Von Christian Woelbert

Wer zwei Mobilfunkanbieter nutzen will, braucht zwei Handys oder muss umständlich mit den SIM-Karten herumfummeln? Stimmt nicht. Es gibt eine andere Lösung - doch noch kennt sie fast keiner.

Handys können viel: Japanischen Studenten ersparen sie den Weg zum Campus, denn die Vorlesung läuft auch auf dem Display. Wer in London eine öffentliche Toilette sucht, lässt sich per SMS die Adresse des nächstgelegenen stillen Ortes zuschicken. In Zukunft ist sogar noch mehr möglich: Ingenieure arbeiten daran, den Haustürschlüssel zugunsten des Mobiltelefons abzuschaffen. Per Bluetooth-Handy lässt sich bald ein Skateboard namens "Ground-Surf" beschleunigen, nur Lenken muss man noch selbst.

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Dual-SIM-Handy von Samsung (© Foto: Hersteller)

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Quintessenz dieser Innovationen: Nokia, Sony-Ericsson und die anderen großen Hersteller setzen alles daran, unser aller Leben zu vereinfachen. Auch die deutschen Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 lassen sich sinnvolle Dienstleistungen und Tarife einfallen, um unsere wahren Bedürfnisse zu befriedigen.

Doch warum schleppt dann die Hälfte aller Geschäftsleute zwei Mobiltelefone mit sich herum, eines für die geschäftlichen, eines für die privaten Kontakte? Warum brütet die andere Hälfte einmal im Monat über einem "Einzelverbindungsnachweis", um jedes mit Familie, Freunden oder dem Lebensabschnittsgefährten geführte Gespräch aus der Business-Rechnung auszusieben? Warum fummeln wir alle im Ausland mit zwei SIM-Karten herum, um vor Ort günstig telefonieren zu können, aber trotzdem keine SMS von daheim zu verpassen?

Kein iPhone, aber ein Telefon für Intelligente

Eine pfiffige Lösung für Reisende und Geschäftsleute wäre ein Handy, in das zwei SIM-Karten hineinpassen und mit dem man in zwei verschiedenen Netzen gleichzeitig erreichbar ist. Ein entsprechendes Gerät bräuchte - vereinfacht gesagt - lediglich zwei SIM-Einschübe und zwei Antennen. Klingt simpel? Ist es auch: Dual-SIM-Handys sind so einfach herzustellen, dass sie längst existieren.

In China ist die Technik seit dem Jahr 2006 Standard und sogar Geräte mit drei Karten sind keine Seltenheit. Denn im Riesenreich deckt kein Netzbetreiber das ganze Land ab. Wer zwischen Peking und Shanghai pendelt, braucht ein Dual-SIM-, wer dazu noch im Hinterland unterwegs ist, ein Dreifach-Handy.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, warum das Dual-SIM-Handy für einige Firmen ein Horrorszenario ist.

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