Von Jürgen Schmieder, Leipzig

Auf der letzten Games Convention wurde Nintendo mit seiner Wii-Konsole noch mitleidig belächelt. Die Spötter von damals sind verschwunden. Denn die Japaner dominieren - wieder einmal - den Spielemarkt.

Wer will diesen Quatsch spielen? Diesen Satz raunten sich viele Beobachter zu, als die Verantwortlichen von Nintendo auf der Games Convention das Programm für das kommende Jahr vorstellten. Manche schüttelten den Kopf, andere lächelten mitleidig. Nein, dafür gibt es keinen Markt, damit hat Nintendo keine Chance gegen die starken Mitbewerber mit ihren leistungsstarken Konsolen und anspruchsvollen Spielen.

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Auf der letztjährigen Games Convention wurde er noch belächelt: Nintendos Deutschland-Chef Bernd Fakesch. (© Foto: dpa)

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Es war vor exakt einem Jahr, als sich diese Szene bei der Pressekonferenz von Nintendo abspielte. Deutschland-Chef Bernd Fakesch präsentierte die virtuellen Hunde "NintenDogs" und einen Gehirntrainer für den tragbaren Nintendo DS, dazu führte er eine Konsole ein, die der Konkurrenz von Sony und Microsoft technisch unterlegen war. Einzige Innovation damals: eine Steuerung mit einem sechsdimensionalen Controller.

In diesem Jahr steht Fakesch auf der Games Convention und kommt aus dem Strahlen nicht mehr heraus. "Es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man auf so einer Erfolgswelle schwimmt", sagt er. Mehr als 300.000 Wii-Geräte wurden in Deutschland seit der Einführung im Dezember 2006 verkauft, beim tragbaren DS sind es gar zwei Millionen Exemplare. Die Spiele NintenDogs und WiiSports stehen oben in den Charts. Nintendo ist die In-Firma der Games Convention 2007.

"Man kann die Situation durchaus mit der von vor 20 Jahren vergleichen", sagt Fakesch. Als 1983 die Videospielbranche in den Vereinigten Staaten zusammenbrach, galt der Markt als verloren. Nintendo führte entgegen aller Warnungen den "Family Computer" ein, hierzulande besser bekannt unter dem Namen Nintendo Entertainment System. Es wurde eine unfassliche Erfolgsgeschichte, von der Konsole wurden mehr als 60 Millionen Exemplare verkauft. "Der Unterschied liegt darin, dass es heutzutage einen bestehenden Markt gibt, den wir um einige Zielgruppen erweitert haben." Es sind die sogenannten Casual Gamer, die Nintendo mit seiner Strategie erreicht.

Frauen und Senioren an den Controller

Der Weg dorthin war nicht einfach. "Wir haben 2003 stagnierende Zahlen bei den bestehenden Zielgruppen festgestellt. Auch die demografische Entwicklung haben wir analysiert", sagt Fakesch. Also wollte Nintendo Frauen und ältere Menschen dazu bringen, sich mit Computerspielen zu beschäftigen. Nicht nur Journalisten waren skeptisch, auch die Software-Hersteller reagierten zögerlich.

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