Neuer Browser von Google Chrome. Schlicht. Schnell.

Schon mit der Betaversion seines Browsers Chrome hat Google gehalten, was die Entwickler versprochen haben: Es surft sich schnell, einfach und ohne Schnickschnack.

Von Verena Wolff

Schlicht, aber ziemlich ergreifend ist das neue Machwerk von Google. Schlicht - das kennt man schon. Denn auch auf der Seite der Suchmaschine ist kaum Firlefanz. Eine weiße Seite, ein buntes Logo und das, worauf es ankommt: die Suchmaske.

So sieht er aus - der neue Browser von Google.

(Foto: Foto: AP)

So sieht es dann auch aus beim neuen Browser von Google: Chrome. Installiert in Sekundenschnelle. Tatsächlich. Nicht nur nach den Angaben des Unternehmens aus dem Silicon Valley. Wer einen Mac nutzt oder Linux als Betriebssystem hat, schaut derzeit noch in die Röhre - denn aktuell gibt es nur eine Version für Windows XP und Vista. Das ist die Betaversion, die zum Testen am Dienstagabend um kurz nach 21 Uhr in 100 Ländern auf der Welt freigeschaltet wurde.

Auf der Überholspur

Die Schnelligkeit beeindruckt - denn sie ist das erste, was auffällt. Sie begeistert auch die Blogger, die gespannt auf die Browser-Konkurrenz für Microsoft gewartet haben. "Google Chrome ist nicht nur einer der schnellsten Browser, die ich jemals benutzt habe - sondern sicher auch einer der besten", schreibt etwa Don Reisinger auf TechCrunch.

486 Kilobyte - größer ist das Programm nicht. Schnell und einfach also funktionieren das Herunterladen und die Installation. Und dann geht's auch schon los: Schneller surfen auf nahezu leeren Seiten. Das Wichtigste sind die Tabs - also die einzelnen Registerkarten, auf denen sich immer neue Seiten öffnen lassen. Die funktionieren unabhängig voneinander - und genau das ist ein großer Vorteil: Denn wenn ein Tab abstürzte, war bislang die gesamte Sitzung verloren. Anders bei Chrome: Muss ein Tab geschlossen werden, funktionieren die anderen weiterhin.

Fenster zum Netz

Ebenfalls sinnvoll: Neue Seiten werden neben denen geöffnet, von wo aus sie angeklickt wurden - und nicht am Ende der gesamten Leiste. Und die Tabs funktionieren auch jenseits des Browsers - sie können nämlich als eigenes Fenster auf den Desktop gezogen werden - oder aus einem eigenen Fenster in eines, in dem schon verschiedene Reiter geöffnet sind.

Auch kann etwa die Startseite des Mailproviders auf den Desktop, ins Startmenü oder auf die Anwendungsleiste gelegt werden - und dann ist genau das passiert, was immer wieder als Hintergrund der "Chrome"-Offensive von Google genannt wurde: die Grenzen zwischen Internetanwendungen und klassischer Software verschwimmen zu lassen. Die Entwickler haben zudem die sogenannte Gear-Platform integriert, die Usern das Arbeiten an netzbasierten Anwendungen auch offline ermöglicht.

Und dann gibt es da noch die Omnibox - die Verbindung des Browsers und der Suchmaschine. Wer in das Adressfenster ein paar Buchstaben eingibt, wird mit einer ganzen Reihe von Vorschlägen versorgt. Sowohl von Seiten, die als Favoriten erkannt wurden und immer wieder besucht werden, als auch von Seiten, die die Suchmaschine im Programm hat und als Möglichkeiten offeriert. Diese Funktion ist vor allem angenehm, wenn man Chrome über eine längere Zeit nutzt - denn das Programm merkt sich alles und lernt. Schnell.

Die Frage nach dem Datenschutz

Hier allerdings könnten alle aufhorchen, die ohnehin kritisch zu Google stehen - denn diese Funktion könnte nicht laufen, wenn nicht Daten über das Userverhalten gesammelt würden. Und genau dafür ist das Unternehmen ebenso berühmt wie berüchtigt. Die aufgerufenen Seiten werden analysiert und ins Protokoll aufgenommen - allerdings nur auf ein lokales auf dem Rechner des Nutzers, wie Google versichert. Und: Google hat einen Modus eingebaut, mit dem es sich angeblich anonym surfen lässt. Als "Porn mode" bezeichnen manche Blogger dies.