Von Thorsten Riedl

Viele Nutzer haben die hochgejubelte Internetplattform Second Life verlassen, doch der neue Firmenchef meldet Rekordumsätze.

München - Muss man noch über Second Life reden? Mark Kingdon ist auf diese Frage vorbereitet, als neuer Chef der virtuellen Welt bekommt er sie dieser Tage häufiger gestellt. "Klar", sagt er und räuspert sich, "es gibt eine Menge interessanter Entwicklungen in Second Life."

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Second Life: Dem Online-Spiel fehlen Web-2.0-Anwendungen, wie sie aus Netzwerken bekannt sind. (© Foto: dpa)

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Die nachgebildete Welt im Internet war zu Beginn des vergangenen Jahres der heißeste Trend - inzwischen hat sie sich weitestgehend geleert. Second Life ist nicht mehr so gefragt.

Der 45-jährige Kingdon will das ändern und punktet mit einer erstaunlichen Erkenntnis: Von Konjunkturabschwung kann in der Web-Welt keine Rede sein. "Bei uns gibt es keine Finanzkrise", sagt Kingdon. Die Nutzer seien zwar weniger geworden, aber noch nie hätten sie so viel Geld ausgegeben wie im letzten Quartal.

Second Life, das ist eine dreidimensionale Welt im Internet. Es gibt Berge, Täler, Ebenen, einen Himmel, das Meer, Häuser und Straßen. In dieser Landschaft bewegen sich Avatare, Computerfiguren mit meist menschlichem Aussehen, die von ihren Besitzern über den Computer gesteuert werden.

Über eine an den Dollar gekoppelte Währung verfügt die Parallelwelt sogar über ein Wirtschaftssystem. Weil es zwar verschiedene solcher virtuellen Angebote im Internet gibt, echtes Geld zu verdienen bei den anderen aber bis dato nicht möglich war, sorgte die 2003 ins Netz gestellte Plattform für Aufsehen: Entsteht hier eine neue Form des Internet?

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