Jedes Medium funktioniert nach seinen eigenen Prinzipien, die Regeln des Internets sind aber ständig in Bewegung. Deshalb schreiben wir sie hier einmal in der Woche auf - Folge 7 mit digitalem Mob, Papierkunst und 15 Tipps, wie man seine Zeit vertrödeln kann.
Regel 25: Das Internet ist auch eine Waffe
Bombenopfer Kaczynski: Wer nach "Penis" suchte, fand seine Seite. (© Foto: AP)
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Das vermutlich beliebteste Thema im Internet (direkt nach Sex) ist der Streit. Das Netz ist ein guter Ort, um sich zu streiten. Das kann inhaltliche Bezüge haben (wie in manchen so genannten Edit-Wars, bei denen sich Wikipida-Autoren über Inhalte der Einträge streiten), geht aber meist ins Persönliche. Und dabei sind Beleidigungen und üble Beschimpfungen an der Tagesordnung. Die Online-Forscherin und Wikipedianerin Elisabeth Bauer sprach in diesem Zusammenhang in einem Interview von einem digitalen Mob, gegen den man als einzelner nichts bewirken kann. "Das ist ein neues Übel, was viele Leute noch gar nicht realisieren", erklärte die Politologin: "Wer im Internet aktiv wird, hinterlässt Spuren und die Spuren können gesammelt werden. Man wird dann zur öffentlichen Person wider Willen."
Aber auch öffentliche Personen können Ziel von Angriffen werden - so wurde unlängst beispielsweise die Seite wolfgang-schaeuble.de gehackt und war für eine Weile nicht erreichbar.
Dass solch digitale Angriffe aber auch stilvoller vorgetragen werden können, zeigen die so genannten Google-Bomben - dabei handelt sich um eine Manipulation der Suchmaschine, an deren Ende sie zu bestimmten Begriffen vermeintlich unpassende Ergebnisse finden. Prominentestes Opfer einer solchen Google-Bombe wurde 2003 US-Präsident George W. Bush. Gab man damals den Begriff "miserable failure" in das Suchfeld ein, förderte die Suchmaschine die Seite des US-Präsident als Toptreffer zu Tage. Wikipedia listet weitere Opfer von Google-Bomben auf: Neben Karl-Heinz Grasser (Völlige Inkompetenz), Angela Merkel (Kohlkopf) und Microsoft (Crappy Software) wird dort bald auch der polnische Staatschef Lech Kaczynski stehen. Wer nämlich im polnischen Google nach "Kutas", einer vulgären Bezeichnung für Penis suchte, landete zuerst auf der Seite Kaczynskis. Der Fall wird gerade vor einem polnischen Gericht verhandelt.
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