lebens gesungen wird.
Diese Entscheidung ist für absehbare Zeit erstmal gefallen. Das WWW ist der Dienst, über den die meisten Firmen und Privatleute das Internet produktiv nutzen. So gut wie jeder Dienst (Email, Dateiübertragung, Suche, ...) für den es dereinst eigene Diensttypen gab, existieren mittlerweile entsprechende WWW-Anwendungen. Teilweise haben diese den ursprünglichen Dienst schon verdrängt, weil es einfach effizienter ist, aus einer Desktop-Anwendung (Browser) heraus alle Webanwendungen nutzen zu können.
Manche Geschäftsmodelle lassen sich vielleicht noch in virtuelle 3D-Welten hineindenken, wie z.B. Onlinepräsentationen und -konferenzen über mehrere Länder hinweg etc.
Aber auch hier benutzen die meisten WWW-basierte Anwendungen, wie z.B. WebEx, da diese schlichtweg mit Bordmitteln eines normalen Rechners / Terminal Servers funktionieren, ohne relativ aufwändige 3D-Grafik-Applikationen anzuwerfen.
Im Web haben sich auch so gut wie immer jene Standards durchgesetzt, die relativ einfach und vor allem kostenlos von Anwendern im Netz adaptiert und mit bestehenden Systemen verbunden werden konnten. WWW-Technologien wie PHP sind auch hier ein Beispiel!
Rosedale täte also gut daran, wenn er seine Strategie änderte und eine Art SecondLife-Server frei verfügbar (nicht unbedingt komplett OpenSource) zur Verfügung stellte, den jeder sich selbst herunterladen, erweitern und mit einem SecondLife-Netz verbinden könnte.
Business-Technologen kennen ihre Bedürfnisse und würden für eine gute Adaption sorgen. Für Spielebegeisterte wäre Ähnliches möglich. Und der Akteur der Welt könnte entscheiden, in welches "Land" der SecondLife-Welt er reisen möchte, um mit anderen zu interagieren.
Für virtuelles Land und imaginäre Gegenstände werden wohl nur ein paar Exzentriker Geld ausgeben.
Hinter jedem Programm, auch einer virtuellen Welt, muss auch immer mindestens eine konkrete Anwendungsidee stecken, sonst finden sich keine Anwender!
Also gab es Wochenende 71.000, die ihre Freizeit am Computer in einer virtuellen Welt verbracht haben, anstelle die reale zu genießen. Nicht viel für über 1 Milliarde potentielle Virtuelle. Ich vermute die Leute haben nach dem neugierigen Schnuppern mitbekommen, dass reale Biere, echtes Kuscheln, ein Rockkonzert in der Menge über eine gute PA-Anlage, etc. was anderes sind als Bildschirm, Maus, und Monitor.
Schnee von gestern, so schnell geht das im Netz.
Die Idee das genau SEINE Plattform die EINE Plattform wird, auf der die Welt miteinander kommuniziert, die hat ja jeder Chef einer Community....
Das glauben auch die Herren von Facebook, StudiVZ, OpenBC/Xing usw.
Ausserdem gibt es ja noch eine ganze Reihe von Kommunikationsprogrammen, wie Skype, Messenger, IRC usw., die auch ihren Anteil an der Internet-Kommunikation haben....
Und Blizzard Entertainment hat in WoW noch viel mehr Kunden als SecondLife ....
Also Herr Rosedale, bleiben Sie mal auf dem Teppich!