Von Ben Schwan

Lifestream-Dienste fassen alles zusammen, was der Nutzer im Web 2.0 treibt. Viele finden das praktisch, Datenschützer schlagen Alarm.

Wir leben im Zeitalter der nutzergenerierten Inhalte. Bloggen auf der eigenen Homepage, das Hochladen von Filmen und Fotos bei YouTube oder Flickr, die aktive Teilnahme an sozialen Netzwerken wie Facebook oder MySpace - all das ist auch in Deutschland inzwischen längst zum Massenphänomen geworden. Bislang lassen sich die dabei anfallenden Informationen allerdings noch nicht besonders leicht einzelnen Nutzern zuordnen: Suchmaschinen wie Google sind eher schlecht darin, Daten aus Web 2.0-Diensten zu übernehmen und zu Profilen zusammen zu tragen, auf denen man nachlesen könnte, was Nutzer im "Mitmachnetz" so alles treiben. Neue Dienste ändern das nun.

Ganz einfach Nutzer sammeln bei friendfeed.com (© Screenshot: friendfeed.com)

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Sie nennen sich soziale Aggregatoren oder auch Lifestream-Dienste und sammeln die vom User bei seinen Multimediatouren durchs Netz hinterlassenen Spuren - ihren Online-Lebensstrom, sozusagen. All diese Daten werden dann übersichtlich auf einer eigenen, nutzerbezogenen Homepage platziert. "Wir erlauben es Dir, mit den Web-Seiten, Fotos, Videos und der Musik auf dem neuesten Stand zu bleiben, die Deine Freunde und Deine Familie mit der Welt teilen", heißt es in der Selbstbeschreibung des besonders populären Aggregators "Friendfeed".

Mitgemacht wird dabei freiwillig: Die User melden sich mit ihren eigenen Daten und Passwörtern an, damit der Lifestream-Dienst Zugriff auf die eigenen Informationen bei Drittangeboten erhält. Bei einem besonders aktiven Web 2.0-Freund kann man dann auf nur einer einzigen Seite sehen, dass er um 12 Uhr im Kommunikationsdienst Twitter über die Hitzewallungen seines Laptops im Straßencafe meckert, eine Stunde später ein Foto einer besonders schönen Taube bei Flickr einstellt und zum Abschluss des Arbeitstages eine Videokolumne bei YouTube platziert und vielleicht vor dem zu Bett gehen noch etwas bloggt.

So praktisch und gut lesbar das alles ist - Friendfeed stammt etwa von ehemaligen Google-Mitarbeitern und ist enorm einfach bedienbar - was dabei herauskommt, könnte sich in den nächsten Jahren zum nächsten großen Datenschützer-Albtraum nach dem Ärger um den Schutz der Privatsphäre in sozialen Netzwerken wie StudiVZ entwickeln.

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