Von Von Helmut Martin-Jung

"Es denkt ja doch noch jemand an mich", wer solchermaßen freudig erregt die Anhänge von Mails per Doppelklick öffnet, der kann sich ziemlichen Ärger mit seinem PC einhandeln. Vor allem jetzt zur Weihnachtszeit, wenn es wieder Würmer schneit.

Zafi haben die Viren-Bekämpfer von Sophos die neueste Kreation genannt, die sich - getarnt als Grußkarte oder Weihnachtsbild - auf Rechner mit dem Betriebssystem Windows einnistet, wenn man unvorsichtigerweise den Dateianhang öffnet.

(© Fotomontage: sde)

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Dabei sollte der eigentlich richtig misstrauisch machen. Denn auch wenn das Mail scheinbar von einem Bekannten kommt - dieser Wurm nutzt ja Adressbücher der befallenen Rechner - ein Freund, der es gut mit einem meint, schickt einem wohl kaum eine solche Datei.

Eine Datei mit einer eher unverdächtigen Endung wie .php, .htm, .jpg, .gif, die gefolgt wird von sehr verdächtigen wie .cmd, .bat, .pif, .com.

Für den Computer zählt nur die letzte Endung, auf die achten aber weniger erfahrene Computernutzer oft nicht.

Das Schlimme an Zafi.D ist, dass er versucht, sämtliche Schutzvorrichtungen auszuhebeln, die auf dem Rechner installiert sind. Er sucht nach Firewalls und Anti-Viren-Software und versucht, diese zu beenden.

Aber auch der Taskmanager und der Registrierungs-Editor werden von dem Wurm blockiert — also genau die Programme innerhalb von Windows, die man bedienen müsste, um den Wurm still zu legen. Wie die Anti-Viren-Firma F-Secure meldet, verfügt Zafi.D auch über eine Schleusenkomponente.

Darüber kann der Wurm Dateien hochladen und ausführen. Wenn es der Schadsoftware also tatsächlich gelungen ist, die Schutzmechanismen außer Kraft zu setzem, steht der Rechner im Internet offen wie ein Scheunentor und kann quasi ferngesteuert werden.

Der beste Schutz gegen solche Attacken ist eine gehörige Portion Misstrauen gegenüber solchen Mails. Außerdem sollte man die Ausgabe für einen Virenscanner nicht scheuen und diesen ständig aktualisieren, damit er auch neue Viren erkennt.

Zum zweiten sollte eine Firewall zur Grundausstattung eines jeden Rechners gehören, der am Internet hängt. Windows XP bringt eine mit. Besser funktionieren jedoch spezielle Produkte, die es auch kostenlos gibt.

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(sueddeutsche.de)