In Stuttgart haben Eltern Ego-Shootern den Kampf angesagt - geschützt von einem Sicherheitsdienst. Computer-Spieler protestieren gegen die "Vernichtung von Kulturgut".
In der Stuttgarter Innenstadt hat ein nach dem Amoklauf von Winnenden gegründetes Elternbündnis Killerspiele eingesammelt, um sie zu entsorgen. Bis zum frühen Nachmittag hatten vor allem Jugendliche etwa zwei Dutzend Computerspiele wie das umstrittene Counter-Strike in einen Müllcontainer geworfen. Wenige hundert Meter entfernt hatten sich derweil überzeugte Computer-Spieler zu einer Gegenaktion postiert.
Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden demonstriert in Stuttgart gegen Killerspiele. (© Foto: dpa)
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Die Aktivisten sammelten unter dem Motto "Videospiele - Menschen verbinden statt aufhetzen" Computer-Spiele, um sie an Jugendtreffs weiterzureichen. Sie fühlten sich "pauschal verurteilt", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbandes für Deutschlands Video- und Computerspieler, Patrik Schönfeldt.
Das Elternbündnis, das wegen seines Engagements gegen Ego-Shooter (eine Kategorie von Computerspielen) und großkalibrige Waffen seit seinem Bestehen angefeindet wird, hatte für den Samstag aus Angst vor Angriffen einen privaten Sicherheitsdienst engagiert.
Elternbündnis-Vorstand Hardy Schober sagte, es gehe weniger um die Masse, denn um die Symbolik: "Wir wollen, dass diskutiert wird und ein Zeichen setzen, dass Killerspiele aus den Kinderzimmern verbannt werden." Schober hat bei dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen am 11. März, bei dem ein 17-Jähriger 15 Menschen und sich selbst erschoss, seine Tochter verloren.
Er und seine Mitstreiter setzen sich für eine Ächtung von sogenannten Killerspielen ein, weil sie einen Zusammenhang zwischen ihnen und Amokläufen sehen. "Wenn ich einen Amoklauf in Deutschland mit der Aktion verhindere, ist das Ziel erreicht." Die Aktion soll in anderen Städten fortgesetzt werden.
Ein Aktivist des Spieler-Verbandes demonstrierte derweil gegen die Ächtung von Computerspielen und gegen die Vernichtung von "Kulturgut". Ein Plakat mit dem Slogan "Stoppt den Trauer-Terror" wurde nach Beschwerden von Passanten aber schnell verstaut. Der Spieler-Verband begrüßte zwar die Bemühungen des Aktionsbündnisses, Eltern aufmerksam zu machen, dass nicht alle Medien für ihre Kinder geeignet sind.
Die "massenhafte Vernichtung von Kulturgut" könne aber angesichts der deutschen Geschichte falsch aufgefasst werden, sagte Schönfeldt.
(dpa/afis)
Kuriose Schilder (4)
ich bin (mal wieder enttäuscht) man hat auch bei der SZ offenbar nicht den Mut Falschmeldungen zu korrigieren, traurig.
Nochmal für alle die den Artikel lesen,
KEIN EINZIGER GAMER HAT AUCH NUR EIN EINZIGES SPIEL WEGGEWORFEN!!
Containerinhalt bei Aktionsende:
http://www.youtube.com/watch?v=kR8FMLw5IR4
2 Requisiten vom ÖR werden durch instrumetalisierte Kinder eingeworfen:
http://www.youtube.com/watch?v=LW68hN9LTGo
Nochmal für die SZ, bitte unbedingt lesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dutzend
ein Dutzend = 12 ! 12 NICHT 2...
"...hatte für den Samstag aus Angst vor Angriffen einen privaten Sicherheitsdienst engagiert."
Ist es richtig, dass der Sicherheitsdienst normalerweise mit den gleichen großkalibrigen Kurzwaffen ausgestattet ist, die er verbieten will? Welcher Sicherheitsdienst lässt sich auf so einen Quatsch überhaupt ein?
Was soll man dazu sagen? Wer bezahlt für diesen Blödsinn? Spendengelder?
Klar, dass es keine Angriffe gab. Herr Schober sollte sich vielleicht nicht so wichtig nehmen.
darf man als Leser erfahren weshalb dieser Satz:
"Bis zum frühen Nachmittag hatten vor allem Jugendliche etwa zwei Dutzend Computerspiele wie das umstrittene Counter-Strike in einen Müllcontainer geworfen."
Noch immer im Artikel steht? Es muss doch jeder Redaktion mit Internet mittlerweile klar sein, dass insgesamt lediglich 4 Spiele im Container lagen, keines davon war "das umstrittene Counterstrike".
Zum Glück gibts die Dilettanten (vgl. Beitrag im SZ Magazin vom Freitag 16.10.09) mit den Video-Handys.
Ich finde es erschreckend, wie hier Fakten erfunden werden und kann nicht nachvollziehen inwiefern andere Zahlen der SZ stimmen, solange in nachprüfbaren Fällen nicht einmal bis 24 gezählt werden kann.
Nochmal, im Container lagen um 16.00, zwei eingeschweißte, ältere PS2 Titel (offenbar als Requisite gekauft) ein Freeware Game (von der Piratenpartei mitgebracht) sowie ein mehr als 10 Jahre altes Gameboy-Spiel mit Altersfreigabe ab 6 Jahren.
Zumindest von einer journalistischen Instanz wie der SZ erwarte ich hier den Mut zur Korrektur!
Quellen sind hier schön aufgelistet:
http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2972
Dann schau Dir bitte nochmal an, welche Ziele Hardy Schober mit seinem "Amokbündnis" verfolgt:
* Verbot der Killerspiele (was auch immer das nach seiner Definition ist, wahrscheinlich reicht es wenn eine menschenähnliche Figur in dem Spiel gekillt wird)
* Einführung einer Gewaltquote in den Medien
Auch wenn ich das bluttriefende Fernsehprogramm nicht immer so toll finde aund auch nicht 20 Stunden am Tag Killerspiele spiele, aber ich will mir von niemandem vorschreiben lassen, was ich zu spielen und zu sehen habe!
SFX-S hat gar nicht mal so Unrecht, wenn es um den Umgang oder insbesondere die Darstellung von Gewalt in Egoshootern geht, bzw. man sich mal kritisch mit der Entwicklung der Spieleindustrie auseinandersetzt:
Seit "Doom" hat sich wirklich nicht mehr viel auf diesem Gebiet getan, es sei denn, man betrachtet die reine Hochstufung der Auflösung als Fortschritt...
Auch hat SFX-S (richtigerweise) geschrieben, dass man auf diese Art keinen Amoklauf verhindert. Ich selbst habe lange Jahre diverse Egoshooter gespielt, angefangen bei Wolfenstein 3D, welches wirklich noch eine Innovation darstellte, und zudem auf eine zynische Art und Weise immerhin noch irgendwie lustig war. Aber irgendwann wurde -ähnlich wie in der Filmindustrie- das Augenmerk nur noch auf die Optik gelegt, was bei mir zu endloser Langeweile führte.
Die Masse der heutigen, lieblos zusammengeschusterten Fließbandprodukte der PC- und Videospielindustrie als Kulturgut zu bezeichnen, ist wirklich etwas weit hergeholt, wobei: Es gibt ja auch Fernsehzuschauer, die Fernsehformate wie "Galileo" tatsächlich für Bildungsfernsehen halten...
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