Der Strichcode, mit dem Hersteller ihre Produkte seit 30 Jahren kennzeichnen, erhält Konkurrenz: Mit kleinen Funkchips soll in Zukunft der Warenfluss zurückverfolgt werden.
Er sieht aus wie ein Zebrastreifen und findet sich auf nahezu allen Produkten. Auf Chipstüten ebenso wie auf Joghurtbechern, auf Etiketten von Pullovern oder Autoreifen - der Barcode.
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Der Strichcode auf Waren könnte schon bald ausgedient haben. (© Foto: AP)
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Seit der Wuppertaler Gewürzhersteller Wichartz seine Produkte vor 30 Jahren als Erster in Deutschland mit unterschiedlich dicken Balken und Zwischenräumen markierte, ist die Streifenoptik zu einem weltweiten Standard für die Kennzeichnung von Artikeln geworden. Lebensmittelhersteller wie Unilever, Nestlé und Oetker waren die Vorreiter. Im Handel sorgten vor allem die Konzerne Metro und Rewe dafür, dass sich der Barcode etablierte. Andere Branchen folgten mit Verzögerung.
Die Striche und Lücken stehen für eine bestimmte Zahlenfolge. Wenn die Kassierin im Supermarkt mit ihrem Scanner über die Balken fährt, setzt sie ein Räderwerk in Gang. Der Scanner tastet den Strichcode mit seinem Laserstrahl ab und liest ihn auf diese Weise maschinell ein.
Bestände stets im Blick
Die Kasse zeigt daraufhin den Preis des Produkts an. Außerdem registriert sie die verkauften Mengen und übermittelt diese Informationen auf elektronischem Wege an die Einkaufsabteilung. Auf diese Weise haben die Mitarbeiter dort die Warenbestände stets im Blick und können fehlende Artikel frühzeitig nachbestellen.
"Mit dem Barcode sprechen die Unternehmen eine gemeinsame Sprache und können ihre Geschäftsabläufe aufeinander abstimmen", sagt Jörg Pretzel, Geschäftsführer von GS1 Germany, einem nicht auf Gewinnerzielung ausgerichteten Unternehmen, das in Deutschland für die Vergabe der Artikelnummern zuständig ist.
Information auf paperdünnem Funkchip
Das System hat aber Lücken. Sehr kleine Produkte, etwa Kosmetik- oder Schmuckartikel, bieten wenig Platz, um einen Code mit 13 Stellen wie er für Konsumartikel üblich ist, zu befestigen.
Außerdem ist der Strichcode ungeeignet, um frisch abgepackte Ware etwa an der Wurst- oder Fleischtheke zu kennzeichnen. Deshalb arbeiten die Entwickler bei GS1 Germany intensiv an der nächsten Generation des Barcodes. Der sogenannte GS1 Data-Bar ist um die Hälfte kleiner als der herkömmliche Strichcode. "Er wird ab 2010 im Handel sein", prognostiziert Jürgen Schade, der bei GS1 Germany für den Bereich Internationale Artikelnummern zuständig ist.
Doch auch diese Miniversion des Zebrastreifens auf den Produkten wird auf lange Sicht abgelöst werden. Computerexperten tüfteln derzeit gemeinsam mit Fachleuten aus Handel und Industrie an einer High-Tech-Version des Barcodes.
Dieser elektronische Produktcode verfügt neben den bekannten Ziffern noch über eine Seriennummer, mit der sich jede Wareneinheit eindeutig identifizieren lässt. Diese Information wird auf einem papierdünnen Funkchip gespeichert, der mit Hilfe der Funktechnologie berührungslos gelesen werden kann. Dahinter verbirgt sich die sogenannte Radiofrequenz-Technologie, kurz RFID-Technik.
Vorläufig noch nicht wirtschaftlich
Wenn etwa ein Joghurtbecher einen solchen Chip trägt, lässt sich nachvollziehen, von welchem Bauern die Milch stammt oder wann der Becher abgefüllt wurde. Der Chip überwacht auf dem Transport vom Hersteller zum Händler die Kühltemperatur und schlägt Alarm, wenn es im Laderaum des Lkw zu warm wird. Doch so weit ist es noch lange nicht. Bisher nutzen Handel und Hersteller RFID-Chips lediglich, um Paletten und Versandkartons zu kennzeichnen.
Bis jedes Produkt statt des Barcodes einen Chip aufweist, ist es noch ein weiter Weg. Das hat vor allem mit den Kosten zu tun. Zwar ist der Preis für einen Chip seit 2003 von 40 Cent auf acht Cent gefallen. Und dieser Trend wird sich fortsetzen.
Aber die Nutzung der RFID-Technik erfordert weitere Investitionen, etwa in die Lesegeräte. GS1-Geschäftsführer Pretzel rechnet deshalb damit, dass der Barcode in den nächsten Jahren zunächst nur bei hochwertigen Produkten, etwa teuren Textilien oder Sportgeräten, von einem Minichip abgelöst wird.
Bei vielen Lebensmitteln sei der Einsatz der neuen Technik vorläufig noch nicht wirtschaftlich. Deshalb ist sich Pretzel sicher: "Den Strichcode wird es auch in 30Jahren noch geben."
