Es soll die große Wende werden: Mit dem Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 will Microsoft endlich Apple und Google einschränken. Kann es abtrünnige Kunden überzeugen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Microsofts mobiles Betriebssystem erlebt nichts weniger als einen Neustart: Mit der Vorstellung von Windows Phone 7 soll Microsoft endlich den Sprung ins Zeitalter der internetfähigen Handys gelingen. In London, Paris, Hamburg und New York präsentierte das Unternehmen seine neueste Schöpfung zeitgleich.
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Microsoft verspricht eine "andere Art von Telefon": Mit Windows Phone 7 will der Konzern verlorenen Boden gutmachen und Kunden wieder für das eigene Betriebssystem begeistern. (© AFP)
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Die Botschaft: Smartphones mit Windows Phone 7 bieten nun ein Erlebnis, die Apple-Produkten oder Handys mit dem Google-Betriebssystem Android in Nichts nachsteht - und sind dabei einfacher zu bedienen.
Den vollmundigen Versprechungen müssen nun allerdings Taten, sprich, Käufer folgen: Die IT-Marktforschungsfirma Gartner beziffert den Anteil von Windows-Geräten am Handymarkt inzwischen bei nur noch 4,7 Prozent.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Microsofts neuem Betriebssystem.
Was ist anders bei Windows Phone 7?
Das Vorgängersystem Windows Mobile hatte zwei Probleme: Es orientierte sich an der Oberfläche des PC und bot keine einheitliche Erfahrung, da Microsoft den Hardware-Herstellern bei der Gestaltung sehr viel Freiraum ließ und praktisch fast jedes Modell anders funktionierte.
Von diesen Irrwegen will sich das Unternehmen nun verabschieden: Die mosaikartige Menüübersicht ("Hub") ist der Smartphone-Ästhetik angepasst und absichtlich simpel gehalten. Die Bedienung per Touchscreen funktionierte bei einem Prototypen flott, die Zahl der Untermenüs wurde auf ein Minimum reduziert. Damit sich Phone-7-Hands nicht mehr groß unterscheiden, hat Microsoft den Smartphone-Herstellern strikte Vorgaben gemacht. So darf die Oberfläche nicht verändert werden und ein Handy nicht mehr als drei Hardwareknöpfe zur Steuerung besitzen.
Womit will Microsoft die Kunden locken?
Wie zu erwarten kann Windows Phone 7 die wichtigsten Produkte von Microsoft ohne Probleme integrieren. So ist Office Mobile (Word, Excel, PowerPoint) bereits vorinstalliert, was Geschäftskunden ebenso erfreuen dürfte wie die schnelle Synchronisierung von Dateien auf Firmenservern über Sharepoint. Gamer wiederum können auf Windows Phone 7 ihre Spielstände der Xbox Live abrufen und die Spiele auch auf dem Handy fortsetzen.
Welche Handys kommen auf den Markt?
In den USA wird es neun Smartphones mit dem neuen Betriebssystem geben, in Deutschland sind es vier, die zum 21. Oktober auf den Markt kommen sollen. Die Modelle im Überblick haben gemeinsam, dass sie eine Auflösung von 800x480 Pixeln besitzen, mindestens acht Gigabyte Speicher inklusive ein GB Betriebsspeicher bieten, sowie eine Kamera mit mindestens fünf Megapixeln bereitstellen.
Die Anbieter im Einzelnen:
Telekom: HTC 7 Mozart, Samsung Omnia 7
Vodafone: HTC 7 Trophy, LG Optimus
e-plus: Samsung Omnia
O2: HTC HD7
Was kann Windows Phone 7 nicht?
Vorerst müssen Nutzer auf Multitasking verzichten, dies soll ebenso nachgeliefert werden wie Unterstützung für das Mutlimedia-Format Flash und die Copy & Paste-Funktion. Auf einen Speicherplatz für SD-Karten müssen Kunden vorerst ebenfalls verzichten, ebensowenig unterstützt das Betriebssystem das Lesen der offenen Textformate ODF oder von pdf-Formaten.
Gibt es genügend Apps?
Hier rächt sich, dass Microsoft den Handy-Markt lange verschlafen hat und nun ein komplett neues System aufsetzen musste: Zum Start werden in Microsofts Marketplace nur etwa 500 Mini-Programme zu finden sein. Zum Vergleich: Googles Android Market hält 100.000 Apps zum Download bereit, Apples iTunes sogar 270.000.
Um möglichst schnell aufzuholen, erleichtert es Microsoft Entwicklern, für die Plattform schnell und reibungslos Apps bereitzustellen und bietet die entsprechenden Werkzeuge kostenlos an. Doch ob diese das Angebot annehmen, bleibt abzuwarten, zumal sie auch von anderen Plattformen wie dem Blackberry-Hersteller für dessen Tablet PlayBook geködert werden. Bis die Zahl der Apps konkurrenzfähig ist, könnte viel Zeit vergehen. Zu viel Zeit für die Kunden und den Microsoft-Konzern?
