Privatsphäre-Einstellungen So schützen Sie Ihre Daten bei Windows 10

Windows 10 ist Microsofts neuestes Betriebssystem - und das neugierigste.

(Foto: Bloomberg)

Microsoft legt standardmäßig wenig Wert auf Privatsphäre. Doch Nutzer können das ändern - wenn sie wissen, wie.

Von Sara Weber und Simon Hurtz

Datenschützer halten die Privatsphäre-Einstellungen in Microsofts neuem Betriebssystem Windows 10 für problematisch. "Man kann sagen, dass Microsoft sich selbst sehr weitgehende Rechte einräumt, alles zu sammeln, was du auf deinen Geräten tust, sagst oder schreibst, um mehr zielgerichtete Werbung zu verkaufen oder deine Daten an Drittanbieter zu verkaufen", kritisiert die Non-Profit-Organisation European Digital Rights in einem Blogpost. Microsoft-Justiziar Horacio Gutiérrez hingegen beteuert, dass die neuen AGB auf den drei Prinzipien Einfachheit, Transparent und Privatsphäre beruhten: "Wir glauben, dass wahre Transparenz mit einfachen Begriffen und Richtlinien beginnt, die die Leute klar verstehen."

Grundsätzlich gilt: Das Sammeln von Daten ist nicht per se verwerflich. Um seine Produkte an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen, ist Microsoft auf Feedback und bestimmte Informationen angewiesen. Persönliche Assistenten wie Cortana funktionieren nur, wenn die Nutzer bereit sind, Microsoft den Zugriff auf bestimmte persönliche Daten zu erlauben.

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Bedenklich ist vor allem, dass die vom Betriebssystem vorgegebene Standard-Konfiguration ausgesprochen großzügig mit diesen Zugriffsrechten umgeht und das Datenschutz-Level auf ein Minimum setzt. Statt dieser sogenannten Opt-out-Lösung wäre eine Opt-in-Variante wünschenswert: Dann müsste man erst einwilligen, bevor Daten an Microsoft gesendet werden, und nicht selbst aktiv werden, wenn man das nicht will.

Die folgenden Punkte werden von Datenschützern besonders häufig kritisiert. Man kann Windows 10 in den Privatsphäre-Einstellungen zumindest teilweise den Zugriff auf bestimmte Daten untersagen:

Express-Einstellungen

Bei der Installation schlägt Microsoft standardmäßig vor, Windows mit den sogenannten Express-Einstellungen einzurichten. Damit räumt man Microsoft jedoch quasi einen Freibrief ein, auf alle Nutzerdaten zuzugreifen. Wer das nicht will, sollte beim Installationspunkt "Schnell einsteigen" auf "Einstellungen anpassen" klicken. Fast alle der folgenden Optionen können Sie bedenkenlos deaktivieren, lediglich der Smart-Screen-Schutz für den Browser kann unter Umständen sinnvoll sein.

Microsoft Konto

Wer Dienste von Microsoft nutzen möchte, braucht dafür häufig ein Microsoft Konto. Dabei wird jedem Konto eine eindeutige ID zugewiesen, die mit dem Namen und der E-Mail-Adresse verknüpft wird. Weitere Informationen wie Gerätekennung, IP-Adresse, Betriebssystem und Browser-Version werden aufgezeichnet. Nutzer bleiben so lange angemeldet, bis sie sich abmelden. Bei allen Diensten, die das Microsoft Konto verwenden und auf einem Gerät mit Windows 10 installiert sind, werden Nutzer automatisch mit ihrem Microsoft Konto angemeldet.

Abhilfe schafft ein lokales Konto, für das man keinen Microsoft-Login benötigt, sondern lediglich einen Benutzernamen und ein Passwort vergibt. Allerdings fallen dann einige Komfort-Funktionen wie etwa die geräteübergreifende Synchronisation von Windows-Einstellungen und die nahtlose Integration von Microsofts Cloud-Speicherdienst Onedrive weg.

Werbe-ID

Jedem Benutzer eines Geräts mit Windows 10 wird eine eindeutige Werbe-ID zugeordnet. Anhand dieser ID können Werbenetzwerke oder App-Entwickler gezielter Werbung aussteuern. Zu den Daten, die dabei standardmäßig übermittelt werden, gehören Standort, Suchanfragen, angesehene Inhalte, demographische Daten, Interessen und Nutzungsdaten.

Standardmäßig ist die Verwendung der Werbe-ID aktiviert. Um das zu ändern, öffnen Sie die Windows-Einstellungen (Tastenkombination: Windows-Taste + I), klicken dort auf "Datenschutz" und deaktivieren den ersten Punkt ("Apps die Verwendung der Werbungs-ID für App-übergreifende Erlebnisse erlauben").

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In der linken Spalte können Sie weitere Optionen aufrufen. So lässt sich unter "Position" etwa einstellen, dass Apps und andere Dienste nicht auf Ihren Standort zugreifen dürfen, das Gleiche ist für die Kamera und das Mikrofon möglich. Sinnvoll ist es auch, alle Hintergrund-Apps zu deaktivieren, die Sie nicht verwenden bzw. bei denen Sie es nicht für nötig halten, dass diese ständig Informationen empfangen und Benachrichtigungen senden dürfen. Das spart Energie und kann die Akkulaufzeit Ihres Laptops verlängern.

Cortana

Der Assistent von Microsoft funktioniert in etwa so wie Apples Siri oder Google Now. Dafür werden eine Menge Daten gesammelt, darunter Standort und Standortverlauf, Termine im Kalender, Such- und Browserverlauf, Kurzmitteilungen, E-Mails und Dokumente mit all ihren Inhalten sowie andere Apps und Dienste von Microsoft und die Informationen, die darin gespeichert sind. Microsofts Deutschland-Chef Alexander Stüger zufolge werden diese Daten aber nicht für Werbezwecke verwendet.

Außerdem werden bei der sogenannten Eingabe-Personifizierung Daten über Aussprache, Handschrift und dem Tippen auf dem Gerät gespeichert. Wird etwa diese Funktion oder der Standort deaktiviert, funktioniert auch Cortana nicht mehr - auch nicht in einer eingeschränkten Version. Um Cortana ganz abzuschalten, klicken Sie auf das Lupensymbol links unten in der Taskleiste und dann auf das Zahnrad in der linken Leiste. Dort finden Sie einen Schieberegler, mit dem Sie Cortana deaktivieren können.