(SZ vom 17.06.2007)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
Einer der fuehrenden Wissenschaftler, die den ersten linearen Barcode entwickelt haben, wie im Bericht von Tresuarer beschrieben hat fuer die Firma ScoringAg.com den Barcode weiterentwickelt mit dem Waren ohne teuren RFID Chip zurueckverfolgt werden koennen.
Erstens ist es billig, zweitens kann nichts gefaelscht werden, weil sich beim Eingeben der Daten in die Datenbank der Barcode entwickelt und direkt von der Seite ausgedruckt und auf das Produkt oder Container geklebt werden kann. Kein RFID Chip noetig, der sowieso nicht die genoetigten Informationen enthaelt um ein Produkt mit allen Zutaten zurueckzuverfolgen.
Wenn das funktionieren wuerde, braeuchte man ja nichts mehr entwickeln.
Die RFID-Welt hat einige Großlager schon erreicht und dort den Personalbestand mächtig ausgedünnt.
Wenn diese Technik den Konsumenten erreicht - und sie wirds tun -, können wir uns von den kümmerlichen Resten des Datenschutzes verabschieden.
Ergänzungen:
...Außerdem ist der Strichcode ungeeignet, um frisch abgepackte Ware etwa an der Wurst- oder Fleischtheke zu kennzeichnen.
Ich arbeite seit mehr als einem Jahrzent in der Lebensmittelbranche und ungeeignet trifft da generell nicht zu. Mitunter unvorteilhaft, oder komplizierter/zeitaufwendiger in der Erfassung der Einzelartikel wäre da eher zutreffend.
1949 Erste Versuche mit der Barcode-Technologie von Joseph Norman Woodland und Bernard Silver. 1973 Einführung des UPC in Nordamerika. 1976 Einführung des EAN-Code in Europa.
In einer Filiale der amerikanischen Supermarktkette Marsh wurde am 26. Juni 1974 in Troy, Ohio das erste mit einem Strichcode markierte Produkt, eine 10er Packung Juicy Fruit des Herstellers Wrigley, von einer Scannerkasse erfasst und verkauft.
In der Schweiz gab es um 1968 Versuche, Artikel elektronisch zu lesen. Beteiligt war die Supermarktkette Migros und die Firma Zellweger. Da das Verfahren noch nicht ausgereift war, wurden keine weiteren Versuche unternommen.
In Österreich war es die Supermarktkette BILLA, die als erste 1979 zwei Filialen in Wien mit Scannern ausrüstete und den EAN-Code, der auch unter den Lieferanten nicht sehr verbreitet war, zu nutzen versuchte.
Durchgesetzt hat sich der Strichcode unter anderem durch den Druck, den die amerikanische Supermarktkette Wal-Mart in den 1970er Jahren auf die Produzenten ausgeübt hat.
Die Ziffer "6" wird in einem Barcode durch 2 dünne Striche dargestellt - man beachte diesen Doppelstrich am Beginn, in der Mitte und am Ende eines jeden Barcodes - die "666" ist demzufolge in jedem einzelnen Barcode enthalten!
Der Erfinder des Barcode George C. Laurer schreibt auf seiner Website zu diesem "Problem":... Yes, they do RESEMBLE the code for a six...
Whatever das Zeichen läßt natürlich auch rückwärts ausgesprochen NICHT den Satan erscheinen. Es beschreibt NUR eine Station/Zustand im Rad des Lebens. Die Begrenzung auf die Materie. Es ist ein bestimmtes Schwingungsmuster, durch Absicht oder Zufall auf fast allen Produkten gelandet...alles weitere würde jetzt den Rahmen sprengen.
Wartet aber weder auf Jesus noch auf den Antichristen, setzt Euch lieber selbst in Bewegung. Beide Wesenheits/Bewußsteinsformen sind längst unter uns...
Dient das System den Menschen oder der Mensch dem System?
Für viele mag der Gedanke an Payback-Karten, Abspeicherung der IP-Adresse oder die überwachung des Telefons nicht weiter schlimm sein, dass aber solche Daten durchaus Begehrlichkeiten wecken, sollen die beiden aufgeführten Links zeigen.
Im ersten Link geht es um die Macht von Google und Amazon und einer fiktiven Verschmelzung der beiden Internetriesen. (http://media.aperto.de/google_epic2015_de.html)
Der zweite Link beschäftigt sich mit der bereits jetzt ausufernden Datensammelwut von Vater Staat und Unternehmen. (http://www.spiegel.de/flash/0,5532,15385,00.html)
Beide Links sind sehr beängstigend, wenn man bedenkt welche Macht zukünftig Informationen in unserer digitalen Welt haben werden.
1984 oder Big Brother sind nur die Anfänge gewesen, die heutige Realität sieht schon viel bedrohlicher aus.
Ich denke die Sorgen über Datenschutz im Falle des RFID sind berechtigt. Wer garantiert mir, dass nicht andere (Firmen, Polizei, usw.) mich über meine Kleidung etc. verfolgen?
Andererseits bieten diese Chips auch riesiges Potenzial für informierte Konsumenten. Es wird einfacher möglich sein als Kunde die Herkunft einer Ware zu erfahren.
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