Noch heute unterscheidet sich das iPhone von den meisten Wettbewerbern durch die "Multitouch"-Funktionalität. So kam auch das Google-Smartphone Nexus One im Januar 2010 zunächst ohne die Fähigkeit auf den Markt, mit zwei Fingern auf dem Display in ein Dokument hineinzuzoomen. Doch im Februar schaltete Google eine Funktion frei, die der "Multitouch"-Methode von Apple quasi entspricht.

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Apple hatte das iPhone-Patent 7,479,949 beim US-Patentamt am 11. April 2008 eingereicht. Als Erfinder wurden in dem 358 Seiten umfassenden Papier Apple-Chef Steve Jobs und 24 weitere Personen eingetragen. Im Januar 2009 wurde Apple das Patent dann von der Behörde zugesprochen.

Im Kampf gegen Google scheut Apple nun den Frontalangriff und sucht sich einen auf den ersten Blick schwächeren Gegner aus. HTC ist zwar einer der erfolgreichsten Smartphone-Hersteller der Welt, verfügt allerdings nicht über die enormen finanziellen Mittel von Apple oder Google.

Ein Exportverbot droht

Ein Streit vor Gericht dürfte sich über mehrere Jahre hinziehen. Deshalb hat Apple neben der Patentklage auch eine Beschwerde bei der ITC eingereicht, die in der Regel schneller entscheidet als die US- Justiz. Sollte Apple sich bei der ITC durchsetzen, dürfte HTC seine Smartphones nicht mehr in die USA exportieren. Doch ob Apple diesen Kampf tatsächlich gewinnen wird, ist völlig offen. Denn auch die Gegenseite verfügt über ein prall gefülltes Patentportfolio, so dass am Ende auch ein Kompromiss der streitenden Parteien stehen könnte.

Manche Beobachter erinnern sich in diesem Zusammenhang an den historischen Rechtsstreit zwischen Apple und Microsoft um die Benutzeroberfläche von Windows. Apple verklagte 1988 den Softwarekonzern, musste sich aber nach mehreren Niederlagen 1994 auch vor dem Obersten Gerichtshof der USA endgültig geschlagen geben.

Allerdings war damals die rechtliche Ausgangsposition von Apple viel schwächer als im aktuellen Fall. Im Streit um das "Look & Feel" von Windows stand nur das Urheberrecht zur Debatte. Ein Patent hatte Apple damals nicht vorzuweisen. Außerdem hatte sich Apple bei seinem eigenen Macintosh-System auch großzügig bei Vorbildern aus dem kalifornischen Forschungszentrum Xerox PARC bedient.

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(Christoph Dernbach, dpa/sueddeutsche.de/joku/joku)