Musikplayer Apple verabschiedet sich von iPod nano und shuffle

2010 stellt der damalige Apple-Chef Steve Jobs die aktualisierten Modelle des iPod Shuffle (links) und iPod Nano vor.

(Foto: REUTERS)

Künftig gibt es nur noch den größeren iPod touch. Schuld an dieser Entwicklung ist ein anderes Apple-Produkt.

Der iPod ist tot, lang lebe das iPhone. Apple hat den Verkauf zweier iPod-Modelle stillschweigend gestoppt. Im Onlineshop werden iPod Nano und iPod Shuffle nicht mehr gelistet. Nostalgiker, Sammler und Jogger, die beim Laufen kein Smartphone mit sich herumtragen wollen, müssen sich beeilen: Händler verkaufen noch Restbestände, bald werden die letzten Modelle vergriffen sein.

Der einzige verbleibende Musikplayer in Apples Produktpalette ist damit der iPod Touch. Apple hat die Preise gesenkt und verkauft ihn jetzt für 229 (32 GB) oder 339 Euro (128 GB). Die Varianten mit 16 und 64 GB Speicher gibt es nicht mehr, an der Hardware wurde nichts verändert.

Das iPhone als Totengräber für iPods und Kompaktkameras

Dieser Schritt war bereits 2007 absehbar. In diesem Jahr stellte Apple das erste iPhone vor, das ebenfalls Musik abspielen konnte. Von diesem Moment an gingen die Verkaufszahlen der iPods stetig zurück, während der weltweite Siegeszug der Smartphones begann. Das Schicksal der iPod gleicht dem allmählichen Verschwinden klassischer Kompaktkameras und vieler E-Book-Reader: Musik hören, Fotos machen, Bücher lesen, all das geht mit Smartphones - nicht ganz so gut wie mit den Spezialgeräten, aber eben gut genug, um sich kein zweites Produkt kaufen zu müssen.

iPod Shuffle und iPod Nano kamen beide 2005 auf den Markt und wurden seit mehreren Jahren nicht mehr aktualisiert. Während der iPod Touch den Dienst Apple Music unterstützt, können die beiden klassischen Modelle keine Musik streamen, da ihnen die Wlan-Funktion fehlt. Sie mussten ganz analog mit einem Kabel angeschlossen und befüllt werden.

"Das ergibt Sinn: kein Platz für iPod Nano & Shuffle, wenn Musik gleichbedeutend mit Apple Music ist", schreibt die renommierte Tech-Analystin Carolina Milanesi auf Twitter. Aus Apples Sicht mag die Entscheidung komplett nachvollziehbar sein. Nutzer, die sich noch an Steve Jobs Satz "1000 Songs in Deiner Tasche" erinnern, mit dem der frühere Apple-Chef vor mehr als 15 Jahren den ersten iPod vorstellte, dürften aber ein bisschen wehmütig werden. Zwar bleibt noch der iPod Touch - aber der ist mittlerweile gar kein richtiger iPod mehr, sondern eher ein iPhone light.

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