Der geplante Start des Bilder-Dienstes Google Street View empört die Bürger. Wie viele genau? Darüber schweigt sich das US-Unternehmen aus. Das Verbraucherministerium rechnet mit 200.000 Einsprüchen - und geißelt die Informationspolitik. Doch es fehlt an Drohpotential.
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Informationspolitik des Internet-Unternehmens Google scharf kritisiert. "Ich verstehe nicht, warum Google nicht die Frage beantwortet, wie viele Widersprüche von Bürgern bisher eingegangen sind", sagte Aigner am Sonntag der Süddeutschen Zeitung. Das Verfahren müsse transparent sein. "Nur so kann Google verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen," erklärte sie.
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Google will noch in diesem Jahr seinen umstrittenen Panoramabilder-Dienst Street View in 20 deutschen Städten starten. Doch die Mehrheit der Deutschen ist dagegen. (© AP)
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Mit der Ankündigung, den umstrittenen Panoramabilder-Dienst Street View noch im Laufe dieses Jahres für 20 deutsche Städte zu starten, hatte Google eine Welle des Protestes losgetreten. Laut einer Umfrage der Bild am Sonntag lehnt eine knappe Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) die Präsentation der Außenansicht ihrer Wohnung oder ihres Hauses im Internet ab.
Konkrete Zahlen, wie viele Bürger Widerspruch gegen die Veröffentlichung eingelegt haben, hat Google bislang nicht vorgelegt. Eine Sprecherin sagte lediglich, der Konzern gehe von einer fünfstelligen Zahl aus.
Im Bundesverbraucherschutzministerium hält man das jedoch für untertrieben. Nach Schätzungen des Hauses stapeln sich bei Google mittlerweile mehr als 50.000 schriftliche Widersprüche von Bürgern aus ganz Deutschland. Hinzu kämen etwa 100.000 Mail-Widersprüche. "Wenn man unterstellt, dass sich zahlreiche Widersprüche auf mehrereObjekte beziehen, dürfte spätestens zum Jahresende die Zahl von 200.000 Adressen deutlich überschritten sein", hieß es am Wochenende in Ministeriumskreisen.
Innenminister lehnt Lex Google ab
"Jeder einzelne Widerspruch muss umgesetzt werden, egal ob er per Post oder Mail eingereicht wurde", sagte Aigner. "Vorher darf Street View für Deutschland nicht ans Netz gehen." Viel Drohpotential hat die Ministerin allerdings nicht. Denn die derzeitige Gesetzeslage ist so schwammig, dass die Regierung kaum etwas in der Hand hat, um notfalls gegen Google vorzugehen. Der Plan von Verbraucherschutzministerin Aigner, Google zur Einhaltung der Regeln zu zwingen, "wird ohne gesetzliche Regelung scheitern", sagte Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne).
Ein Gesetzentwurf, der auf Initiative von Hamburg im Juli im Bundesrat beschlossen wurde, könnte das ändern. Am kommenden Mittwoch befasst sich das Bundeskabinett damit. Doch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der für das Bundesdatenschutzgesetz zuständig ist, wehrte bereits ab. "Es geht um mehr als Google Street View", sagte er der Welt am Sonntag. "Deswegen ist der einzelfallbezogene Gesetzentwurf des Bundesrats, eine Art Lex Google, nach meiner Auffassung unzureichend."
Der saarländische SPD-Landeschef Heiko Maas forderte dagegen die Bundesregierung auf, die vom Bundesrat bereits beschlossene Änderung umzusetzen und ein entsprechendes Bundesgesetz umgehend auf den Weg zu bringen.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass personenbezogene Daten, die durch eine großräumige Erfassung von Gebäuden, Straßen oder Plätzen erhoben wurden, nur dann im Internet veröffentlicht werden dürfen, wenn nicht "Hauseigentümer, Mieter oder sonstige Betroffene" widersprechen. Ein Unternehmen, das solche Aufnahmen plant, muss im Vorfeld Ort und Zeitpunkt der Aufnahmen bekannt geben. Hält sich das Unternehmen nicht daran, kann der zuständige Datenschutzbeauftragte ein Bußgeld verhängen. Nach derzeitigem Recht ist dies schwierig.
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(SZ vom 16.08.2010/afis)
wenn sich 200.000 Pixeln lassen. Ist doch so als wenn in Tokio ein gelbes Fahrrad umfällt, Juckt uns doch nicht. Mich würde interessieren, da es diesen Bilderdienst des nachfolgenden Link schon lange gibt, der Bilder aus der Vogelperspektive bringt, wo sogar auf die Rückseite von Häusern, ja sogar in die Fenster geschaut werden kann, wie Frau Aigner das hält. Denke für sie ist Google der Intimusfeind, der sie gleichzeitig in aller Munde bringt und somit so hofft sie Popularität, doch die Frau weiß nicht von was sie spricht und über was sie sich aufregt.
der Link:
http://www.bing.com/maps/default.aspx?v=2&cp=44.023938~-99.71&style=h&lvl=4&tilt=-89.875918865193&dir=0&alt=7689462.6842358
Im übrigen, die Bilder welche gezeigt werden sind im übrigen schon längst überholt von der Realität, die sind doch schon alt und älter, also auch für die sog. Einbrecher nicht mehr relevant ebenso für die Immobilienbegutachter. Sie sind lediglich ein Anhaltspunkt wie es an einem geogrphischen Punkt einmal ausgesehen hat.
Alles Tra tra doch nur heiße Luft um nichts.
Und was hat Netzneutralität damit zu tun? Ja ja, wenn Leute über Dinge schreiben mit denen sie sich nicht auskennen. Oder soll der Begriff etwa mit Streetview assoziert werden? Absichtlich?
Hallo - Genau richtig: wenn der Staat so etwas machen würde, wäre der Teufel los. Aber - Großkonzerne und Staat sind praktisch identisch. Zwischen Goldman Sachs und dem Weißen Haus spricht man von einer Drehtür (New York Times). Einer der Bosse von Halliburton (Kellogg Brown & Root) war Dick Cheney. Monsanto und Google treten so dreist auf, weil sie die volle Rückendeckung ihrer Regierung (Administration) geniessen. Banken und einige Autofirmen sind de facto Staatsunternehmen. Es hat sich viel geändert seit dem Mauerfall, wenig zum Besseren.