Datenskandal Zuckerberg will vor EU-Parlament erscheinen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Anhörung vor dem US-Kongress.

(Foto: REUTERS)
  • Zuckerberg soll sobald wie möglich - möglicherweise schon in der kommenden Woche - nach Brüssel kommen.
  • Der Facebook-Chef trifft die Vorsitzenden der Fraktionen nur hinter verschlossenen Türen.
  • Der Konzern steht in der Kritik, seitdem bekannt wurde, dass Nutzerdaten unrechtmäßig weitergegeben wurden.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat offenbar zugestimmt, mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments über den Umgang des sozialen Netzwerks mit persönlichen Daten zu sprechen. Er wird sich aber keiner öffentlichen Anhörung stellen, wie der Abgeordnete Claude Moraes auf Twitter bestätigte.

Dafür werde Zuckerberg sobald wie möglich - möglicherweise schon in der kommenden Woche - nach Brüssel kommen, schrieb EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani in einer über Twitter verbreiteten Mitteilung. "Unsere Bürger verdienen eine detaillierte Erklärung", dies sei ein wichtiger Schritt um Vertrauen herzustellen, so Tajani weiter. Zuckerberg solle auch die Vorsitzenden der EU-Parlamentsfraktionen treffen.

Zuckerberg räumte vor dem US-Kongress Fehler ein

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber (CSU), begrüßte Zuckerbergs Zusage und führte sie darauf zurück, dass viele Europapolitiker sie geschlossen eingefordert hätten. Man werde darauf bestehen, "dass die Regeln, die wir jetzt aktuell in Europa umsetzen, die Datenschutzvorgaben, auch von Facebook zu 100 Prozent angewandt werden", sagte Weber.

Ende März war bekannt geworden, dass sich ein Drittanbieter einer Facebook-App Zugriff auf die persönlichen Daten von mehr als 80 Millionen Nutzern des Netzwerks verschafft und diese an Cambridge Analytica weiterverkauft hatte. Einer Beratungsfirma, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Trump arbeitete.

Der Facebook-Google-Selbstversuch

Die Daten, die die IT-Konzerne über einen sammeln, kann man herunterladen. Wer sie durchforstet, stellt fest: Von drei Behauptungen Mark Zuckerbergs sind zwei falsch. Von Michael Moorstedt mehr...

Zuckerberg hatte zunächst Fehler bestritten. Anfang April hatte er dem öffentlichen Druck nachgegeben und war an zwei Tagen vor dem US-Kongress erschienen, um über den Datenskandal zu berichten. Dort hatte er erklärt, dass Facebook das Ausmaß seiner Verantwortung nicht erkannt habe. "Das war ein großer Fehler. Es war mein Fehler."