Samsung Galaxy Note 10.1 im Kurztest Tablet-Computer für Schreibfreudige

Das Galaxy Note 10.1 von Samsung kommt mit einem Vierkernprozessor und einem 10-Zoll-Bildschirm. Doch das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist der mitgelieferte Stift. Macht er den Unterschied?

Von Helmut Martin-Jung

Ganz so verkehrt wie der verstorbene Apple-Mitbegründer Steve Jobs das immer sah, waren Stifte zur Bedienung von Berührungsbildschirmen gar nicht - das legt nicht zuletzt auch der Erfolg von Samsungs Sieben-Zoll-Tablet Galaxy Note nahe. Schon im Februar hatte der südkoreanische Konzern ein Modell mit Zehn-Zoll-Bildschirm gezeigt, auf den Markt kommt es allerdings erst jetzt.

Das Galaxy Note 10.1 setzt auf den Stift als Alleinstellungsmerkmal.

(Foto: AFP)

Wunder, so heißt es, dauern etwas länger, doch wirklich magisch ist an dem hübsch gestalteten und gut funktionierenden Geräten dann doch nichts. Im Vergleich zu dem Prototypen, den Samsung im Februar gezeigt hatte, haben die Ingenieure zwar noch ein wenig draufgelegt. Ein Prozessor mit vier statt zwei Kernen steckt nun in dem Tablet, auch der Hauptspeicher wurde von einem auf zwei Gigabyte erweitert. Das Betriebssystem - Android in der Version 4.04 - läuft damit ziemlich flüssig. Noch besser wäre in dieser Hinsicht die nächste Android-Version, doch bis die auf das große Note-Tablet kommt, wird einige Zeit vergehen. Denn Samsung hat über das Betriebssystem seine eigene TouchWiz-Oberfläche gelegt und die Anpassung dauert in der Regel Monate.

Den Stift hat Samsung seitlich am Gerät untergebracht. Zieht man ihn heraus, wird auch die Digitizer-Funktion des Bildschirms aktiv. Ins Display ist dabei eine zusätzliche, druckempfindliche Schicht eingearbeitet, die erkennt, wie stark man mit dem Stift aufdrückt. Außerdem kann man die Spitze des Stifts tauschen. Beim Zeichnen oder Schreiben macht es nichts, wenn der Handballen auf dem Display aufliegt, allerdings sprach bei unseren Tests der Stift manchmal nicht an.

Bildschirm kein Vergleich zum Apple-Display

Seinen vollen Nutzen entfaltet der Stift nur mit den richtigen Apps. Samsung liefert bereits einige mit, darunter beispielsweise S Note, das auch Handschriften erkennt - wenn man nicht zu sehr schmiert -, mathematische Formeln und auf Wunsch ein halbwegs genau gezeichnetes Objekt, etwa einen Kreis, in eine Reinzeichnung umwandelt. Mit an Bord ist auch Adobes Photoshop Touch, das sonst acht Euro kostet.

Der Bildschirm ist mit seiner Auflösung von 1280 mal 800 Bildpunkten nur Durchschnitt, kein Vergleich mit Apples Retina-Display (2048 mal 1536 Bildpunkte). Dennoch hält der Akku des iPads länger - bleibt als Unterscheidungsmerkmal also der Stift. Wem diese Möglichkeit wichtig ist, der sollte sich Samsungs Pad ansehen und vielleicht ein wenig warten. Denn der derzeit verlangte Einstiegspreis von 599 Euro für das Modell mit Wlan (ohne UMTS) dürfte sich auf Dauer nicht halten lassen.