LKA-Fahnder stoßen in Second Life auf viel verbotene Pornographie. Sie können aber wenig dagegen tun.
Alex fliegt auf "Chantal's Sex Island". Wie im richtigen Leben, so weisen auch hier, in der Computerwelt Second Life, bunte, blinkende Schilder den Weg in die Bars und Kinos und sonstigen Etablissements mitsamt ihrer fleischfarbenen Angebote.
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Fast wie im richtigen Leben: die virtuelle Welt von Second Life. (© Foto: dpa)
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Die Fotos und Filmchen zeigen allerdings keine virtuellen Wesen, sondern sehr reale Fotos von nackten Frauen und Männern in sehr eindeutigen Posen. Für 99 sogenannte Linden-Dollars - das sind in Europa umgerechnet gerade einmal 40 Cent - kann sich Alex 20 Sexfotos anschauen. Egal, ob er minderjährig ist oder nicht.
Wolfgang Kaps vom Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) stößt immer wieder auf solche Angebote. "Sex wird hier schon sehr groß geschrieben", sagt der Kriminalhauptkommissar, der regelmäßig mit seinem Avatar Alex (ein Avatar ist die Kunstfigur eines Nutzers in der virtuellen Onlinewelt, Name geändert) durch Second Life streift.
Auch Kinder und Neulinge haben in dieser Ersatzwelt keinerlei Probleme, die schlüpfrigen Stellen zu finden - dafür sorgt schon die eigene Suchmaschine. Nach offiziellen Angaben der Betreiberfirma Linden Lab haben zwar nur Erwachsene Zutritt zu Second Life, doch kontrolliert wird dies de facto nicht.
Cyber-Cops im WWW
Da die Verbreitung pornographischer Schriften an Kinder und Jugendliche hierzulande verboten ist, würde Wolfgang Kaps gerne alle Sexangebote in Second Life unterbinden. Doch meistens hat Kaps gegen die Täter keine Chance, sie treiben ihr lukratives Unwesen weitgehend unbehelligt. In der virtuellen Welt als rechtsfreier Raum stoßen die Cyber-Cops im weltweiten Web regelmäßig an eng bemessene Grenzen. Nicht einmal gegen Kinderpornographie können sie effektiv vorgehen.
"Oft legen wir der Staatsanwaltschaft einen Sachverhalt vor, doch die muss das Verfahren einstellen, weil der Täter unbekannt ist", sagt Günter Maeser, der Leiter des LKA-Sachgebiets "Netzwerkfahndung".
Die Fahnder scheitern mitunter an der Gesetzeslage, denn bis heute gibt es zahlreiche Internet-Provider, die die Verbindungsdaten ihrer Kunden nicht oder nur kurz speichern. "Wenn die Daten schon gelöscht sind, haben wir Pech gehabt", sagt Maeser. Er und seine Kollegen freuen sich deshalb auf den anstehenden Jahreswechsel.
Denn erst vom 1.Januar 2009 an muss jede Firma, die nicht alle Verbindungsdaten sechs Monate lang speichert, Strafen zahlen. Zurzeit droht den Providern lediglich eine Verwarnung. Außerdem gelten in vielen Staaten andere Gesetze. So wird Pornographie in den USA vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, deshalb müssen die Fahnder bei allen einschlägigen Inhalten erst prüfen, aus welchem Staat das Angebot kommt.
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Rekord in Deutschland
von der Verbreitung von kinderpornographischen Material, finde ich es bedenklich, dass man offensichtlich sogar Menschen verfolgen will, die rein virtuell ihre Phantasien ausleben. Was kommt als nächstes? Die Gedankenpolizei? Ich bin mit 13 zum ersten mal mit Pornographie in Kontakt gekommen und kann 10 Jahre später mal so ganz reflektiert keine bleibenden Schäden ausmachen. Was vielleicht mal erwähnt werden sollte, ist daß man diese Linden Dollar kaufen muß. Ich schätze mal, daß das als Minderjähriger ein größeres rechtliches Problem darstellt - falls nicht lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Wir leben doch schon genug in reglementierten Welten, die teilweise völlig absurde Definitionen ausgeprägt haben. Oder wer findet es nicht paradox, daß auf der einen Seite Teenager ihren eigenen Körper sowie den ihrer Freunde/Freundinnen entdecken aber andererseits von Pornographie ferngehalten werden, als wäre es etwas abscheuliches und vor allem gefährliches für ihre Entwicklung.
Wer verbricht eigentlich solche Beiträge? Da ich keine Lust habe alle Fehler hier aufzuführen habe ich mir nur den (auis meiner Sicht) größten Klopper rausgesucht:
"Denn erst vom 1.Januar 2009 an muss jede Firma, die nicht alle Verbindungsdaten sechs Monate lang speichert, Strafen zahlen."
Alle Firmen müssen also diese Daten speichern? Was für ein Blödsinn. Der entsprechende Schreiber solle sich bitte nochmal das entsprechende Gesetz ansehen. Bitte auch den entsprechenden Stellen im Hause mitteilen, da bei einer unberechtigten Speicherung Geldbußen fällig werden (§ 149 Abs. 1 Nr. 17 TKG).
Das deutsche Gesetze für eine amerikanische Firma natürlich keine Geltung haben (genau wie umgekehrt) ist dem Schreiber wahrscheinlich auch entgangen bzw. er hat aus der Existenz von Secondlife.de messerscharf geschlossen, es wäre eine deutsche Firma.
TH
Ehrlich gesagt, beängstigt mich die Vorstellung, dass im Second Life eine Industrie entsteht, die virtuelle Kinder zu diesem Zweck verkauft, wenig bis gar nicht, wenn dafür diejenige austrocknet, die echte Kinder missbraucht und damit ebenfalls viel Geld verdient.
Auch unter dem Gesichtspunkt, dass so einmal ein paar Zahlen darüber erhoben werden, wie viele tatsächlich auf solch abartige Pornographie stehen!
Man zeige mir einen einzigen Jugendlichen, der an Pornographie kommen will und das nachhaltig nicht schafft. Mit und ohne Second Life...
Man zeige mir einen Jugendlichen, der sich im Internet, auf YouP*rn, in Sharingprogrammen oder sonstwie Pornographie besorgt, der durch das, was er sieht nachhaltig geschädigt wird.
Mal wieder werden hier "arme unschuldige Kinder" angeführt, um ein weiteres Orwell-Gesetz zu beschließen und mit drakonischen Strafen zu forcieren.
1. Kinder dürfen keine DSL Veträge abschließen, d.h. eigentlich dürfte im Netz keine Person unter 18 unterwegs sein. Außer die Eltern passen auf was Ihre Kinder so treiben.
2. Warum wollen und die Medien un Politiker einreden das Pornographie etwas schlechtes ist das die Entwicklung von Jugendlichen stört? Kinder die noch ne reif genug sind interessieren sich für ganz andere Dinge.
Paging