Vorstellung in Seattle Amazon präsentiert ein High-End-Smartphone

Amazon präsentiert das "Fire Phone"

Amazon hat Abend in Seattle ein eigenes Smartphone, das Fire Phone, präsentiert. mehr...

Amazon steigt ins Smartphone-Geschäft ein: Das Unternehmen hat am Abend das "Fire Phone" vorgestellt. Das Handy hat einen Multifunktionsscanner an Bord und kann eine Art 3D anzeigen. Die Neuigkeiten im Überblick.

Von Pascal Paukner
  • Amazon hat am Abend in Seattle ein eigenes Smartphone präsentiert.
  • Das "Fire Phone" ist ein High-End-Gerät für 650 Dollar.
  • Das Handy kann 3-D darstellen und hat einen Multifunktionscanner an Bord.
  • Wann das Telefon nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt.

Die Präsentation

Natürlich ist der Chef persönlich gekommen. Jeff Bezos beginnt die Veranstaltung mit einer Lobeshymne auf das eigene Unternehmen. Er erklärt, wie wichtig und beliebt das Premium-Kundenprogramm Prime sei und dass Amazon die letzten 20 Jahre vor allem damit verbracht habe, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Schließlich aber kommt Bezos zum Punkt: Er präsentiert Amazons erstes Smartphone, das "Fire Phone". Bezos bestreitet nahezu die ganze Präsentation alleine. Nur der Chef des Mobilfunkanbieters AT&T Ralph de la Vega kommt später auf die Bühne, mit ihm hat Bezos einen Exklusivvertrag ausgehandelt.

Das Aussehen

Das Amazon-Smartphone hat wie erwartet ein schwarzes Gehäuse. Vom Aussehen her erinnert es an eine Mischung aus iPhone und den Kindle-Fire-Tablets, die das Unternehmen anbietet. Um das Gehäuse ist ein Gummiring.

Die Ausstattung

Das Fire Phone hat ein 4,7-Zoll großes Display aus Gorilla Glas. In ihm steckt ein Quadcore-2,2-GHz-Prozessor von Qualcomm und ein Arbeitsspeicher mit zwei Gigabyte. Die Kamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixel auf, die auf der Vorderseite mit 2,1 Megapixel.

Die Besonderheiten

Das Fire Phone hat tatsächlich eine Art 3-D-Funktion. Die entspricht allerdings nicht dem klassischen Kino- und Fernseh-3-D, sondern eher der Möglichkeit, auf dem Display abhängig vom Blickwinkel unterschiedlich "tief" sehen zu können. Um diese Funktion zu ermöglichen, tracken vier Kameras permanent das Gesicht des Nutzers - bei Dunkelheit wird dazu Infrarot-Licht verwendet. Außerdem lässt sich das Smartphone mittels Bewegungen steuern: So ist es beispielsweise möglich, im Webbrowser zu scrollen, indem der Nutzer das Telefon etwas nach unten neigt. Neu ist ein solches Feature allerdings nicht: Marktführer Samsung bietet es in seiner Galaxy-S-Reihe ebenfalls an.

Mit Firefly verfügt das Amazon-Smartphone über einen Multifunktionsscanner. Über die Sensoren des Geräts lassen sich Gegenstände, Text, Bilder oder Musikstücke erfassen, die dann auch über Amazon gekauft werden können. Angeblich soll die Software in der Lage sein, bis zu 100 Millionen verschiedene Objekte zu erkennen. Wer die Software aktivieren will, kann dafür einen eigenen Button an der Seite des Geräts nutzen.

Der Preis

Das "Fire Phone" wird mit 32 Gigabyte Speicherplatz und einem Zwei-Jahres-Vertrag beim Mobilfunkanbieter AT&T in den USA für 200 Dollar zu haben sein. Die Variante mit 64 Gigabyte wird 300 Dollar kosten. Dabei sind auch zwölf Monate kostenlose Prime-Mitgliedschaft verbunden. Ohne Vertrag gibt's das Smartphone direkt bei Amazon für 650 Dollar. Ob das Smartphone auch nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. In den USA beginnt die Auslieferung am 25. Juli.

Die Strategie

Im Gegensatz zu Apple und Samsung verdiente Amazon mit der eigenen Hardware bislang kein Geld. Die E-Book-Reader, Tablets und die TV-Set-Top-Box des Unternehmens sind eher Mittel zum Zweck. Sie sollen die Kunden enger an das Unternehmen binden. Geld verdiente Amazon neben dem Versandhandel mit dem Verkauf digitaler Güter wie E-Books, Filme und Musik. Das könnte sich jetzt ändern: Das "Fire Phone" ist überraschend ein High-End-Gerät, das für Amazons Verhältnisse recht teuer ist.