Projekt in Hamburg Wlan für alle

Hamburger Innenstadt: Hier soll es bald lostenlos ins Netz gehen

(Foto: picture alliance / dpa)

Hamburg soll als erste deutsche Metropole flächendeckend kostenloses Wlan bekommen. Nicht einmal die Störerhaftung steht im Weg.

Von Hannah Beitzer, Hamburg

Der mobile Zugang zum Internet über lokale Funknetze ist in Deutschland noch komplizierter als anderswo. Zu diesem Schluss könnten Touristen gelangen, die Berlin, Hamburg oder München besuchen. Denn während kostenloses Wlan in Städten wie New York oder Barcelona längst an jeder Ecke verfügbar ist, sieht es in Deutschland schlecht aus.

Das liegt unter anderem an der sogenannten Störerhaftung, einer Besonderheit des deutschen Rechts: Wenn Cafés oder Restaurants ihr Funknetz freigeben, dann haften sie für das, was die Nutzer dort tun, zum Beispiel illegal Filme herunterladen. Und so gibt es in deutschen Metropolen an den allermeisten Orten kein leicht zugängliches, kostenloses Internet. Pech für die Touristen. Und auch für die Einheimischen, die stattdessen über mobiles Internet surfen müssen.

Das soll sich zumindest in Hamburg ändern. Der Netzanbieter willy.tel will ein flächendeckendes Netz an kostenlosem Wlan in der Hamburger Innenstadt einrichten. 7000 Access-Points, also Zugangspunkte, soll es geben. Willy.tel will sie an Laternenmasten und Ampeln anbringen. Das Unternehmen verhandelt darüber bereits mit der Stadt Hamburg.

Zugangsdaten per SMS

Willy.tel hat in den vergangenen Jahren bereits 1300 Kilometer Glasfaserkabel in Hamburg verlegt. Es versorgt zum Beispiel große Hamburger Wohngenossenschaften mit Fernsehen, Telefonanschlüssen und Internet. Dieses Netz will Geschäftsführer Bernd Thielk nun weiter ausbauen, die Zugangspunkte werden anschließend in kleinen Kunststoffgehäusen direkt an die Glasfaser angeschlossen.

Für willy.tel ist der Ausbau Werbung in einem Markt, der seit der Privatisierung hart umkämpft ist. Die Störerhaftung muss das Unternehmen nicht fürchten. Kommerzielle Anbieter fallen unter das "Providerprivileg", sie können nicht dafür haftbar gemacht werden, was die Nutzer ihres Funknetzes so treiben. Die Telekom hat zum Beispiel bereits 700 Hotspots in Hamburg, allerdings ist das Surfen nur eine Stunde kostenlos. Bei willy.tel soll das Wlan komplett umsonst sein. Die Nutzer müssen per SMS Zugangsdaten anfordern.