Neues Design für Google-Netzwerk Wie Google Plus Facebook kopiert

Google hat seinem sozialen Netzwerk Google Plus ein neues Design verpasst - und sich für einige Änderungen Facebook und Twitter als Vorbild genommen. Doch nicht alle User freuen sich über den neuen Look.

Von Mirjam Hauck

Der neue Look von Google Plus: Freundesliste und größere Videos.

(Foto: Google)

Mit einem geänderten Design will Google seinem Netzwerk Google Plus einen neuen Schub verpassen. Neu ist jetzt beispielsweise eine Navigationsleiste mit vielen klickbaren Icons auf der linken Seite, die die statische Leiste am oberen Bildrand ersetzt. Zudem lassen sich jetzt Youtube-Videos größer anzeigen und das Videochat-Hangout hat einen Platz in der rechten Leiste gefunden.

Wie im GoogleBlog zu lesen ist, soll so zugleich die einfachere Einbindung von zukünftigen Erweiterungen ermöglicht werden. Google Plus soll so zum Herzstück für eine Integration der verschiedenen Dienste des Unternehmens werden.

Nur drei Minuten

Google versucht mit dem neuen Anstrich von Google Plus auch Boden gegenüber dem übermächtigen Rivalen Facebook gut zu machen. Laut Google hat das Netzwerk zwar mittlerweile 170 Millionen Mitglieder. Doch da Nutzer, die sich eine Google-Mail-Adresse zulegen wollen, inzwischen auch Mitglied bei Google Plus werden müssen, lässt sich nur vermuten, wie viele bei diesem Netzwerk tatsächlich aktiv sind.

Bekannt ist, dass Nutzer bei Google Plus wesentlich weniger Zeit als bei Facebook verbringen. So ermittelte der Marktforscher Comscore, dass US-Nutzer im Monat lediglich 3 Minuten bei Google Plus verbringen, während sie Facebook immerhin sieben Stunden nutzen.

Lob und Kritik

Die Reaktionen auf das Redesign der Seite sind im Netz recht verschieden. So findet das US-Techblog Techcrunch die Verbesserungen gelungen, die neue Navigation sei viel übersichtlicher und auch die US-Wired lobt den aufgeräumteren Look der neuen Seite.

Unzufrieden ist dagegen der Tech-Blogger Kristian Köhntopp. Für ihn ist das neue Design auf viele verschiedene Weisen schmerzhaft. So beklagt er, dass jetzt nur noch eineinhalb Artikel zu lesen seien wo vorher zwei bis drei sichtbar waren. Das neue Design sei insgesamt einfach nicht desktop-tauglich. Andere User bemängeln die penetrante Buddy-Liste, die sehr eindeutig von Facebook inspiriert sei. Und von Twitter habe Google den "Entdecke"-Button kopiert.

#whitespace

Für Kritik und Spott im Netz sorgt der viele Weißraum, der bei der Desktop-Ansicht den Bildschirm füllt. Bei maximierter Fensteransicht wirke er geradezu lächerlich, schreibt Cocasblog. Unter dem Hashtag #whitespace machen viele Twitter-Nutzer Vorschläge, wie man diesen sinnvoll nutzen könne. Vom Post-it bis zum hübsch platzierten Plüschtier haben User Ideen ins Netz gestellt.

Wahrscheinlicher ist aber, dass Google hier Platz für Anzeigen lässt - wenn die Nutzer dort einmal ähnlich viel Zeit wie bei Facebook verbringen und sich dann Unternehmen finden, die dort werben möchten.

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