Über einen bundesweiten Abgleich von Kreditkartendaten konnte die Polizei Sachsen-Anhalt 322 Verdächtige ermitteln, die im Internet Kinderpornos gekauft haben sollen.
Die Staatsanwaltschaft Halle hat erneut einen harten Schlag gegen die Kinderpornografie geführt. Vier Jahre nach einer Operation, die unter dem Decknamen ,,Marcy'' lief und an deren Ende in 166 Ländern Ermittlungen gegen 26.500 Verdächtige eingeleitet worden waren, starteten die Hallenser eine neue ungewöhnliche Aktion: Um Nutzern von Kinderpornografie im Internet auf die Schliche zu kommen, ließen sie nach Angaben von Spiegel Online sämtliche Kreditkarten Deutschlands - rund 20 Millionen - überprüfen. Diese Information des Online-Dienstes wird von Insidern in Sachsen-Anhalt bestätigt.
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Mithilfe sämtlicher Kreditkarteninstitute
Die neue Operation, die unter dem Namen ,,Mikado'' lief, führte bislang zu 322 Ermittlungsverfahren in Deutschland. Wie bei der Operation ,,Marcy'', bei der Microsoft den Ermittlern auf Anforderung die Daten von Nutzern von Kinderpornografie in 21 CD-Roms geliefert hatte, wurde die ,,Operation Mikado'' von dem Haller Oberstaatsanwalt Peter Vogt geleitet.
Er ließ sämtliche Kredikarteninstitute anschreiben und bat um einschlägige Daten. Von Interesse war, wann wer auf ein verdächtiges Konto im Ausland Geld überwiesen hatte. Bevor Vogt die Aktion startete, hatte er seinen Plan der Justizministerin Angela Kolb vorgetragen.
Sämtliche um Hilfe gebetenen Kreditkartenunternehmen haben mitgemacht. Ein Vorbild für eine solche Operation gibt es in Großbritannien und den USA. Fahnder hatten festgestellt, dass User, die eine Kinderporno-Seite in Texas geklickt hatten, ihre Kreditkartenverbindung angeben mussten.
(Süddeutsche Zeitung vom 9. Januar 2007)
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