Neuer Fernseher Wie viele Buchsen braucht das Fernsehgerät?

Zwei oder drei HDMI-Anschlüsse, Videoaufnahme per USB und Internet dank WLAN: Heutige Fernseher protzen mit Schnittstellen und Anschlüssen für die verschiedensten Arten von Zuspielgeräten. Doch welche davon brauchen Sie wirklich?

Von Matthias Huber

Welche Anschlüsse sollte der Fernseher haben?

Die Zeiten vieler verschiedener Stecker an der Rückseite des TV sind in absehbarer Zukunft vorbei. HDMI (High Definition Multimedia Interface), ein flacher, kompakter Anschluss, über den Bild und Ton in hoher Qualität übertragen werden kann, setzt sich bei allen neuen Geräten als Industriestandard durch. Deshalb sollten Sie beim Fernseherkauf darauf achten, dass gleich mehrere solcher Anschlussbuchsen vorhanden sind - zwei Stück sind das absolute Minimum, drei oder mehr in jedem Fall empfehlenswert, um nicht häufig umstecken zu müssen. Wollen Sie außerdem Ihren PC oder Laptop mit dem Fernseher verbinden, sorgt ein zusätzlicher DVI-Anschluss (Digital Visual Interface) dafür, dass Sie keinen HDMI-Port belegen müssen.

Alle weiteren Anschlussarten sind optional und hängen von Ihren Ansprüchen und Ihrem sonstigen Equipment ab. Besitzen Sie beispielsweise eine Nintendo Wii, so sollten Sie auf einen Component-Anschluss Wert legen - diese Spielekonsole besitzt als einzige der aktuellen Generation keinen HDMI-Anschluss.

Wollen Sie außerdem den Ton nicht über die eingebauten Lautsprecher ausgeben, sondern dafür eine externe (Surround-)Soundanlage verwenden, braucht Ihr Fernseher eventuell einen Audioausgang. Meistens ist zu diesem Zweck ein optischer Ausgang im TV verbaut. Neuere Surround-Receiver lassen sich aber in der Regel auch per HDMI anschließen.

Einen Scart-Anschluss benötigen Sie hingegen wirklich nur noch, wenn Sie alte Geräte mit Ihrem neuen TV verbinden wollen - beispielsweise einen alten Video- oder Festplattenrekorder. Die meisten Fernseher haben zu diesem Zweck noch einen oder zwei Scart-Anschlüsse auf der Rückseite.

Welche anderen Schnittstellen gibt es noch?

Fast alle aktuellen Geräte haben außerdem einen CI+-Steckplatz (Common Interface+). Damit kann ein Zusatzmodul mit dem Fernseher verbunden werden, in dem beispielsweise die Keycard für das Freischalten bestimmter Zusatzkanäle in HD oder Pay-TV-Angebote ausgelesen wird. Einen Fernseher ohne CI+-Steckplatz sollten Sie in jedem Fall im Laden stehen lassen.

Eine Reihe komfortabler Zusatzfunktionen eröffnen sich, wenn Ihr Fernseher über einen oder mehrere USB-Schnittstellen verfügt. Hiermit können Sie externe Speichermedien wie Festplatten oder USB-Sticks anschließen und die darauf enthaltenen Inhalte - Diashows mit Urlaubsfotos, Musik oder Filme - auf ihrem Fernseher wiedergeben. Dafür muss die auf Ihrem Fernseher installierte Software aber die jeweiligen Dateiformate lesen können. Gängige Formate machen in der Regel keine Probleme, von Hersteller zu Hersteller gibt es aber kleine Unterschiede. Inzwischen können viele Fernseher auch direkt aufnehmen und die Datei auf einem USB-Speicher ablegen. Neben der Archivmöglichkeit können Sie so auch zeitversetzt fernsehen, also zum Beispiel während einer laufenden Livesendung pausieren - der Fernseher legt dazu auf dem USB-Speicher eine temporäre Aufnahme der Sendung an.

Viele aktuelle Fernseher lassen sich auch direkt per Netzwerkkabel oder WLAN mit dem häuslichen Internetanschluss verbinden. Neben der Möglichkeit zum Software-Update kann der Fernseher dann auf Internet-Anwendungen wie Youtube, Video-on-Demand-Anbieter oder die Mediatheken der Fernsehsender zugreifen.

Welche Tuner sollten im Gerät verbaut sein?

Kurze Antwort: Möglichst alle. Sie werden zwar immer nur einen gleichzeitig benötigen. Aber fast alle heutigen Geräte haben ohnehin mindestens einen Kabel-Tuner (DVB-C), einen Satelliten-Tuner (DVB-S, bzw. dessen Nachfolger DVB-S2) und einen Antennen-Tuner (DVB-T) verbaut. Es gibt also keinen Grund, für den Fall eines Umzugs oder einer Umrüstung auf ein anderes Empfangssignal auf diese Flexibilität zu verzichten.