Von Arne Arnold

Ein Online-Shop der besonderen Art startet in den USA. Dort können Anwender eine komplette Musik-CD für 1 Dollar erwerben, wenn sie selbst eine verkaufen.

Der neue Dienst heißt la la und ist über die Website lala.com erreichbar. Dort gibts Musik-CDs zu einem sagenhaft günstigen Preis.

In Kooperation mit  PC-Welt

Anzeige

Noch ist der Shop allerdings nicht öffentlich. Betreten kann man ihn nur, wenn man von einem Mitglied zuvor eingeladen wurde. Laut Website soll sich das aber in den nächsten Wochen ändern.

Das Konzept von la la ist sehr interessant, denn es kombiniert den Erfolg von illegalen Online-Tauschbörsen mit einem legalen Geschäft. Und das mit einem einfachen Trick: Urheberrechtlich geschützte Musik online tauschen ist verboten, aber diese Musik zu kaufen, ist legal - deshalb ist la la als Plattform aufgestellt worden, auf der Mitglieder eine CD von anderen Mitgliedern kaufen können. Die Voraussetzung ist, dass der Käufer selbst auch eine CD verkauft. Damit ist es technisch gesehen ein Tauschen von Musik, rechtlich gesehen aber ein Kaufen bzw. Verkaufen.

Die CDs werden vom Verkäufer mit normaler Post an den Käufer verschickt. Die nötigen Kuverts sind bereits frankiert und werden von la la zur Verfügung gestellt. Der Dienst fordert seine Mitglieder auf, die Musik von verkauften CDs vom Computer und dem MP3-Player zu löschen. Kontrollieren kann er das aber natürlich nicht.

Laut den Machern von la la ist der Shop bereits jetzt der Laden mit dem größten und vielfältigsten Musikangebot. Es sollen drei Millionen Titel verfügbar sein.

Bill Nguyen, einer der Gründer von la la, sieht sich selbst als Rechtsanwalt der Musiker und will, dass diese für Ihre CDs auch gut bezahlt werden. Deshalb hat sich la la verpflichtet, 20 Prozent der Einnahmen an die Künstler abzugeben. Er betont, dass es kein Gesetz gibt, das la la dazu verpflichtet.

Man kann Bill Nguyen seine edlen Absichten glauben. Doch man kann auch vermuten, dass die freiwillige Abgabe von 20 Prozent die Musikindustrie beruhigen soll. Denn auch wenn der Verkauf einer gebrauchten CD legal ist, muss das ja nicht immer so bleiben. Hochbezahlte Rechtsanwälte und eine gute Lobby-Arbeit haben schon einige Gesetzesänderungen erwirkt. Schließlich waren in Deutschland Kopien von Musik-CDs für private Zwecke ja auch Jahrzehnte lang legal.

Übrigens: Laut den Machern des Shops heißt er la la, weil das die ersten Worte von Bill Nguyens Sohn waren.Wir finden: Damit hat die Firma schon mal eine charmante Gründungsgeschichte. Das Konzept von la la gefällt uns auch. Da wünschen wir viel Glück für die junge Familie und die junge Firma. Uns wünschen wir, dass la la auch bald in Deutschland startet.

Leser empfehlen 

(PC-Welt)