Papst, Steinbrück und Boris Becker twittern Frohe Botschaften

Der 12.12. 2012 wird in die Geschichtsbücher eingehen. Aber nicht wegen der politischen Weltlage, sondern als der Tag, an dem der Papst und Peer Steinbrück erstmals twitterten und über Boris Becker ein veritabler Shitstorm hinwegfegte.

Von Dirk von Gehlen

In die Geschichtsbücher der Zukunft wird das Datum allein wegen der dreifachen 12 Eingang finden. Doch unter dem 12.12.12 werden künftige Generationen neben zahlreichen Hochzeiten, einem nordkoreanischen Raketentest und den Folgen eines Bombenalarms am Bonner Bahnhof auch folgenden Eintrag finden: Der Papst hat an diesem Wintertag erstmals getwittert.

Er hat damit etwas gemacht, das heute ungefähr so selbstverständlich ist wie zu telefonieren, aber der Papst sorgte für große Aufregung vorab. Am Mittwoch also schrieb Nutzer @pontifex auf Twitter erstmals. Konkret verkündete der Papst folgende frohe Kurzbotschaft in sieben Sprachen an seine Follower: "Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich euch."

Twittern ist schon heute eine für viele Menschen alltägliche Tätigkeit, die vergleichbar mit einem Telefonat plötzlich sehr lächerlich wirkt, wenn sie mit vielen Tagen Vorlauf angekündigt wird. Trotzdem reihte sich auch SPD-Kanzlerkandidat @peersteinbrueck in die päpstliche Twitter-Aufregung ein und stellte sich am Mittwoch unter dem Schlagwort #fragpeer erstmals einem so genannten Twitter-Interview.

Geschichtsbücher der Zukunft

Das tat er spontan und schlagfertig, obwohl er noch vor kurzem verlauten lies, er werde nicht extra twittern, um sich den Wählern anzubiedern. Ob er es mit der nun vollzogenen Meinungsänderung in die Geschichtsbücher der Zukunft schafft, muss allerdings bezweifelt werden. Einzig das dokumentierende Bild zu seinem Interview könnte künftige Generationen interessieren: Der Mann, der Kanzler werden will, sitzt dabei tatenlos neben einem jungen Assistenten, der für ihn den Computer bedient.

Andererseits, eine solche Beratung kann durchaus hilfreich sein, das bewies dieser Tage ein anderer deutscher Twitter-Nutzer, der schon länger und offenbar allein seine Ansichten in 140 Zeichen in den Welt trägt: @Becker_Boris gewährte seinen fast 150 000 Followern nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union Einblick in sein Seelenleben: "Grosser Bewunderer von Angela Merkel! Ich bin sehr stolz und werde Patriot, als Sie Friedensnobelpreis gewonnen hat."

Die Freude, die der ehemalige Tennisstar damit ausdrücken wollte, teilten die meisten Twitter-Nutzer nicht. Sie machten sich vielmehr über ihn lustig. Papst und Peer blieb das bisher erspart.