Online-Speicherdienste Experten warnen vor Dropbox und Co.

Forscher des Fraunhofer-Instituts haben Online-Schließfächer wie Dropbox und CloudMe unter die Lupe genommen und dabei starke Mängel bei der Verschlüsselung festgestellt. Ein Anbieter schützt die Daten seiner Nutzer nicht einmal vor dem Zugriff von Suchmaschinen.

Speicherplatz im Internet ist einer Studie zufolge noch immer ein großes Sicherheitsrisiko. Das in Darmstadt ansässige Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) zeigt in einer nun vorgestellten Untersuchung Mängel bei gleich sieben Dienstleistern auf, darunter auch dem beliebten Anbieter Dropbox.

"Der Nutzer kann nur darauf vertrauen, dass Dropbox die Daten nicht einsehen will", sagte der Fraunhofer-Forscher Michael Herfert der Nachrichtenagentur dapd. In seiner Studie kommt Herfert zu dem Schluss, dass Dropbox gleich mehrere Sicherheitsstandards nicht erfüllt.

So verschlüsselt der Dienst den Forschern zufolge die Daten seiner gut 50 Millionen Nutzer nur beim Transport zwischen den Computern, nicht aber, wenn diese auf den Rechnern abgelegt sind. Herfert leitet den Forschungsbereich Cloud-Sicherheit und kümmert sich damit um den Schutz von Daten im Netz.

Unverständnis über Sicherheitsmängel

"Grundsätzlich ist die Verschlüsselung der Daten keine Besonderheit mehr", sagte Herfert weiter. "Wir sind uns sicher, dass Dropbox das einrichten könnte - andere Dienstleister haben diese Funktion ja auch längst in ihr Angebot integriert." Ein Grund, warum Dropbox bis heute darauf verzichte, könne aber sein, dass der US-Anbieter dann seine vielen Funktionen für die Nutzer wieder einschränken müsste. Die Forscher legen Endanwendern nahe, ihre Daten vor dem Hochladen ins Netz selbst zu verschlüsseln.

Das Fraunhofer-Institut testete neben Dropbox auch sechs andere Anbieter, darunter TeamDrive, CloudMe und Wuala. Bei allen stellten die Forscher Sicherheitsmängel fest, teilweise sehr gravierende. So verschlüssele beispielsweise der Dienst CloudMe die Daten seiner Nutzer nicht einmal beim Transport zwischen heimischen Computern und Servern, zudem sei die URL für verlinkte Daten schlecht zu einfach und theoretisch sogar für Suchmaschinen auslesbar.

Noch nicht getestet wurden die Online-Festplatten Sky Drive von Microsoft und Google Drive. Die Darmstädter Informatiker planen allerdings bereits neue Tests mit weiteren Anbietern.