Das Maß hierfür ist die sogenannte Schwarmgeschwindigkeit: Dan Brown dürfte augenblicklich mit etwa 2 Megabyte pro Sekunde durch den digitalen Orbit schwirren. Illegale Downloader erhalten, eine schnelle Internetverbindung vorausgesetzt, das urheberrechtlich geschützte Text-File also in etwas mehr als einer Sekunde. Die Hörbuchversion benötigt dann entsprechend anderthalb Minuten.

Anzeige

Das erste illegale File

Der britische Verlag "Transworld", der das gedruckte Buch verkauft, wird vom Guardian zitiert mit der Aussage, dass man angesichts dieser für die Buchbranche schockierend neuen Vorgänge "nicht in Apathie verfallen und tatenlos zusehen" wolle. "Wir fordern, dass die Betreiber der Piratenseiten die Dateien von den Servern nehmen."

Wie gesagt: Für die Buchbranche sind solche Raubkopierorgien, über die die Musik- und Filmindustrie seit einem Jahrzehnt klagen, noch neu. Denn Piratenserver, die identifizierbar wären und von denen illegal eingestellte Files entfernt werden könnten, es gibt sie nicht. Die Rechner der Piraten, die sich zu Spontannetzwerken verbinden, sind die Server und die sind inzwischen - nun ja - fast so zahlreich wie die Sterne am Himmel.

Unabhängig davon, dass diese Form der Wertschätzung künstlerischer Inhalte unter Umgehung von Wertschöpfung nun auch die Buchbranche mit Wucht erreicht hat - es ist, als ob man Piranhas vor frischem Kuhfleisch badet - unabhängig also von diesem Initialschock muss sich die Branche fragen lassen: Wer hat eigentlich die allerersten Files ins Netz gebracht? Denn das - zumal im Fall des Hörbuchs - können eigentlich nur Angehörige des Verlags gewesen sein.

Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2

  1. Schwarmgeschwindigkeit voraus
  2. Sie lesen jetzt Initialschock für die Buchbranche
Leser empfehlen 

(SZ vom 18.09.2009/jb)