Neuer Fernseher Welches TV-Signal ist das beste?

Worin sich Fernsehempfang über Kabel, Satellit und Antenne unterscheidet - und was es mit IPTV auf sich hat.

Von Matthias Huber

Während TV-Geräte selbst auf dem Weg sind, umfassende Entertainment-Center und Wohnzimmer-PCs zu werden, hat sich beim Fernsehsignal nur wenig verändert. Immer noch bringen die Sender ihre Inhalte per Kabelanschluss, Satellitenschüssel oder Fernsehantenne in die Haushalte. Allerdings blieb die Entwicklung nicht stehen. Zwei der drei herkömmlichen Empfangstechnologien sind inzwischen in Deutschland nur noch digital verfügbar. Und mit IPTV - Fernsehempfang über den Internetanschluss - hat sich ein vierter Übertragungsweg für das Fernsehsignal etabliert.

Dabei haben viele Zuschauer gar nicht die Wahl, auf welchem Weg sie ihr Fernsehsignal beziehen möchten. Gerade in Mietwohnungen entscheiden der Vermieter oder die Hausverwaltung, ob die Antennenbuchse Kabel- oder Satellitenfernsehen bietet. Ganz alternativlos ist man aber fast nie - und fast alle heutigen Fernseher sind bereits mit eingebauten Tunern für alle drei Signale ausgestattet. Doch welches ist das beste?

Terrestrischer Empfang, beziehungsweise Antenne

Das digitale Antennenfernsehen, abgekürzt DVB-T, ist in Deutschland flächendeckend und kostenlos verfügbar. Dafür reicht bereits eine kleine Antenne, die sogar dann noch funktioniert, wenn sie im Zimmer hinter dem Fernseher versteckt wird. Allerdings können das Programmangebot und die Empfangsqualität von Ort zu Ort stark voneinander abweichen. Außerdem beschränkt sich das terrestrische Sender-Angebot auf die öffentlich-rechtlichen und dritten Programme sowie die großen Kabelsender wie Pro 7, Sat 1 und RTL. Auf die meisten Spartensender muss man verzichten - ebenso wie auf die Möglichkeit, ein Pay-TV-Abonnement zu nutzen. Zudem will sich die RTL Mediengroup Deutschland ab Juni 2013 bis Ende 2014 schrittweise aus der terrestrischen TV-Übertragung zurückziehen. DVB-T-Zuschauer in Bayern werden als erste betroffen sein.

Fernsehempfang über Kabel

Kabel ist die einzige Empfangstechnologie, die in Deutschland noch nicht vollständig auf digitalen Betrieb umgeschaltet wurde. Doch selbst das analoge Signal bietet eine Vielzahl an zusätzlichen Sparten- und fremdsprachigen Sendern, die über den terrestrischen Empfang nicht verfügbar wären. Außerdem ist das Signal relativ unempfindlich gegen atmosphärische Störungen und über den Kabelanschluss kann ein Breitband-Internetanschluss hinzugebucht werden. Dafür berechnen die Kabelnetzbetreiber allerdings Gebühren, die in vielen Wohnanlagen über die monatlichen Nebenkosten verrechnet werden.

Bessere Bildqualität, Fernsehen in HD, mehr Sender und außerdem Zugriff auf zusätzliche kostenpflichtige Programmpakete gibt es gegen einen monatlichen Aufpreis über einen digitalen Kabelanschluss. Doch bevor Sie bei Ihrem Kabelanbieter Digitalfernsehen bestellen: Lassen Sie sich von Ihrem Vermieter oder Ihrer Hausverwaltung bestätigen, dass Sie dieses Angebot auch nutzen können. In vielen Mietshäusern ist noch veraltete Technik verbaut, über die nur ein Bruchteil des zusätzlichen Angebots empfangen werden kann.

Digitales Satellitenfernsehen (DVB-S)

Digitales Satellitenfernsehen bietet ein ähnliches Programmangebot wie Kabelfernsehen, allerdings ist der Empfang über Satellit, abgekürzt DVB-S, bereits komplett auf Digitalfernsehen umgestellt. Um es zu nutzen, bedarf es einer Satellitenschüssel an der Hauswand, auf dem Balkon oder dem Dach. Manche Mietwohnanlagen haben eine Gemeinschaftsanlage installiert. Das verteilt die fälligen Gebühren auf viele Schultern, dafür ist das Programmangebot unter Umständen kleiner - je nach Umfang und Qualität der jeweiligen Anlage werden nicht alle verfügbaren Programme in das hausinterne Fernsehnetz eingespeist. Anders bei einer eigenen Satellitenschüssel: Hier steht Ihnen ohne monatliche Kosten das komplette Programmpaket zur Verfügung, inklusive einiger fremdsprachiger Sender, die bei Kabelfernsehen - wenn überhaupt - nur kostenpflichtig hinzugebucht werden könnten. Auch die Empfangsqualität ist der von Kabelfernsehen mindestens ebenbürtig. Kontaktieren Sie in jedem Fall Ihren Vermieter, ehe Sie eine Satellitenanlage anschaffen. Die Anbringung einer Empfangsschüssel ist nicht überall erlaubt.

Was ist IPTV und welche Anbieter gibt es?

Ist Ihnen Antennenfernsehen nicht genug und sind in Ihrer Mietwohnung Kabel- und Satellitenfernsehen nicht verfügbar, so bietet IPTV die letzte Chance auf Fernsehprogramme in HD. Für Fernsehen über das Internet benötigen Sie einen schnellen DSL-Anschluss (für HD ist ein VDSL-Anschluss mit mindestens 25 MBit empfehlenswert) und einen externen Receiver, den Sie direkt bei dem von Ihnen gewählten Anbieter bestellen können.

In Deutschland können Sie einen IPTV-Anschluss bei der Deutschen Telekom oder dem Telefonanbieter Vodafone buchen. Allerdings müssen Sie dafür auch Ihren DSL-Anschluss von derselben Firma beziehen. Das Programmangebot und die Preisstruktur sind bei Telekom und Vodafone weitgehend identisch und beispielsweise mit den Produkten von Kabel Deutschland vergleichbar. Fußballfans und all jene, die sich für ein Abonnement des Bezahlsenders Sky interessieren, sind nach aktuellem Stand (Februar 2013) bei der Telekom besser aufgehoben: Das derzeit noch selbst produzierte Bundesligapaket "Liga Total" wird ab Beginn der Saison 2013/2014 durch das Angebot von Sky ersetzt - zu gleichbleibenden Konditionen. Ab diesem Zeitpunkt soll es auch möglich sein, die anderen Programmpakete des Münchner Pay-TV-Anbieters über das IPTV der Telekom zu beziehen. Auch mit Vodafone verhandelt Sky derzeit über eine Zusammenarbeit.

Nicht zu verwechseln ist IPTV mit anderen auf dem Fernseher nutzbaren Internetangeboten, die unter dem Begriff Smart TV zusammengefasst sind. Während Sie bei Smart-TV-Anwendungen Fernseh-Inhalte jederzeit abrufen können, ist IPTV nach wie vor grundsätzlich "lineares" Fernsehen mit festen Programmzeiten - auch wenn diese Programme über das Internet in Ihr Wohnzimmer kommen.