Das Maß hierfür ist die sogenannte Schwarmgeschwindigkeit: Dan Brown dürfte augenblicklich mit etwa 2 Megabyte pro Sekunde durch den digitalen Orbit schwirren. Illegale Downloader erhalten, eine schnelle Internetverbindung vorausgesetzt, das urheberrechtlich geschützte Text-File also in etwas mehr als einer Sekunde. Die Hörbuchversion benötigt dann entsprechend anderthalb Minuten.
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Das erste illegale File
Der britische Verlag "Transworld", der das gedruckte Buch verkauft, wird vom Guardian zitiert mit der Aussage, dass man angesichts dieser für die Buchbranche schockierend neuen Vorgänge "nicht in Apathie verfallen und tatenlos zusehen" wolle. "Wir fordern, dass die Betreiber der Piratenseiten die Dateien von den Servern nehmen."
Wie gesagt: Für die Buchbranche sind solche Raubkopierorgien, über die die Musik- und Filmindustrie seit einem Jahrzehnt klagen, noch neu. Denn Piratenserver, die identifizierbar wären und von denen illegal eingestellte Files entfernt werden könnten, es gibt sie nicht. Die Rechner der Piraten, die sich zu Spontannetzwerken verbinden, sind die Server und die sind inzwischen - nun ja - fast so zahlreich wie die Sterne am Himmel.
Unabhängig davon, dass diese Form der Wertschätzung künstlerischer Inhalte unter Umgehung von Wertschöpfung nun auch die Buchbranche mit Wucht erreicht hat - es ist, als ob man Piranhas vor frischem Kuhfleisch badet - unabhängig also von diesem Initialschock muss sich die Branche fragen lassen: Wer hat eigentlich die allerersten Files ins Netz gebracht? Denn das - zumal im Fall des Hörbuchs - können eigentlich nur Angehörige des Verlags gewesen sein.
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(SZ vom 18.09.2009/jb)
Es ist jetzt mehrfach kritisiert worden, dass der Text "Schwarmgeschwindigkeit" voraus zu wenig Informationen enthält. Zurecht, wie ich meine. Gerade die Geschwindigkeitsrechnung ist doch von einer unendlichen Luftigkeit.
Warum wirkt die Sprache trotz aller Mühen (Berechnungen, Vergleiche etc.) so leer?
Das Dilemma ist, dass Graff wissen und vermitteln will, wie das Böse (der Download) funktioniert, ohne wissen zu dürfen, wovon er schreibt.
Genau an diesen Problemen krankt grundsätzlich die Berichterstattung außerhalb des Internets über Downloads, die damit erst zu Phänomenen werden (Eigentlich sind es doch nur ein paar Klicks). Wird so ein Text dann auch mal "im Netz" veröffentlicht, wirkt er nur noch lächerlich. Das ist so, als würde ich eine Rezension zu von Triers Film "Antichrist" schreiben, ohne ihn je gesehen zu haben. So kann das aber auch nichts werden. Bleibt die Bitte, die Qualitätskontrolle anzuwerfen und auf solche Artikel in Zukunft einfach zu verzichten. Viele Grüße jedenfalls
Michael
Tja, irgendwie muss die Zeitung ja voll werden, auch wenn das in der Online-Welt niemanden so richttig interessiert. Aber dafür gibt es ja Menschen wie Bernd Graff, der es meisterlich versteht, aus wenig Inhalt viel heiße Luft zu generieren, und noch ein paar Zeilen zu schinden.
@belmondo2004: selten so gelacht:
"Mich würde auch interessieren in welcher Sprache es ist. Falls es auf Englisch ist, dann nützt es einem eh nichts, denn wer kann so gut englisch um das ganze Buch zu verstehen? Also was soll die ganze Aufregung."
Nun, ich würde sagen, Menschen, die in der Schule vielleicht aufgepasst haben? Oder vielleicht auch die - laut Wikiepedia - 340 Millionen anglophonen Menschen, die Englisch als Muttersprache sprechen? Oder auch die 170 Millionen Menschen, die Englisch als Zweitsprache beherrschen?
"Wer hat eigentlich die allerersten Files ins Netz gebracht? Denn das - zumal im Fall des Hörbuchs - können eigentlich nur Angehörige des Verlags gewesen sein."
Achso, für das PDF haben irgendwelche Billiglohnarbeiter in mittelalterlicher Schreibermanier das direkt beim Verkaufsstart gekaufte Exemplar vorgesetzt bekommen und einen Hungerlohn verdient bevor es von einem mafiösen Geschäftsmann(?) dann ein paar Minuten späte ins Netz gestellt werden konnte. Ist klar.
Tja so is das in der digitalen Welt. Da hat einfach einer ne Raubkopie von Pirate Bay gemacht.
http://www.golem.de/showhigh2.php?file=/0908/69239.html&wort[]=pirate&wort[]=bay&wort[]=download
Ich finde das zeigt sehr deutlich wie hilflos die Politik und die Ordnungskräfte gegenüber der Net Community sind. Wobei ich nicht die ganze Community als kriminell einstufen möchte. Aber man sieht hier, wenn sie etwas nicht will findet es auch nicht statt. Ist dasselbe Phänomen wie bei Software Kopierschutzsystemen, auf der einen Seite 100 Programmierer die den Kopierschutz schreiben, auf der anderen Seite Millionen Programmierer die versuchen ihn auszuhebeln. Ich verfolge das nun schon eine ganze Weile (Atari 800) und die Seite der Cracker hat imemr gewonnen.
Aber zu dem Problem der Buch Kopien. Ich glaube das auch hier von der Industrie reagiert werden muss. Noch vor kurzer Zeit waren digitale Kopien von Büchern nicht sehr gefragt, weil es nunmal nicht zu vergleichen ist, ob ich ein Buch in der Hand halte oder einen Laptop, oder vielleciht am Desktop sitze. So will kein Mensch lesen.
Mit der steigenden Leistungsfähigkeit von Handy/PDA/Netbook und der steigenden Qualität der Displays, ändert sich das natürlich. Die Buch Industrie wird nun denselben Weg gehen müssen wie die Musikindustrie ihn schon beschritten hat und ihre Güter digital im Netz zu attraktiven Preisen anbieten.
Die im Augenblick verfügbaren Angebote sind nicht ausgereift und größtenteils zu teuer.
Was ist mit dem Kommentarsystem los? Als ich eben auf diesen Artikel stieß, waren hier noch 5 Kommentare. Nun sind alle verschwunden.
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