Weil sie ihre Ausgaben besser kontrollieren wollen, verwalten US-Bürger ihre Konten gemeinsam im Interrnet. Ein Modell auch für Deutschland?
Die Kaufkraft der Amerikaner schwindet, sogar das böse Wort Rezession macht von Texas bis Alaska die Runde. Auch wenn er es nicht zugibt: Beste Startvoraussetzungen für den kalifornischen Unternehmer Jason Knights.
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Gemeinsame Kontenverwaltung: Wesabe.com (© Screenshot: sueddeutsche.de)
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"Bei uns in den USA wissen die meisten Menschen nicht, wohin all ihr Geld verschwindet. Es kommt ihnen so vor, als hätten sie ein Loch in der Hosentasche", erklärt der 36-Jährige. Genau dieses Leck markiert den Punkt, an dem seine Internetseite Wesabe.com ansetzt.
Die Idee: Eine Plattform, die Konten und Benutzer zusammenbringt, damit der Einzelne einen besseren Überblick über seine persönlichen Finanzen erhält. Wesabe funktioniert dabei zum einen als Programm zur Kontenverwaltung: Wer registriert ist, kann seine Online-Bankkonten, vom Spardepot bis zur Kreditkarte, mit einer kleinen Applikation auf die Seite hochladen.
Das Resultat: Anstatt sich auf verschiedenen Bankportalen ein- und auszuloggen erscheint eine Übersicht über das komplette Finanzgebaren auf einer einzigen Seite. Die persönlichen Daten der Ausgaben werden anonymisiert, gleichzeitig können einzelne Transaktionen mit Schlagworten versehen werden. Wer also zum Beispiel seine Benzinrechnungen mit dem Begriff "Tanken" versieht, kann mit einem einzigen Mausklick erfahren, welche Summe er pro Monat an der Zapfsäule lässt.
Die zweite Besonderheit ist, dass es sich bei Wesabe auch um ein soziales Netzwerk handelt: Die verschiedenen Benutzer haben zwar keinen gegenseitigen Einblick in ihre Konten, sie können sich aber Tipps zum Geldsparen geben oder sich gemeinsame Ziele setzen.
Gemeinsam Sparziele erreichen
Wer einen Ratschlag möchte, wie er weniger Geld für Essen ausgibt, kann seine Ausgaben auflisten und die anderen Nutzer fragen, wo er sparen könnte. Wer zum Beispiel sehen will, ob er zu viel Geld in Online-Buchgeschäften lässt, findet eine Liste: Auf dieser ist anonym verzeichnet, wie viel die anderen Benutzer in Internet-Buchshops lassen. Gleichgesinnte können sich auch zusammenfinden, um gemeinsam ihre Sparziele zu erreichen oder sich Feedback über ihr Konsumverhalten zu geben.
Während in Europa Finanzen noch Privatsache sind, propagieren mit Geezeo.com und Mint.com gleich zwei weitere US-Unternehmen die Konsumenten-Selbsthilfe über das Internet. Selbst Verbraucherschützer wie Consumerist-Chef Ben Popken werten die Idee positiv: "Bei den negativen Sparquoten der Amerikaner können die Konsumenten jede Hilfe gebrauchen. Den Banken glaubt niemand mehr - die Menschen haben das Gefühl, dass sie übers Ohr gehauen werden, um die Profite zu steigern", beschreibt er die Vertrauenskrise, von der Online-Finanzplattformen profitieren.
Noch hat das Modell allerdings nur bei einem Nischenpublikum Fuß gefasst: Es handelt sich dabei vor allem um technikaffine 20- bis 40-Jährige, die keine Scheu davor haben, finanzielle Informationen über das Internet zu verwalten. "Es ist doch eine Qual, sich in drei verschiedene Konten einzuloggen, um zu sehen, wie hoch der Kontostand ist", sagt die Geezeo-Nutzerin Kaitlyn Lang.
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'...weiterhin seien die Login-Dateien für die Bankkonten auf den Rechnern der Benutzer, nicht auf den Servern der Firma abgelegt'
Wie bitte soll das ein Garant für Sicherheit sein, wo wir doch wissen, dass ein Großteil der Computerbenutzer (sogar) zu faul ist, einen kostenlosen Viren- und Trojanerscanner zu installieren und einzusetzen?
Wer sich auf sowas einlässt, hat es nicht anders verdient, als auf die Nase zu fallen.