Nach langer Wartezeit bringt Amazon sein Kindle-Konzept nach Deutschland: 25.000 deutschsprachige Bücher und das Kindle-Lesegerät sind ab sofort erhältlich - doch Schnäppchen fehlen.
Dreieinhalb Jahre sind im Internet-Zeitalter beinahe eine Ewigkeit, dennoch hat Amazon so lange gebraucht, um sein 2007 eingeführtes E-Book-System Kindle nach Deutschland zu bringen.
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Amazon-Chef Jeff Bezos mit dem Kindle: Schweigen über die Verkaufszahlen. (© AFP)
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Ab sofort können Nutzer im E-Book-Shop von Amazon nach Unternehmensangaben 25.000 elektronische Bücher in deutscher Sprache kostenpflichtig herunterladen, dazu kommen eine ungenannte Anzahl urheberrechtsfreier Klassiker sowie einige Tageszeitungen und Magazine.
Auch das Kindle-Lesegerät, das bislang nur aus den USA bestellt werden konnte, gibt es ab sofort im deutschen Amazon-Shop. Die drahtlose WiFi-Variante kostet 139 Euro, die Version mit mobilem Internetzugang 189 Euro.
Dies entspricht einer genauen Übernahme der aktuellen Dollar-Preise, wie sie auch Apple bei seinem iPad vornimmt. Bei der Bestellung in den USA zahlte der deutsche Kunde zwar umgerechnet nur 95 beziehungsweise 130 Euro, musste aber Porto und Zollgebühren einkalkulieren - blieb aber in der UMTS-Variante trotzdem noch einige Euro unter dem nun veröffentlichten Preis.
Das iPad, aber auch Flachcomputer mit Googles Android-Betriebssystem sind der Grund, weshalb Amazon sein Lesegerät seit wenigen Monaten deutlich günstiger als früher anbietet. Hersteller von E-Book-Readern senkten die Preise, weil die Einsatzmöglichkeiten der Geräte im Vergleich zu Tablet-Computern sehr begrenzt sind.
Die Zukunft liegt in der App
Für Videos und animierte Spiele sind auf dem Kindle kein Platz, da der Bildschirm auf elektronischem Papier beruht. Dafür spiegelt das Display beim Lesen in der Sonne nicht und der Akku hält einige Tage.
Dem Industrieanalysten iSuppli zufolge belaufen sich alleine die Materialkosten des Geräts auf mehr als 105 Euro - die Gewinnspanne für den Hardwareverkauf ist also relativ gering.
Um auf Tablet-PCs und Smartphones vertreten zu sein, bietet Amazon deshalb bereits längst kostenlose Apps für Heimcomputer und verschiedene mobile Betriebssysteme an, die ab sofort auch in deutscher Sprache erhältlich sind.
E-Book statt Taschenbuch
Wie gut das Geschäft mit den digitalen Büchern läuft, will Amazon nicht verraten. "Mehr Kindle-Lesegeräte als Harry-Potter-Bücher" habe man verkauft, sagt Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber. Analysten schätzen, dass 2010 etwa fünf Millionen Geräte ausgeliefert wurden. Das iPad verkaufte sich 2010 bereits 14,8 Millionen Mal, obwohl es erst im April auf den Markt kam.
Auch sonst gibt sich der Online-Großhändler verschlossen: Über die bisherige Zahl der E-Book-Downloads weltweit will man nicht sprechen, nur ein Zahlenverhältnis gibt das Unternehmen an: Auf 100 verkaufte Taschenbücher kommen bei Amazon inzwischen 115 E-Books.
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Griechenland und die Euro-Zone
Wer Kindle benutzt, MUSS seine Bücher bei dem US-Händler Amazon einkaufen. Ein gewaltiger Nachteil, den kein anderer E-Book-Reader hat!
Warum bewirbt die SZ dann dennoch ausgerechnet den schlechtesten Reader? Antwort: Amazon verkauft die Sueddeutsche.
http://www.amazon.com/Sueddeutsche-Zeitung-Daily-Mon-Sat/dp/B00007B1RI
Ich frage mich, für wen und wieviel sich die SZ bei anderen Themen verkauft, wenn sie es hier schon tut. Eine seriöse Zeitung verböte sich Schleichwerbung gerade in eigener Sache, weil sie diese als besonders unwürdig ansähe - ach so, dann passt's ja. Weiter so, SZ!
Wer als Leser bei der SZ glaubt, er werde sachlich informiert, naja ... schlaf weiter, Genosse.
Ich lese meine Bücher lieber über den Sony Reader PRS-650 (Touch Edition) und kaufe meine Bücher bei den in Deutschland ansässigen Händlern thalia.de, buch.de und libri.de.
Ich sehe den Kindle eher skeptisch.
Amazon ist bei seiner Ebook-Verkaufspolitik recht restriktiv.
Bindung an den Amazon-Shop, Beschränkung /Verbot des Konvertieren in andere Formate, Eingeschränkte Sicherung auf anderen Geräten, etc.
Der Kindle ist über den Amazon Bookstore extrem quer subventioniert.
Das heißt andere Reader Hersteller, die sich nicht über Buchverkäufe finanzieren können, haben praktisch keine Möglichkeit, die Kindle Preise mitzugehen, ohne sich dabei in den wirtschaftlichen Ruin zu stürzen - sie sind also nicht beim Verkaufspreis schlicht nicht mehr konkurrenzfähig.
Das führt zu einer extremen Wettbewerbsverzerrung, es werden sicherlich viele Reader Hersteller auf der Strecke bleiben, der gesunde Wettbewerb wird so verhindert, und Innovationen und Alternativen werden platt gemacht.
Mir ist es ein Rätsel wie das Kartellamt, das bei so vielen Angelegenheiten sein Veto einlegt, es zulassen kann, dass der mit Abstand größte und mächtigste Online Buchhandel einen eigenen Reader auf den Markt bringt, der nur durch die Subventionen aus dem eigenen Buchhandel existenzfähig ist.
Besonders freuen würde ich mich über die sueddeutsche als Kindle-Version. Die F.A.Z. macht es vor und ich hätte jeden morgen automatisch die sueddeutsche auf meinem Kindle. Würde eine menge Papier sparen.
Da bin ich aber neugierig: Auf welchem Handy kann man so augenfreundlich lesen wie auf EInk? Auf welchem Handy kann ich wochenlang ohne Stromanschluss lesen?
Ich will ja keinem Einreden, dass er ein Ebook braucht. Aber sich hinzustellen und zu behaupten, Ebooks seien überholt, ist etwas dreist, wenn man sich nicht auskennt.
Und mit Amazon ist es tatsächlich so ähnlich wie mit Apple: Die Gängelung ist ähnlich stark, dafür ist das System auch ähnlich idiotensicher. Zu Apple und Amazon gibt es gleichermaßen auch Alternativen, z. B. Android und Epub(Sony et al.)
Ich benutze schon seit September 2010 diesen eBook-Reader und kann ihn jedem nur ans Herz legen: Kostet nicht viel, eInk strengt die Augen nicht an, hat über WebKit einen Internetzugang (gute sueddeutsche.de Adaption), in der 3G-Erweiterung Wikipedia englisch überall. Gut ist die Datenkonvertierung aller PDF-Dateien, die man sich sebst auf das Gerät schicken kann. Außerdem gibt es im Netz Konvertierprogrammer aller eBook-Formate untereinander. Was will man mehr. Daneben habe ich nur noch ein Billig-handy zum verlieren.
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