Was passiert mit Windows Mobile?
Noch steht in den Sternen, wie lange Microsoft die aktuelle Version von Windows Mobile (6.5) unterstützen wird, der Konzern hat aber immerhin angekündigt, das alte Betriebssystem noch für Handys im unteren Preissegment anzubieten. Ein Update von Windows Mobile auf Windows Phone 7 ist nicht möglich - es handelt sich um komplett verschiedene Systeme.
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(sueddeutsche.de/holz)
Christopher Lee zum 90.
Die Liste, was Win Phone 7 (vorerst) NICHT bietet, deckt sich fast mit der des iPhones vor drei(!) Jahren, wofür es dort reichlich Schelte gab: Kein Multitasking, kein Flash, kein Copy & Paste, keine SD-Karten, kein ODF und kein PDF. Und das soll ausgerechnet ein Mini-Office wett machen?
Win Phone 7 ist so interessant wie z.B. ... ein neuer Staubsauger am Markt.
und anstelle von biztalkservern, hyper-v und sharepoint portal steht da dann ein iphone... also ob MS consumer-kunden zum überleben bräuchte. bitte eimal vom smartphone aufblicken und in die welt kucken...
Microsoft hat gelernt und die Oberfläche neu strukturiert. Windows Mobile hat viel zu sehr auf bestehende Windows-Elemente gesetzt.
Ein Kontextmenü ist zwar praktisch, wenn ich eine Zweitasten-Maus habe, aber fummelig, wenn es sich in der Ecke des Handys öffnet und ich mit großen Fingern einen kleinen Text treffen muss. Das ist bei Windows Mobile 6.5 immer noch grausam.
Windows Phone 7 hat da schon einiges aufgeräumt. Man ist zwar als Entwickler stärker an Richtlinien gebunden (wenn auch lange nicht so stark wie bei Apple), kann dafür allerdings - sofern man seine Anwendungen zuvor ordentlich programmiert hat - ohne größere Probleme .NET-basierte Software auf das Telefon portieren.
Die Steuerung kann sich nun durchaus mit der von Apple und Android messen und auch Office Mobile wird mit der Zeit wohl noch ein wenig geschliffener werden.
Eine Chance gibt es hier für Microsoft also durchaus noch, auch wenn ich hier auf Dauer Android vorne sehe - zum Entwickeln ist es einfach die angenehmste Plattform und man wird nachher auch nicht durch Apples Restriktionen, Zensur und Launen gegängelt.
Zudem setzen bis auf Microsoft und Apple alle größeren Handy-OS' auf Java, was sie wohl in Zukunft untereinander kompatibler machen wird.
Noch wird es eine ganze Weile dauern, aber ich bin mir sicher, dass schon sehr bald ein Kaufkriterium sein wird, ob man seine ganzen gekauften Apps auf das neue Gerät mitnehmen oder wenigstens eine entsprechende Version bekommt.
Es gibt etliche Geeks, die Tag und Nacht Apps checken, installieren, deinstallieren, in Foren darüber berichten und nach drei Jahren in die Klapsmühle zum Abschalten einfahren.
Android hat den Nachteil, dass alle Apps in Java laufen. Doch auch in Java kann man Performance tunen.
Apple hat den Nachteil, dass man sich seinem Diktat beugen muss.
Symbian hat den Vorteil, dass es einfach ist.
RIM (Blackberry) hat den Vorteil, dass es im Businessmarkt bereits etabliert ist und auch auf serverbasierte proprietäre Dienste rekurieren kann.
Office als Türöffner für den Markt - also ein Worddokument auf einem Minidisplay, das ist schon Folter!
zu lesen, dass Microsoft mal wieder alles zum Besseren wenden wird - ist immer das Gleiche, aber es ändert sich nichts! Meine letzte Erfahrung:
Habe ein Samsung Omnia II mit Windows Mobile 6.5.
Habe Microsoft Office 2010 Home and Business auf einem Vista Computer.
Datenabgleich Smartphone mit Outlook nicht möglich. Windows
Windows sagt Outlook wäre nicht installiert. (Dafür funktioniert es allerdings ganz ordentlich)
Aplle nervt mit seiner Zwangssoftware ebenso, funktioniert aber wenigstens dem Vernehmen nach.
Ein Abgleich mit Google funktioniert dagegen einwandfrei und und problemlos.
So traurig es ist: Google gehört die Zukunft, Datenschutz wird es wohl bald nicht mehr geben und Microsoft wird in naher Zukunft eine richtige Krise erleben (letzteres ist weniger traurig).
Apple und Google haben zwar unterschiedliche Philosophien, eines haben aber beide erkannt:
erst einmal muss der Kunde zufrieden sein und das Produkt die Versprechungen erfüllen, bei Aple mehr Design, bei Google mehr Funtionalität; alles andere ist dann nicht so wichtig. Bisher gab es kaum tragbare Alternativen, das hat MS bisher gerettet - jetzt wird es langsam eng....
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